26.03.2026, 3075 Zeichen
OHB SE hat 2025 kräftig zugelegt — und steht gleichzeitig vor einer fundamentalen Verschiebung im europäischen Raumfahrtmarkt. Während die Bremer Zahlen überzeugen, formiert sich mit der geplanten Fusion von Airbus, Thales und Leonardo ein Konkurrent, der OHB in eine neue Größenordnung des Wettbewerbs zwingt.
Zahlen über Plan
Der Umsatz kletterte 2025 auf 1,25 Milliarden Euro — ein Plus von rund 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBIT stieg um 17 Prozent auf 84 Millionen Euro und übertraf die eigene Prognose. Besonders stark war das Schlussquartal: Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte dort 11,6 Prozent — ein Wert, den sich OHB erst für das Gesamtjahr 2026 vorgenommen hatte.
Passend zu dieser Dynamik liegen die mittelfristigen Ziele klar auf dem Tisch: 1,4 Milliarden Euro Output bei 11 Prozent EBITDA-Marge für 2026, 1,7 Milliarden für 2027 und mehr als 2,0 Milliarden Euro bis 2028.
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Milliardenprojekt und ein neuer Riese
Parallel zur starken Geschäftsentwicklung rückt das Bundeswehr-Satellitenprojekt SATCOMBw 4 in den Vordergrund. OHB, Rheinmetall und Airbus wollen gemeinsam eine Konstellation von zunächst 100 bis 200 Satelliten aufbauen — mit einer langfristigen Vision von über 1.000 Einheiten im Orbit. Das Auftragsvolumen wird auf 8 bis 10 Milliarden Euro geschätzt. Das Bundeskartellamt prüft seit dem 20. März das geplante Gemeinschaftsunternehmen zwischen OHB und Rheinmetall Digital.
Airbus' Beteiligung am Konsortium erhöht zwar die Chancen auf den Zuschlag, schmälert aber zugleich OHBs potenziellen Arbeitsanteil. Und Airbus wird künftig noch mächtiger: Der Konzern fusioniert seine Satellitensparte bis 2027 mit Thales und Leonardo zu einem Unternehmen mit 25.000 Beschäftigten und 6,5 Milliarden Euro Umsatz. OHB selbst warnt vor einer monopolartigen Stellung dieses neuen Gebildes — die Wettbewerbsbehörden haben das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Serienfertigung als Antwort
OHB bereitet sich operativ vor. Der EPS-Sterna-Auftrag über 248 Millionen Euro für 20 Kleinsatelliten, kurz vor den Jahreszahlen verkündet, belegt den Wandel vom Einzelprojekt zur Serienfertigung. Hinzu kommen die Verlagerung von OHB Sweden AB sowie die Übernahme des TechniSat-Werks in Schöneck als Produktionsstandort für elektronische Komponenten.
Rückenwind liefert das Makroumfeld: Das ESA-Budget für 2026 bis 2028 beläuft sich auf 22,3 Milliarden Euro, Deutschland plant zusätzlich 35 Milliarden Euro in militärische Raumfahrtinfrastruktur. Am 7. Mai legt OHB die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor — dann zeigt sich, ob das starke Momentum aus dem Schlussquartal 2025 trägt.
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