11.03.2026, 2667 Zeichen
Starke Zahlen für 2025, aber ein gedämpfter Ausblick – das ist die Mischung, die Lindt & Sprüngli-Aktionären heute den Appetit verdirbt. Der Kursrutsch von über zehn Prozent spricht eine deutliche Sprache.
Glänzende Vergangenheit, trübe Aussichten
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 liest sich auf den ersten Blick beeindruckend. Der Gesamtumsatz kletterte um 8,2 Prozent auf 5,92 Milliarden Franken. Der Reingewinn stieg auf 727,2 Millionen Franken – ein Plus gegenüber den 672,3 Millionen Franken aus dem Vorjahr. Auch operativ lief es rund: Das Ebit wuchs um 9,8 Prozent auf 971 Millionen Franken, die operative Marge verbesserte sich leicht auf 16,4 Prozent.
Doch hinter den Zahlen steckt ein Haken. Das Wachstum kam vor allem durch die größte Preiserhöhung der Unternehmensgeschichte zustande – nicht durch mehr verkaufte Tafeln Schokolade. Tatsächlich sank das abgesetzte Volumen spürbar. Der Premiumhersteller verkaufte schlicht weniger, verdiente aber mehr pro Stück. Ein Modell mit Ablaufdatum, wie die heutige Marktreaktion zeigt.
Gedrosselte Erwartungen belasten die Stimmung
Für 2026 rechnet das Unternehmen nun mit einem organischen Umsatzwachstum von vier bis sechs Prozent. Bislang hatte es sechs bis acht Prozent in Aussicht gestellt. Als Begründung nennt der Konzern die eingetrübte Konsumentenstimmung, die unter anderem auf den anhaltenden Nahostkonflikt zurückzuführen sei. Gleichzeitig will Lindt & Sprüngli 2026 wieder stärker über Volumenwachstum punkten – also tatsächlich mehr Schokolade absetzen statt nur höhere Preise durchzusetzen.
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Ob dieser Schwenk gelingt, bezweifeln Anleger offenbar. Der Kursrutsch von mehr als zehn Prozent heute signalisiert, dass der Markt die neue Wachstumsstrategie mit Skepsis beäugt. Angesichts einer gedämpften Verbraucherstimmung und eines schwierigen Umfelds ist die Messlatte für das laufende Jahr hoch gelegt – zumindest was die Erwartungshaltung der Investoren betrifft.
Der breitere Schweizer Aktienmarkt zeigte sich heute derweil robust: Der SMI schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 13.065 Punkten. Lindt & Sprüngli stach damit als klarer Ausreißer nach unten hervor.
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