28.03.2026, 2977 Zeichen
Institutionelle Anleger ziehen sich zurück, der Gesetzgeber zögert — Bitcoin steht an diesem Freitag unter Druck aus zwei Richtungen. Allein am Donnerstag flossen 171 Millionen US-Dollar aus US-Spot-ETFs ab, der größte Tagesabfluss seit mehr als drei Wochen.
Wer verkauft und warum
Die Abflüsse verteilten sich auf mehrere große Fonds: BlackRocks IBIT führte mit 41 Millionen US-Dollar, gefolgt von Fidelitys FBTC mit 32 Millionen, dem ARK 21Shares ETF mit 30,5 Millionen und Grayscales GBTC mit 24 Millionen.
Nick Ruck, Research Director bei LVRG, ordnet die Bewegung als kurzfristige Gewinnmitnahmen und Absicherungen ein — keine grundlegende Abkehr vom Bitcoin-Investment. Shawn Young von MEXC Research sieht einen weiteren Treiber: Anleger sichern sich gegen eine mögliche Eskalation im US-iranischen Konflikt ab. Präsident Trump verlängerte am Donnerstag den Waffenstillstand bezüglich iranischer Energieinfrastruktur um zehn Tage bis zum 6. April — Händler befürchten dennoch eine plötzliche Wende über das Wochenende.
Bitcoin fiel in diesem Umfeld unter 67.000 US-Dollar, während gleichzeitig der Ölpreis die Marke von 100 US-Dollar überstieg und gehebelte Long-Positionen aufgelöst wurden.
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Der CLARITY Act verliert Zeit
Zusätzlichen Gegenwind liefert die stockende Krypto-Gesetzgebung in Washington. Der Digital Asset Market Clarity Act, der im Juli 2025 das Repräsentantenhaus mit breiter Mehrheit passierte, hängt seit Monaten im Bankenausschuss des Senats fest. Das Gesetz soll verbindlich regeln, ob Krypto-Assets als Rohstoff oder Wertpapier einzustufen sind.
Alex Thorn von Galaxy Digital warnt: Wenn das Gesetz nicht bis Ende April den Senatsbankenausschuss passiert, sinken die Chancen auf eine Verabschiedung 2026 auf nahezu null.
Monatsbilanz als Gegengewicht
Trotz des jüngsten Drucks zeigt der März ein differenziertes Bild. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten im laufenden Monat netto 1,36 Milliarden US-Dollar an Zuflüssen — das wäre der erste Nettoakkumulationsmonat seit Oktober 2025. Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas bescheinigte den Fonds "unglaubliche Standhaftigkeit" angesichts eines 46-prozentigen Rückgangs vom Allzeithoch bei rund 126.000 US-Dollar.
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Seit Jahresbeginn hat Bitcoin rund 26 Prozent an Wert verloren. Ob der April eine Stabilisierung bringt, hängt nicht zuletzt davon ab, ob der CLARITY Act die nächste parlamentarische Hürde nimmt — und ob die Geopolitik ruhig bleibt.
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Börsepeople im Podcast S24/09: Bernadette Händlhuber
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