Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.







Magazine aktuell


#gabb aktuell



30.04.2025, 4782 Zeichen

Mit Donald Trump und seiner Administration, die aus dem Boot-Camp der Volkswirtschaft entstammen könnte, hat die Welt ein Problem bekommen, das schwer zu fassen ist. Denn jedes Ungemach, jeder Schmerz, jede ökonomische Unwucht benötigt einen Zustand um behandelbar zu werden: die Ursache und das Ziel müssen erkennbar sein. Alles andere wird zum Unfall, zum Risiko. Hinter den erratischen Agitationen der neuen US-Administration ist der Plan wenn, dann aber nur schematisch erkennbar und wohl auch deswegen nicht für jedermann greifbar, weil sich hinter den Erklärungsversuchen Annahmen verstecken, die sich nicht immer mit herkömmlicher Volkswirtschafts-Lehre in Einklang bringen lassen.

Aktuelle Beispiele dafür gibt es viele. Ob es die Wirkung von Zöllen ist, die Behandlung von Zinsen im Allgemeinen, die unkaschierte Artikulierung von Begehrlichkeiten, quasi als Befehl zur Übergabe, oder einfach nur die inhaltlichen 180 Grad-Wendungen im 24 Stunden-Takt. Donald Trumps Hauptziel dürfte es zusätzlich sein, in den Medien, insbesondere TV, täglich seine Show abziehen zu können. Und das Publikum braucht natürlich Futter. Wie in einer Sitcom gilt es den „Spaß-Faktor“, gemeinsam mit dem „Überraschungs-Effekt“, zu einem gesamthaften Spannungsbogen empor zu adeln und somit die eigene Wichtigkeit, aber auch den Willen des Volkes, immer in Griffweite zu wissen. Vielleicht ist die US-Politik daher nur eine Art Spielwiese für Donald Trump. Vielleicht steckt aber auch mehr dahinter.

Die USA haben ein ziemliches volkswirtschaftliches Problem. Sie haben enorm hohe Schulden angehäuft. Von dort kommen sie so rasch nicht herunter. Der US-Konsument hat, am Rücken einer globalen Leitwährung, die sich in sich selbst verschulden kann, die letzten Jahrzehnte hemmungslos im Ausland eingekauft. Die Emission von US-Staatsanleihen, den Treasuries, hat dafür gesorgt, dass dies auch immer refinanzierbar war. Das Ausland hat dem US-Konsument die gewünschten Waren geliefert, die USA haben damit Schulden gemacht und diese Schulden mit Treasuries finanziert. Der Bestand an US-Treasuries in ausländischen Depots spricht eine eindeutige Sprache. Natürlich ist das T-Shirt aus Bangladesch billiger als es jenes aus Texas wäre. Natürlich zahlen die Ukrainer gerne für die Raketen und Flugzeuge aus den USA, die ihnen den Vladimir vom Hals halten helfen. Jeder was er kann, möge man meinen. Nur, das jetzt umzukehren und den Kotau zu befehlen, dankbar sein zu müssen, dass man dies tut, ist eine Umkehr der Tatsachen. Gezwungen hat die USA keiner, im Ausland billig einzukaufen. Aber um das geht es wohl gar nicht. Es geht offensichtlich um die erwähnten Schulden. Wie bekommt man die los, bevor der Sack nicht mehr zu geht, und die Rating Agenturen beginnen Mut zu fassen? Gerade in einem globalen Kampf der Emotionen, wo die jeweils eigenen Positionen vehement verteidigt werden, wird Refinanzierung zur erschwerten Aufgabe. Zölle könnten einen Effekt der Finanzierung in sich tragen. Aber wie lange? Und zu welchem Preis? Die Inflation wird sich nicht verstecken, und Gerome Powell ebenso wenig. Die Schere wird wohl bei den US-Treasuries direkt angesetzt werden.

