14.05.2025, 3244 Zeichen
Klagenfurt am Wörthersee (OTS) - Nicht zur Tagesordnung übergehen
will Kärntens
Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl nach der unerwarteten
Verschiebung der ÖBB-Investitionen in die Logistikdrehscheibe Villach
-Fürnitz. „Da wird im Feber 2024 mit großem Trara im Spiegelsaal ein
‚Memorandum of Understanding‘ über 73 Millionen Euro unterzeichnet
von ÖBB-Chef Matthä, Landeshauptmann Kaiser und Wirtschaftslandesrat
Schuschnig. Und nachdem bis heute in Fürnitz nichts weitergegangen
ist, lassen uns die ÖBB gestern über die Medien wissen, dass sie ihre
vereinbarte Leistung vorerst einmal auf zwei Jahre verschieben. Man
muss sich wirklich fragen, was Unterschriften unter Verträgen
eigentlich noch wert sind.“
Kärnten im Hintertreffen
Diese Frage meint Mandl nicht rhetorisch, sondern richtet sie
konkret an die Kärntner Landesregierung: „Ich halte diese
Vorgehensweise der ÖBB für inakzeptabel. Die Koralmbahn und die
jahrelangen Vorarbeiten für den europaweit einzigartigen Zollkorridor
von Fürnitz zum Hafen Triest gehören zu den wichtigsten
Standortprojekten Kärntens zumindest in diesem Jahrzehnt. Und die ÖBB
lassen uns dabei in verantwortungsloser Weise hängen!“ Die
Wirtschaftskammer habe nach der pompösen Vorvertragsunterzeichnung
mit der Landesregierung eine Studie präsentiert, die den
wirtschaftlichen Nutzen und die Chancen moderner Logistikzentren mit
Anbindung an die Baltisch-Adriatische Achse und den Alpen-Adria-Raum
eindrucksvoll belege. Mandl: „Die neuerliche Verschiebung der
notwendigen Investitionen lässt Kärnten weiter ins Hintertreffen
rücken, während das Cargo Center Graz und das ÖBB-Frachtterminal Wels
massiv ausgebaut werden und die Konkurrenz auch in den Nachbarländern
nicht schläft.“
Landespolitik soll den Weg ebnen
Nun sei die Kärntner Landesregierung, im Besonderen
Landeshauptmann Kaiser, gefordert, die vitalen Interessen des Südens
auch beim neuen Infrastrukturminister durchzusetzen. Mandl: „Über die
wirtschaftliche Zukunft Kärntens wird nicht Herr Matthä entscheiden.
Ich ersuche den Herrn Landeshauptmann, diesem wichtigen
Zukunftsprojekt bei seinen Parteikollegen in der Bundesregierung
endlich den Weg zu ebnen.“ Kärnten liege an der Schnittstelle von
zwei der wichtigsten europäischen Bahnfrachtkorridore (Baltisch-
Adriatische und Alpen-Westbalkanachse), werde aber gezielt daran
gehindert, diesen enormen Standortvorteil als Logistikdrehscheibe zu
nutzen, kritisiert Mandl: „Pacta sunt servanda, die ÖBB sollen sich
endlich an Vereinbarungen halten!“
Vertane Standortchancen
Auch die europaweite Einzigartigkeit eines Zollkorridors zwischen
dem Hafen Triest und dem Logistik Center Austria Süd könne ohne den
bereits mehrfach verschobenen und hinausgezögerten Ausbau keine
Wirkung entfalten. Während Kärnten also fortgesetzt benachteiligt
werde, investiert die ÖBB in Wels seit 2024 70 Millionen Euro, das
Cargo Terminal Graz wurde durch ebenfalls 70 Millionen Investition
soeben um zehn Hektar erweitert und an die Koralmbahn angebunden.
Mandl: „Ich protestiere gegen diese Behandlung Kärntens und rufe die
Landespolitik dazu auf, diese dreiste Benachteiligung im
Logistikbereich abzustellen und vertane Standortchancen, verlorenes
Wachstum und verhinderten Wohlstandszuwachs für das Land nicht weiter
hinzunehmen!“
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