21.03.2026, 3121 Zeichen
OHB hat am Mittwoch gleich doppelt geliefert: testierter Jahresabschluss für 2025 und ein neuer Großauftrag aus dem Weltraum. Die Zahlen überzeugen — doch im Hintergrund formiert sich ein Konkurrent, der die Bremer künftig herausfordern dürfte.
Starke Zahlen, volle Bücher
Die Gesamtleistung kletterte 2025 auf 1,25 Milliarden Euro, nach 1,03 Milliarden im Vorjahr — ein Zuwachs von gut 21 Prozent. Das bereinigte EBITDA stieg von 111 auf 126 Millionen Euro. Noch aufschlussreicher ist der Auftragsbestand: Mit 3,19 Milliarden Euro liegt er rund 34 Prozent über dem Vorjahreswert von 2,38 Milliarden Euro. Der Löwenanteil entfällt mit 2,51 Milliarden Euro auf das Kernsegment Space Systems. Die Dividende bleibt bei 0,60 Euro je Aktie — unverändert gegenüber dem Vorjahr.
Parallel meldete OHB Sweden einen Auftrag über 248 Millionen Euro für das Programm EPS-Sterna: 20 Kleinsatelliten für EUMETSAT, die europäische Wetterbehörde. Die Konstellation soll ab 2029 kontinuierlich meteorologische Daten aus der Arktis liefern und bis mindestens 2042 in Betrieb bleiben. Laut OHB handelt es sich um den größten Satelliten-Auftrag der schwedischen Raumfahrtgeschichte. Grundlage ist der Arctic Weather Satellite, den OHB Sweden bereits als Demonstrator im Orbit hat — ein Vorteil, der bei der Auftragsvergabe offensichtlich zählte.
Ambitionierte Ziele, wachsender Wettbewerb
Für die kommenden Jahre hat OHB klare Zielmarken gesetzt: 1,4 Milliarden Euro Gesamtleistung bei 11 Prozent EBITDA-Marge in 2026, 1,7 Milliarden bei 12 Prozent in 2027 — und ab 2028 mehr als 2,0 Milliarden Euro. Rückenwind liefern steigende Budgets: Die ESA zeichnete für 2026 bis 2028 ein Rekordbudget von 22,3 Milliarden Euro, Deutschland plant 35 Milliarden Euro für militärische Weltrauminfrastruktur, und der EU-Haushalt 2028 bis 2034 sieht 131 Milliarden Euro für Resilienz, Verteidigung und Raumfahrt vor.
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Reicht das politische Rückenwind-Szenario, um die geplante Fusion der Raumfahrtsparten von Airbus, Thales und Leonardo zu kontern? Die neue Einheit würde einen deutlich schwergewichtigeren Konkurrenten schaffen — gerade bei strategischen Großprojekten wie dem Bundeswehr-Satellitennetzwerk SATCOMBw mit über 1.000 Satelliten. OHB gilt als Kandidat, doch das Vergabeverfahren könnte sich durch den entstehenden Wettbewerb um mehrere Monate verzögern.
Mit einem angestrebten Auftragseingang von rund 3 Milliarden Euro jährlich und einer prall gefüllten Projektpipeline steht OHB strukturell gut da. Ob das Bremer Unternehmen seine Marktposition gegen den neuen europäischen Raumfahrtgiganten verteidigen kann, entscheidet sich an konkreten Vergaben — allen voran SATCOMBw.
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