Es ist kein Zufall, dass man zuletzt immer wieder die Fantasie 100-jähriger US-Staatsanleihen in den Medien vernimmt. Wie ein Test eines Meinungsforschers wird man mittlerweile regelmäßig über solche Instrumente „gebrieft“. Österreich hat hier eine zu einiger Berühmtheit gelangte Reputation nachdem in den letzten Jahren drei 100-Jährige von uns emittiert wurden. Das würden die USA wohl auch machen wollen. Nur löst man damit nicht das bestehende Problem der übermäßigen Verschuldung, sondern streckt nur künftige Emissions-Brücken. Was aber, wenn der Umtausch bestehender 10-jähriger Treasuries in 100-jährige quasi angeordnet würde? Oder noch besser, sich danach die Zinsen dieser Instrumente anders abbilden ließen als jetzt? Tiefer, und erst in einigen Jahren stärker steigend? Oder was, wenn gleich zinslose Instrumente die Depots der Pensionskassen, Versicherungen oder Bankreserven fluten „dürfen“? Ein Gedanke der sich mehr und mehr als Bedrohungsszenario in den Köpfen von Marktbeobachtern einnistet. Ach ja, und dem Argument, dass man sonst eben den US-Raum als Investor verlassen würde, kann man ja mit globalem Verteidigungs-Schutz, oder Zolldrohungen, oder Entzug von Technologie begegnen. Kaum vor einem halben Jahr denkbare Varianten werden plötzlich zum Gespenst unter dem Bett.

Übrigens, Österreich hat 2020 eine 100-jährige Nullkuponanleihe emittiert. Die läuft noch 95 Jahre, bis sie zu 100 getilgt wird. Deren Kurs ist aktuell, bei einer Rendite von 3,50%, bei … 3,784. Kein Scherz. Happy Zinseszins machts möglich.

(Der Input von Wolfgang Matejka für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 30.04.)



BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Wiener Börse Party #1081: ATX deutlich über den alten Rekorden, Big Day für Strabag und auch Addiko Bank, 25.000 bei Boris Nemsic




 

Bildnachweis

1. mind the #gabb

Aktien auf dem Radar:Kapsch TrafficCom, EuroTeleSites AG, RHI Magnesita, Austriacard Holdings AG, Zumtobel, Agrana, CA Immo, Polytec Group, voestalpine, Addiko Bank, DO&CO, Bajaj Mobility AG, RBI, Strabag, Wiener Privatbank, BKS Bank Stamm, Athos Immobilien, Oberbank AG Stamm, SW Umwelttechnik, Amag, EVN, CPI Europe AG, OMV, Österreichische Post, Telekom Austria, Verbund.


Random Partner

Vontobel
Als internationales Investmenthaus mit Schweizer Wurzeln ist Vontobel auf die Bereiche Private Clients und Institutional Clients spezialisiert. Der Erfolg in diesen Bereichen gründet auf einer Kultur der Eigenverantwortung und dem Bestreben, die Erwartungen der Kundinnen und Kunden zu übertreffen.

>> Besuchen Sie 59 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 22-23: Kontron(1)
    CorpoFin zu Bawag
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 20-21: Uniqa(1)
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 19-20: Strabag(2), Verbund(1), Wienerberger(1)
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 18-19: Strabag(2)
    Scheid zu Wienerberger
    Scheid zu Flughafen Wien
    Star der Stunde: EVN 2.03%, Rutsch der Stunde: Strabag -0.73%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 17-18: Kontron(2), Andritz(1), Wienerberger(1), Porr(1), Strabag(1)

    Featured Partner Video

    BörseGeschichte Podcast: Herbert Ortner vor 10 Jahren zum ATX-25er

    Der ATX wurde dieser Tage 35. Rund um "25 Jahre ATX" haben wir im Dezember 2015 und Jänner 2016 eine grossangelegte Audioproduktion mit dem Ziel einer Fest-CD gemacht, die auch auf Audible als Hörb...

