25.03.2026, 3894 Zeichen
Rüstungserfolge auf der einen Seite, eine Gewinnwarnung auf der anderen — Thyssenkrupp liefert dieser Tage ein klassisches Bild eines Konzerns im Umbau. Die Marine-Tochter TKMS sammelt Aufträge, während die Wasserstoffsparte Nucera die Prognose kassiert. Für die Aktie, die seit Jahresbeginn rund 16 Prozent verloren hat und knapp über ihrem 52-Wochen-Tief notiert, ist das kein einfaches Umfeld.
TKMS hält die Stellung
Der Bundestags-Haushaltsausschuss hat am 18. März den nächsten Schritt für vier U-Boot-Jagd-Fregatten vom Typ MEKO A-200 DEU gebilligt. Der ursprüngliche Vorvertrag wurde auf rund 250 Millionen Euro ausgeweitet; das erste Schiff soll bis Dezember 2029 geliefert werden — rechtzeitig für die NATO-Verpflichtungen Deutschlands.
Noch größer ist das Potenzial im kanadischen U-Boot-Programm. TKMS ist einer von zwei verbliebenen Bietern für zwölf konventionelle U-Boote. Die Vergabeentscheidung fällt zwischen Mai und Juni 2026, das Volumen beläuft sich auf bis zu 37 Milliarden Euro. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro und einer Bruttomarge von 17 Prozent ist die Marinesparte derzeit der stabilste Pfeiler des Konzerns.
Nucera: Großauftrag, aber rotes Zahlenwerk
Thyssenkrupp Nucera hat die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Statt eines ausgeglichenen Ergebnisses erwartet das Unternehmen nun einen operativen Verlust zwischen 30 und 80 Millionen Euro. Ursache sind höhere Kosten für Nachbesserungsarbeiten an bereits ausgelieferten Modulen sowie die Auflösung eines US-Vertrags für eine 20-Megawatt-Pilotanlage — der Kunde sah keine ausreichende Rendite mehr.
Anzeige
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?
Gleichzeitig vermeldete Nucera einen strategisch bedeutsamen Auftrag: Der spanische Energieversorger Moeve beauftragte das Unternehmen mit der Lieferung von 300 MW Elektrolyse-Kapazität für das Projekt „Onuba" in Andalusien — das größte Vorhaben dieser Art in Südeuropa. Die Umsätze daraus fließen jedoch größtenteils erst im Geschäftsjahr 2026/27, was die verhaltene Marktreaktion erklärt.
Konzernebene: Verluste und ein unruhiger Investor
Das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres offenbarte die Tiefe der Herausforderungen. Der Konzernumsatz schrumpfte um acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT verbesserte sich zwar um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro — Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro bei Steel Europe drückten das Ergebnis aber auf einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro.
Mitte März sorgte zudem eine Pflichtmeldung für Unruhe: Der französische Asset-Manager Amundi senkte seinen Stimmrechtsanteil von 5,22 auf 4,92 Prozent, knapp unter die Meldeschwelle. Institutionelle Investoren werteten das als Vertrauensentzug gegenüber der Transformationsstrategie. Die Aktie verlor daraufhin an einem einzigen Tag bis zu zehn Prozent und markierte ein neues 52-Wochen-Tief.
Anzeige
Thyssenkrupp vor dem Wendepunkt? Diese Analyse zeigt, was Anleger jetzt wissen müssen.
Am 12. Mai folgt der Halbjahresbericht — er soll Klarheit über den Stand der Verhandlungen zum Stahlverkauf an Jindal Steel & Power bringen. Berichten zufolge stockt der Deal wegen Forderungen nach weiteren Kostensenkungen. Parallel hängt die geplante Verselbstständigung der Handelstochter Materials Services davon ab, ob diese im laufenden Quartal eine verbesserte Performance zeigt. Ob Börsengang, Abspaltung oder Verkauf — die Entscheidung soll im Herbst 2026 fallen.
Anzeige
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 25. März liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Zertifikate Party Österreich: Ex-Vorständin Alexandra Baldessarini, ÖVAG, blickt zurück (noch 15 Tage bis zum 20. Zertifikate Award 2026)
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:Austriacard Holdings AG, AT&S, Rosenbauer, Amag, Zumtobel, Semperit, FACC, Strabag, SBO, Wolford, Wiener Privatbank, BTV AG, BKS Bank Stamm, EuroTeleSites AG, CPI Europe AG, Österreichische Post, Telekom Austria, Bajaj Mobility AG, Zalando, Infineon, Porsche Automobil Holding, Fresenius Medical Care, Mercedes-Benz Group, Continental, HeidelbergCement, Siemens Energy, Brenntag, Bayer, Fresenius, BASF, MTU Aero Engines.
Random Partner
DADAT Bank
Die DADAT Bank positioniert sich als moderne, zukunftsweisende Direktbank für Giro-Kunden, Sparer, Anleger und Trader. Alle Produkte und Dienstleistungen werden ausschließlich online angeboten. Die Bank mit Sitz in Salzburg beschäftigt rund 30 Mitarbeiter und ist als Marke der Bankhaus Schelhammer & Schattera AG Teil der GRAWE Bankengruppe.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Österreich-Depots: Stark (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 27.5.: Frequentis (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)
» Nachlese: Robert Gillinger ZFA, Karin Kafesie (audio cd.at)
» PIR-News: Zahlen und Einschätzungen zu Porr, News zu Andritz, Frequentis...
» ATX auf Rekordjagd: Der 100. Handelstag 2026 könnte Geschichte schreiben...
» Wiener Börse Party #1164: ATX auf Niveau Rekord, Bajaj/KTM vs. ATX als M...
» Wiener Börse zu Mittag stärker: Wienerberger, Palfinger und Polytec gesucht
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Robert Gillinger ZFA, 100. Handelstag 2...
» ATX-Trends: Verbund, AT&S, Post, VIG ...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Österreich-Depots: Stark (Depot Kommentar)
- Börsegeschichte 27.5.: Frequentis (Börse Geschich...
- Nachlese: Robert Gillinger ZFA, Karin Kafesie (au...
- #gabb Volumensradar: AT&S (#gabb Radar)
- PIR-News: Zahlen und Einschätzungen zu Porr, News...
- (Christian Drastil)
Featured Partner Video
Börsepeople im Podcast S24/24: Harald Weygand
Harald Weygand ist Mitbegründer der seit einigen Jahren börsenotierten stock3 AG und einer der bekanntesten Charttechniker im deutschsprachigen Raum. Wir sprechen über die Geschichte des Mediums, ü...
Books josefchladek.com
Fabrizio Strada
Strada
2025
89books
Daido Moriyama
Ligh and Shadow (English Version
2019
Getsuyosha, bookshop M
L'électrification de la ligne Paris Le Mans (photos by Roger Schall)
1937
Editions Perceval
Anton Bruehl
Mexico
1933
Delphic Studios
Daido Moriyama
A Hunter (English Version
2019
Getsuyosha, bookshop M
