07.03.2026, 3714 Zeichen
Eine neue Studie der Techniker Krankenkasse schlägt Alarm: Im akademischen Betrieb leiden zwei Drittel der Führungskräfte unter Dauerstress. Die Erschöpfung greift von oben auf ganze Teams über.
Alarmierende Zahlen aus dem Wissenschaftsbetrieb
Die sogenannte PROFESS-Studie, gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt, zeigt ein düsteres Bild. Knapp zwei Drittel der befragten Professorinnen und Professoren fühlen sich häufig oder ständig gestresst. Acht Prozent erlitten in den letzten sechs Monaten sogar ein handfestes Burnout.
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Die Arbeitsbelastung ist enorm: Im Schnitt arbeiten die Befragten 54 Stunden pro Woche. Sie jonglieren permanent zwischen Lehre, Forschung, Drittmittelakquise und Verwaltung. Für 85 Prozent gefährden diese Anforderungen die eigene Gesundheit spürbar.
Der Teufelskreis der Erschöpfung
Der Stress bleibt nicht an der Spitze. Er überträgt sich direkt auf Mitarbeiter und Studierende. Rund 62 Prozent der Professoren sehen ihre Teams stark beansprucht. Bei den Studierenden schätzen sogar 71 Prozent der Lehrenden die Belastung als hoch ein.
Ein gefährlicher Kreislauf entsteht: Überlastete Führungskräfte haben keine Zeit, als gesunde Vorbilder zu agieren. Die ständige Erreichbarkeit, auch an Wochenenden, treibt die Spirale weiter nach unten. Was bleibt, sind sinkende Resilienz und mehr Krankmeldungen.
Fehlende Hilfe von den Arbeitgebern
Doch wo bleibt die Unterstützung? Die Studie offenbart ein massives Defizit: Rund 40 Prozent der Befragten erhalten keinerlei Ressourcen zur Gesundheitsförderung von ihrer Institution. Nur ein knappes Fünftel weiß überhaupt, ob der Arbeitgeber hier aktiv ist.
Experten sind sich einig: Ein bisschen Yoga reicht nicht. Es braucht tiefgreifende Veränderungen. Dazu gehören klare Arbeitszeitgrenzen, weniger Bürokratie und eine Kultur des Vertrauens. Auch echtes Abschalten – digital und mental – wird zur Überlebensstrategie.
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Kulturwandel im Museum und am Arbeitsplatz
Passend zum Thema startet heute im Deutschen Hygiene-Museum Dresden eine große Ausstellung zur mentalen Gesundheit. Sie stellt die gesellschaftlichen Bedingungen von Krisen in den Mittelpunkt und kritisiert den Zwang zur permanenten Produktivität.
Die Botschaft ist klar: Mentale Gesundheit ist Chefsache. Führungskräfte prägen die Kultur. Agieren sie am Limit, fehlt der gesamten Organisation der Taktgeber für ein gesundes Miteinander. Die Verantwortung für bessere Rahmenbedingungen liegt bei den Arbeitgebern.
Ein Problem der gesamten Arbeitswelt
Die Studie fügt sich in ein alarmierendes Gesamtbild. Psychische Erkrankungen sind längst einer der Hauptgründe für lange Arbeitsausfälle. Der Druck ist bei jungen Arbeitnehmern der Generation Z besonders hoch – fast die Hälfte leidet unter starkem Stress.
Die wirtschaftlichen Kosten durch Produktivitätsverluste gehen in die Milliarden. Klar wird: Traditionelle Benefits reichen nicht mehr. Unternehmen stehen vor einer grundlegenden Aufgabe. Wer im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen will, muss die toxischen Strukturen in den eigenen Reihen angehen.
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