    Books josefchladek.com

    Joselito Verschaeve
    As Long as the Sun Lasts
    2025
    Void

    Ray K. Metzker
    City Lux
    2025
    Ludion Publishers

    Thonet
    Stahlrohrmöbel (Catalogue 1934)
    1934
    Selbstverlag

    JH Engström
    Dimma Brume Mist
    2025
    Void

    Pedro J. Saavedra
    Donde el viento da la vuelta
    2023
    Self published

    Wolfgang Matejka über den DEAL hinter dem Deal (Wolfgang Matejka)


    30.04.2025, 4782 Zeichen

    Mit Donald Trump und seiner Administration, die aus dem Boot-Camp der Volkswirtschaft entstammen könnte, hat die Welt ein Problem bekommen, das schwer zu fassen ist. Denn jedes Ungemach, jeder Schmerz, jede ökonomische Unwucht benötigt einen Zustand um behandelbar zu werden: die Ursache und das Ziel müssen erkennbar sein. Alles andere wird zum Unfall, zum Risiko. Hinter den erratischen Agitationen der neuen US-Administration ist der Plan wenn, dann aber nur schematisch erkennbar und wohl auch deswegen nicht für jedermann greifbar, weil sich hinter den Erklärungsversuchen Annahmen verstecken, die sich nicht immer mit herkömmlicher Volkswirtschafts-Lehre in Einklang bringen lassen.

    Aktuelle Beispiele dafür gibt es viele. Ob es die Wirkung von Zöllen ist, die Behandlung von Zinsen im Allgemeinen, die unkaschierte Artikulierung von Begehrlichkeiten, quasi als Befehl zur Übergabe, oder einfach nur die inhaltlichen 180 Grad-Wendungen im 24 Stunden-Takt. Donald Trumps Hauptziel dürfte es zusätzlich sein, in den Medien, insbesondere TV, täglich seine Show abziehen zu können. Und das Publikum braucht natürlich Futter. Wie in einer Sitcom gilt es den „Spaß-Faktor“, gemeinsam mit dem „Überraschungs-Effekt“, zu einem gesamthaften Spannungsbogen empor zu adeln und somit die eigene Wichtigkeit, aber auch den Willen des Volkes, immer in Griffweite zu wissen. Vielleicht ist die US-Politik daher nur eine Art Spielwiese für Donald Trump. Vielleicht steckt aber auch mehr dahinter.

    Die USA haben ein ziemliches volkswirtschaftliches Problem. Sie haben enorm hohe Schulden angehäuft. Von dort kommen sie so rasch nicht herunter. Der US-Konsument hat, am Rücken einer globalen Leitwährung, die sich in sich selbst verschulden kann, die letzten Jahrzehnte hemmungslos im Ausland eingekauft. Die Emission von US-Staatsanleihen, den Treasuries, hat dafür gesorgt, dass dies auch immer refinanzierbar war. Das Ausland hat dem US-Konsument die gewünschten Waren geliefert, die USA haben damit Schulden gemacht und diese Schulden mit Treasuries finanziert. Der Bestand an US-Treasuries in ausländischen Depots spricht eine eindeutige Sprache. Natürlich ist das T-Shirt aus Bangladesch billiger als es jenes aus Texas wäre. Natürlich zahlen die Ukrainer gerne für die Raketen und Flugzeuge aus den USA, die ihnen den Vladimir vom Hals halten helfen. Jeder was er kann, möge man meinen. Nur, das jetzt umzukehren und den Kotau zu befehlen, dankbar sein zu müssen, dass man dies tut, ist eine Umkehr der Tatsachen. Gezwungen hat die USA keiner, im Ausland billig einzukaufen. Aber um das geht es wohl gar nicht. Es geht offensichtlich um die erwähnten Schulden. Wie bekommt man die los, bevor der Sack nicht mehr zu geht, und die Rating Agenturen beginnen Mut zu fassen? Gerade in einem globalen Kampf der Emotionen, wo die jeweils eigenen Positionen vehement verteidigt werden, wird Refinanzierung zur erschwerten Aufgabe. Zölle könnten einen Effekt der Finanzierung in sich tragen. Aber wie lange? Und zu welchem Preis? Die Inflation wird sich nicht verstecken, und Gerome Powell ebenso wenig. Die Schere wird wohl bei den US-Treasuries direkt angesetzt werden.

