09.03.2026, 4119 Zeichen
Nach einem finanziellen Rekordjahr 2025 steht der Goldminenbetreiber Barrick Mining vor einer umfassenden strategischen Neuausrichtung. Das Management plant die Abspaltung seiner wertvollsten nordamerikanischen Anlagen in ein separates, börsennotiertes Unternehmen. Während die Kassen prall gefüllt sind und Aktionäre mit Rekordausschüttungen belohnt werden, sorgen steigende Förderkosten und der Widerstand von Partnern für spürbaren Gegenwind.
Prall gefüllte Kassen und Rekorddividende
Barrick Mining hat das Jahr 2025 in einer außergewöhnlich starken finanziellen Verfassung abgeschlossen. Mit einem Gesamtumsatz von knapp 17 Milliarden US-Dollar und einem auf 3,87 Milliarden US-Dollar fast verdreifachten freien Cashflow übertraf der Konzern frühere Bestmarken deutlich. Aus einer Nettoverschuldung im Vorjahr wurde ein solider Nettobarbestand von zwei Milliarden US-Dollar.
Diese finanzielle Stärke reicht das Unternehmen direkt an seine Investoren weiter. Neben Aktienrückkäufen im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar erhöhte Barrick die Quartalsdividende zuletzt um beachtliche 140 Prozent auf 0,42 US-Dollar pro Anteilsschein. Eine neu eingeführte Ausschüttungspolitik sieht zudem vor, künftig die Hälfte des zurechenbaren freien Cashflows an die Aktionäre fließen zu lassen.
Die Abspaltung der Nordamerika-Assets
Der wohl wichtigste strategische Schritt für die kommenden Monate ist das geplante Spin-off. Barrick beabsichtigt, seine nordamerikanischen Premium-Goldanlagen, darunter die Beteiligung an den Nevada Gold Mines sowie das Pueblo Viejo-Projekt, in eine neue Aktiengesellschaft auszugliedern. Das als "NewCo" bezeichnete Konstrukt soll bis Ende 2026 an die Börse gebracht werden, wobei das Management plant, 10 bis 15 Prozent der Anteile zu veräußern, um maximalen Wert für die bestehenden Aktionäre zu generieren.
Doch lässt sich dieser Plan reibungslos umsetzen? Der Joint-Venture-Partner Newmont hat bereits Bedenken angemeldet. Der Konkurrent pocht auf die Einhaltung bestehender Vertragsrechte, insbesondere bei Übertragungsbeschränkungen, und kritisiert die operative Leistung der Nevada Gold Mines unter der Führung von Barrick. Um diese rechtlichen und operativen Hürden besser bewältigen zu können, hat Barrick erst kürzlich seine Führungsebene umstrukturiert und neue Vorstandsressorts für Recht und Regierungsbeziehungen geschaffen.
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Steigende Kosten bremsen die Euphorie
Trotz der glänzenden Bilanzen reagierte der Aktienmarkt zuletzt verhalten auf die Aussichten des Minengiganten. Nach dem starken Lauf im vergangenen Jahr steht der Titel aktuell wieder unter Druck. Mit einem aktuellen Kurs von 38,00 Euro verzeichnete das Papier auf Wochensicht ein Minus von rund 12 Prozent, was sich auch in einem technisch überverkauften RSI-Wert von 28,4 widerspiegelt.
Verantwortlich für diese Kursschwäche sind neben Schwankungen beim Goldpreis vor allem steigende operative Ausgaben. Die Gesamtförderkosten (AISC) kletterten 2025 um zehn Prozent auf 1.637 US-Dollar pro Unze. Da zudem die Produktionsprognose für das Jahr 2026 nach unten korrigiert wurde, befürchten Marktbeobachter eine kurzfristige Belastung des Gewinnwachstums.
Am 8. Mai 2026 werden die Weichen für die weitere Unternehmensentwicklung gestellt. Auf einer eigens einberufenen außerordentlichen Hauptversammlung sollen die Aktionäre über die geplante Abspaltung der Nordamerika-Sparte abstimmen. Ein positives Votum der Anteilseigner sowie eine vertragliche Einigung mit Newmont sind die zwingenden operativen Voraussetzungen, damit der Börsengang von "NewCo" wie geplant bis Ende des Jahres vollzogen werden kann.
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