22.03.2026, 3069 Zeichen
Elon Musk macht Ernst bei der Transformation vom Autobauer zum KI-Konzern. Am Samstag nahm Tesla seine neue "Terafab"-Anlage in Betrieb und steigt damit direkt in die hochkomplexe Chip-Produktion ein. Das gigantische Projekt soll die Abhängigkeit von externen Zulieferern beenden und die Hardware-Basis für autonomes Fahren sowie humanoide Roboter sichern.
Milliarden-Investment in KI
Das Investitionsvolumen hat es in sich. Rund 25 Milliarden US-Dollar fließen in das Terafab-Projekt, das Logikverarbeitung, Datenspeicher und fortschrittliches Packaging unter einem Dach vereint. Eine solche vertikale Integration der Chip-Herstellung kannte man in dieser Größenordnung bisher fast nur aus Taiwan oder Südkorea. Ziel der Anlage ist es, jährlich bis zu 200 Milliarden maßgeschneiderte KI- und Speicherchips zu produzieren.
Zunächst steht der KI5-Chip im Fokus, dessen erste Kleinserien noch in diesem Jahr anlaufen sollen, bevor 2027 die Massenproduktion startet. Gleichzeitig drückt CEO Elon Musk weiter aufs Tempo. Bereits im Dezember dieses Jahres könnte das Design für die nächste Generation, den KI6-Chip, abgeschlossen sein. Diese massive Hardware-Offensive ist zwingend notwendig, um die ehrgeizigen Pläne rund um das Full Self-Driving (FSD) und die Optimus-Roboter mit der nötigen Rechenleistung zu versorgen.
Abseits des klassischen Autogeschäfts
Neben der Chip-Fertigung treibt der Konzern die Diversifizierung auch in anderen Bereichen voran. Jüngste Stellenausschreibungen deuten auf einen baldigen Markteintritt im indischen Energiespeicher-Sektor hin. Indien baut seine Kapazitäten für erneuerbare Energien massiv aus und strebt bis 2030 rund 500 Gigawatt an, was Tesla lukrative neue Einnahmequellen eröffnen könnte.
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An der Börse spiegeln sich diese langfristigen Visionen derzeit nur bedingt wider. Die Aktie beendete die Handelswoche am Freitag mit einem Abschlag von gut drei Prozent bei 318,85 Euro und verzeichnet seit Jahresbeginn ein Minus von knapp 15 Prozent. Verantwortlich für die Zurückhaltung der Anleger ist das klassische Fahrzeuggeschäft. Während die Auslieferungen in den USA im Februar den fünften Monat in Folge sanken, sorgte zumindest der chinesische Markt mit einem dreistelligen Absatzplus beim Model Y für einen Lichtblick.
Die künftige Bewertung des Unternehmens hängt nun maßgeblich davon ab, wie schnell die neue Terafab-Anlage ihre anvisierte Startkapazität von 100.000 Wafern pro Monat erreicht. Gelingt die reibungslose Skalierung der eigenen Chip-Produktion, untermauert Tesla seinen Anspruch als dominierende KI-Plattform abseits des reinen Fahrzeugverkaufs.
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Börsepeople im Podcast S25/01: Christian Drastil (Plan CD)
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