    Es ist kein Zufall, dass man zuletzt immer wieder die Fantasie 100-jähriger US-Staatsanleihen in den Medien vernimmt. Wie ein Test eines Meinungsforschers wird man mittlerweile regelmäßig über solche Instrumente „gebrieft“. Österreich hat hier eine zu einiger Berühmtheit gelangte Reputation nachdem in den letzten Jahren drei 100-Jährige von uns emittiert wurden. Das würden die USA wohl auch machen wollen. Nur löst man damit nicht das bestehende Problem der übermäßigen Verschuldung, sondern streckt nur künftige Emissions-Brücken. Was aber, wenn der Umtausch bestehender 10-jähriger Treasuries in 100-jährige quasi angeordnet würde? Oder noch besser, sich danach die Zinsen dieser Instrumente anders abbilden ließen als jetzt? Tiefer, und erst in einigen Jahren stärker steigend? Oder was, wenn gleich zinslose Instrumente die Depots der Pensionskassen, Versicherungen oder Bankreserven fluten „dürfen“? Ein Gedanke der sich mehr und mehr als Bedrohungsszenario in den Köpfen von Marktbeobachtern einnistet. Ach ja, und dem Argument, dass man sonst eben den US-Raum als Investor verlassen würde, kann man ja mit globalem Verteidigungs-Schutz, oder Zolldrohungen, oder Entzug von Technologie begegnen. Kaum vor einem halben Jahr denkbare Varianten werden plötzlich zum Gespenst unter dem Bett.

    Übrigens, Österreich hat 2020 eine 100-jährige Nullkuponanleihe emittiert. Die läuft noch 95 Jahre, bis sie zu 100 getilgt wird. Deren Kurs ist aktuell, bei einer Rendite von 3,50%, bei … 3,784. Kein Scherz. Happy Zinseszins machts möglich.

    (Der Input von Wolfgang Matejka für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 30.04.)



    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    Wiener Börse Party #1081: ATX deutlich über den alten Rekorden, Big Day für Strabag und auch Addiko Bank, 25.000 bei Boris Nemsic




     

    Bildnachweis

    1. mind the #gabb

    Aktien auf dem Radar:Kapsch TrafficCom, EuroTeleSites AG, RHI Magnesita, Austriacard Holdings AG, Zumtobel, Agrana, CA Immo, Polytec Group, voestalpine, Addiko Bank, DO&CO, Bajaj Mobility AG, RBI, Strabag, Wiener Privatbank, BKS Bank Stamm, Athos Immobilien, Oberbank AG Stamm, SW Umwelttechnik, Amag, EVN, CPI Europe AG, OMV, Österreichische Post, Telekom Austria, Verbund.


    Random Partner

    Vontobel
    Als internationales Investmenthaus mit Schweizer Wurzeln ist Vontobel auf die Bereiche Private Clients und Institutional Clients spezialisiert. Der Erfolg in diesen Bereichen gründet auf einer Kultur der Eigenverantwortung und dem Bestreben, die Erwartungen der Kundinnen und Kunden zu übertreffen.

    >> Besuchen Sie 59 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 22-23: Kontron(1)
      CorpoFin zu Bawag
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 20-21: Uniqa(1)
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 19-20: Strabag(2), Verbund(1), Wienerberger(1)
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 18-19: Strabag(2)
      Scheid zu Wienerberger
      Scheid zu Flughafen Wien
      Star der Stunde: EVN 2.03%, Rutsch der Stunde: Strabag -0.73%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 17-18: Kontron(2), Andritz(1), Wienerberger(1), Porr(1), Strabag(1)

      Featured Partner Video

      BörseGeschichte Podcast: Herbert Ortner vor 10 Jahren zum ATX-25er

      Der ATX wurde dieser Tage 35. Rund um "25 Jahre ATX" haben wir im Dezember 2015 und Jänner 2016 eine grossangelegte Audioproduktion mit dem Ziel einer Fest-CD gemacht, die auch auf Audible als Hörb...

      Books josefchladek.com

      Elizabeth Alderliesten
      Not Shameless
      2025
      Self published

      Tehching Hsieh
      One Year Performance 1978–1979
      2025
      Void

      Marjolein Martinot
      Riverland
      2025
      Stanley / Barker

      Michael Rathmayr
      Remedy
      2025
      Nearest Truth

      Henrik Spohler
      Flatlands
      2023
      Hartmann Projects