22.03.2026, 3228 Zeichen
Auf dem Gelände einer stillgelegten Urananreicherungsanlage in Ohio entsteht das vielleicht ehrgeizigste Infrastrukturprojekt der US-Geschichte. Mit dem offiziellen Spatenstich für den „PORTS Technology Campus“ wandelt der japanische Technologiekonzern SoftBank ein Relikt des Kalten Krieges in ein gigantisches Zentrum für Künstliche Intelligenz um. Das Vorhaben sprengt dabei bisherige Dimensionen und ist eng mit geopolitischen Vereinbarungen verknüpft.
Dimensionen sprengen bisherige Maßstäbe
Die Pläne für das Areal im Pike County sind gewaltig. Geplant ist ein Rechenzentrum mit einer Kapazität von 10 Gigawatt. Das entspricht mehr als der Hälfte der gesamten derzeitigen Rechenzentrumskapazität in den Vereinigten Staaten. Um diesen enormen Energiebedarf zu decken, baut SoftBank über seine Tochtergesellschaft SB Energy eine eigene Stromversorgung auf. Dazu gehört ein 33 Milliarden US-Dollar teures Erdgaskraftwerk, das laut Angaben der US-Regierung das größte der Welt sein wird.
SoftBank-Gründer Masayoshi Son beziffert das Gesamtinvestitionsvolumen über die nächsten 20 Jahre auf 1,5 Billionen US-Dollar. Er bezeichnete das Vorhaben am Freitag als die größte Einzelinvestition der Menschheitsgeschichte.
Geopolitik und ein breites Konsortium
Das Mammutprojekt entsteht nicht im luftleeren Raum. Es ist Teil einer umfassenden Investitionszusage Japans in Höhe von 550 Milliarden US-Dollar. Im Gegenzug hatte die US-Regierung zuvor Zölle gesenkt. Entsprechend hochkarätig war die Besetzung beim Spatenstich, an dem gleich drei US-Minister teilnahmen.
Getragen wird das Vorhaben von einem Konsortium aus 12 japanischen Unternehmen, darunter Toshiba und die Mizuho Bank, sowie neun US-Firmen wie Goldman Sachs. Diese breite Allianz soll die finanzielle und technologische Umsetzung des ehrgeizigen Zeitplans garantieren.
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Regionale Auswirkungen und Stromnetz
Neben dem Bau des Rechenzentrums fließen 4,2 Milliarden US-Dollar in die Modernisierung des lokalen Stromnetzes. In Zusammenarbeit mit dem Versorger AEP Ohio entstehen neue Übertragungsleitungen. Die Partner betonen, dass diese Ausgaben nicht zu höheren Stromtarifen für Endkunden führen werden. Im Gegenteil soll überschüssige Energie aus dem neuen Kraftwerkspark in das öffentliche Netz eingespeist werden, um die regionalen Stromkosten zu senken. In der Spitze wird das Projekt rund 35.000 Bauarbeiter beschäftigen.
Die Bauarbeiten für die erste Phase des Campus beginnen noch in diesem Jahr. Für diesen initialen Ausbauschritt stehen bereits 500 Milliarden US-Dollar an Investitionsmitteln bereit. Parallel dazu treibt SoftBank gemeinsam mit Oracle und OpenAI die sogenannte "Stargate"-Initiative voran, um die amerikanische KI-Infrastruktur abseits von Ohio weiter auszubauen.
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