11.03.2026, 3486 Zeichen
Der Nasdaq 100 hat heute die Marke von 25.000 Punkten zurückerobert – und das fast im Alleingang dank Oracle. Während S&P 500 und Dow Jones kaum vom Fleck kommen, hebt ein einziger Quartalsbericht den gesamten Tech-Index an.
Oracle als Kurstreiber
Oracle legte im vorbörslichen Handel rund 9,6 Prozent zu und notierte bei etwa 163,89 Dollar. Im Handelsverlauf weitete sich das Plus auf rund 13 Prozent aus. Der Auslöser: Im dritten Geschäftsquartal erzielte das Unternehmen einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,79 Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 1,70 Dollar. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 17,19 Milliarden Dollar – auch das lag über den erwarteten 16,91 Milliarden.
Besonders das Cloud-Geschäft überzeugte. Die Infrastruktursparte (IaaS) wuchs um 84 Prozent, nach 68 Prozent im Vorquartal. Dazu erhöhte Oracle seinen Umsatzausblick für das Geschäftsjahr 2027 um eine Milliarde auf 90 Milliarden Dollar – Analysten hatten lediglich 86,6 Milliarden erwartet. JPMorgan stufte die Aktie daraufhin auf „Overweight" hoch und nannte ein Kursziel von 210 Dollar. Jefferies bekräftigte sein Kaufvotum mit einem Ziel von 320 Dollar.
Die Strahlwirkung war unmittelbar spürbar: Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF (IGV), in dem Oracle viertgrößte Position ist, legte vorbörslich rund ein Prozent zu.
Geopolitik bremst den Aufwärtstrend
Trotz des positiven Oracle-Impulses bleibt das Marktumfeld belastet. Eskalationen im Persischen Golf – Iran griff drei Frachtschiffe in der Straße von Hormus an – treiben den Ölpreis weiter an. Rohöl verteuerte sich im Tagesverlauf um 3,55 Dollar. Das belastet zinssensitive Sektoren und hält die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bei 4,136 Prozent.
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Die Februar-Inflationsdaten lieferten zunächst Entlastung: Der CPI stieg monatlich um 0,3 Prozent, die Jahresrate liegt bei 2,4 Prozent – beides exakt im Rahmen der Erwartungen. Auch der Kern-CPI traf mit 0,2 Prozent monatlich und 2,5 Prozent jährlich die Prognosen punktgenau. Allerdings spiegeln diese Zahlen den jüngsten Ölpreisanstieg noch nicht wider. Sonu Varghese, Chefstratege der Carson Group, formulierte es direkt: „Der Februar-CPI war erwartungsgemäß – aber das ist die Ruhe vor dem Sturm, der sich durch steigende Benzinpreise im März zeigen wird."
Ausblick: FOMC-Entscheidung rückt näher
Technisch bleibt die 25.000-Punkte-Marke vorerst die entscheidende Orientierungsgröße. Widerstand liegt bei 25.131 und im Bereich 25.500 Punkten, wo die 50- und 200-Tage-Linie zusammenlaufen. Nach oben bleibt 26.000 Punkte die zentrale Hürde, die mit den bisherigen Allzeithochs zusammenfällt.
Der VIX notiert bei rund 25,50 und signalisiert weiterhin erhöhte Nervosität. Nach Börsenschluss deuten Nasdaq-Futures auf ein leichtes Minus von 0,2 Prozent hin. Das nächste große Ereignis ist das FOMC-Meeting am 17. und 18. März – eine Zinsänderung gilt als nahezu ausgeschlossen, doch neue Eskalationen im Nahen Osten oder überraschende PCE-Daten könnten die Stimmung rasch drehen.
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