21.03.2026, 2990 Zeichen
UniCredit hat das Angebot gemacht — nun liegt das Schicksal der Commerzbank bei den Behörden. Seit dem formellen Übernahmegebot vom 16. März 2026 dreht sich die entscheidende Frage nicht mehr um Prämien oder Synergien, sondern um eine komplexe Genehmigungskette, die von Frankfurt über Berlin bis Brüssel reicht.
Ein Angebot mit Kalkül
Die Struktur des Angebots ist bewusst schlicht gehalten: UniCredit bietet 0,485 neue eigene Aktien je Commerzbank-Anteil — rechnerisch rund 30,80 Euro und damit lediglich vier Prozent über dem Schlusskurs vom 13. März. Das Ziel ist zunächst, die 30-Prozent-Schwelle im deutschen Übernahmerecht zu knacken, ab der ein formelles Pflichtangebot an alle Aktionäre fällig wird. Eine Abstimmung mit der Commerzbank fand nicht statt.
Das Frankfurter Institut reagierte entsprechend kühl: Das Angebot enthalte keine Informationen zu den Eckpfeilern einer wertstiftenden Transaktion, hieß es offiziell. Betriebsratschef Sascha Uebel nannte das Vorgehen „geschäftsschädigend". Auch die Bundesregierung, die mit rund zwölf Prozent beteiligt ist, lehnt einen Verkauf weiterhin ab — ebenso wie Management, Gewerkschaften und Belegschaft.
Das Zünglein an der Waage: EU-Kommission
Regulatorisch wird es kompliziert. BaFin und EZB müssen das Angebot prüfen, doch das Bundeskartellamt hat klargestellt, dass bei einem tatsächlichen Kontrollerwerb die EU-Kommission zuständig wäre. „Dann wäre aber die EU-Kommission zuständig", sagte ein Sprecher der Bonner Behörde. Dieser Prozess könnte Monate dauern und Bedingungen erzwingen.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp setzt unterdessen auf operative Stärke als Argument für die Eigenständigkeit: Das operative Ergebnis 2024 stieg auf 4,5 Milliarden Euro, der Ausblick für 2026 wurde auf über 3,2 Milliarden Euro angehoben. Trotz Rekordgewinns kündigte Orlopp den Abbau von rund 3.900 Stellen an — ein Signal, dass die Bank ihre Hausaufgaben selbst erledigen will.
Anzeige
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?
Drei Termine im Blick
Die nächsten Weichenstellungen sind terminiert:
- 4. Mai 2026: Außerordentliche UniCredit-Hauptversammlung zur Entscheidung über die notwendige Kapitalerhöhung
- 8. Mai 2026: Quartalszahlen der Commerzbank
- 20. Mai 2026: Commerzbank-Hauptversammlung — Betriebsrat und Belegschaft dürften mit Aktionen präsent sein
Der Aktienkurs spiegelt die Unsicherheit wider. Mit einem Minus von knapp 17 Prozent seit Jahresbeginn und einem RSI von 27,5 zeigt die Aktie überverkaufte Werte — der Markt wartet auf Klarheit aus Brüssel, bevor er eine Richtung findet.
Anzeige
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 21. März liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Wiener Börse Party #1220: ATX 34 Jahre nach Low stark, Bajaj 13% Plus, AT&S toppt Douglas Adams, Bawag 1000, Do&Co vs. Andritz
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:Bajaj Mobility AG, Rosenbauer, Österreichische Post, Austriacard Holdings AG, EuroTeleSites AG, Amag, ATX, ATX TR, ATX NTR, AT&S, ATX Prime, Andritz, Semperit, Wienerberger, CA Immo, Rosgix, Kapsch TrafficCom, Verbund, Wolford, Flughafen Wien, CPI Europe AG, Porr, Telekom Austria, UBM.
Random Partner
Erste Group
Gegründet 1819 als die „Erste österreichische Spar-Casse“, ging die Erste Group 1997 mit der Strategie, ihr Retailgeschäft in die Wachstumsmärkte Zentral- und Osteuropas (CEE) auszuweiten, an die Wiener Börse. Durch zahlreiche Übernahmen und organisches Wachstum hat sich die Erste Group zu einem der größten Finanzdienstleister im östlichen Teil der EU entwickelt.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Inside Umbrella: Tesla und IBM fliegen raus, SpaceX und TKMS neu an Bord...
» ATX nahe Rekordhoch: AT&S, Bawag, Bajaj, Do&Co und Andritz mit Meilenste...
» Wiener Börse Party #1220: ATX 34 Jahre nach Low stark, Bajaj 13% Plus, A...
» Österreich-Depots: Auf All-time-High-Kurs (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 13.8.: Extremes zum ATX und zur Addiko Bank (Börse Gesch...
» Nachlese: Jana Micka Deutsche Börse, Simone Korbelius Excellence Award (...
» PIR-News zu Semperit, Polytec, Addiko, DO & CO, Frequentis, Post (Chris...
» Wiener Börse zu Mittag etwas fester: Bajaj Mobility, Do&Co und Semperit ...
» Vom Praktikum zur Privatanleger-Expertin: Jana Micka und ihr Weg bei der...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Wiener Börse Nebenwerte-Blick: Bajaj Mobility ste...
- Wiener Börse: ATX legt am Donnerstag 0,27 Prozent zu
- Inside Umbrella: Tesla und IBM fliegen raus, Spac...
- ATX nahe Rekordhoch: AT&S, Bawag, Bajaj, Do&Co un...
- Wiener Börse Party #1220: ATX 34 Jahre nach Low s...
- Neue Bilder: Jana Micka, Heinz Walter, Simone Kor...
Featured Partner Video
Wiener Börse Party #1213: ATX mit AT&S gestern, ATX Five Race geht mit vier Titeln um zwei Plätze in heisse Phase, auch ATX spannend
Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...
Books josefchladek.com
John Gossage
There and Gone
1997
Nazraeli
Fabrizio Strada
Strada
2025
89books
Ola Rindal
Road to The Farm
2026
Poursuite
