21.03.2026, 2853 Zeichen
Refinanzierung abgeschlossen, Satelliten bestellt, Kursziel gesetzt: Eutelsat hat in den vergangenen Monaten die Weichen für die nächste Phase gestellt. CEO Jean-François Fallacher gibt sich zuversichtlich — räumt aber ein, dass der Wettbewerb im Niedrigerdorbit-Segment spürbar zunimmt.
OneWeb legt kräftig zu
Die Zahlen für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 unterstreichen die Strategie. Die LEO-Umsätze stiegen um knapp 60 Prozent auf 110,5 Millionen Euro und machen inzwischen rund 20 Prozent der Gesamterlöse aus. Die Connectivity-Sparte insgesamt legte um 11,8 Prozent auf 307,3 Millionen Euro zu.
Auf Gesamtkonzernebene blieben die Erlöse mit 591,6 Millionen Euro auf vergleichbarer Basis stabil — auf berichteter Basis ein leichtes Minus von 2,4 Prozent. Der Grund: Das Videogeschäft schrumpfte um 12,3 Prozent auf 267 Millionen Euro, belastet durch weitere Sanktionen gegen russische Kanäle und den strukturellen Rückgang im klassischen Fernsehmarkt.
Milliarden für die nächste Konstellation
Um das Wachstum zu verstetigen, hat Eutelsat ein umfangreiches Finanzierungspaket geschnürt: zunächst eine Kapitalerhöhung von 1,5 Milliarden Euro, anschließend fast eine Milliarde Euro über Exportkreditagenturen. Die Mittel fließen in 440 neue LEO-Satelliten, die die bestehende OneWeb-Konstellation technologisch aufwerten sollen. Ratingagenturen Moody's und Fitch reagierten mit Hochstufungen.
Mittelfristig peilt Eutelsat Erlöse zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro bis Ende des Geschäftsjahres 2028/29 an. Der Auftragsbestand von 3,4 Milliarden Euro — dem 2,7-Fachen der Vorjahreserlöse — bildet dafür eine solide Grundlage. Connectivity macht dabei bereits 59 Prozent des Bestands aus.
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IRIS² als europäischer Joker
Strategisch setzt Eutelsat auf seine europäische Herkunft. Für staatliche Kunden, die bewusst auf US-Anbieter verzichten wollen, positioniert sich das Unternehmen als Alternative. Im Rahmen des EU-Projekts IRIS² — einer Konstellation aus 264 LEO- und 18 MEO-Satelliten — ist Eutelsat als LEO-Kapazitätslieferant Teil des SpaceRISE-Konsortiums. Die vollständigen Dienste werden für 2030 erwartet.
Am 12. Mai 2026 veröffentlicht Eutelsat seine Quartalsumsätze für das dritte Quartal. Dann wird sich zeigen, ob das LEO-Segment das Tempo hält — und ob der angepeilte LEO-Umsatzzuwachs von rund 50 Prozent für das Gesamtjahr realistisch bleibt.
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