17.10.2023, 1958 Zeichen
Die Analysten von Raiffeisen Research meinen in einer Kurzmitteilung zu den heute vorgelegten Bawag-Zahlen: "Bawag hat einen Nettogewinn von 185,6 Mio. Euro gemeldet und damit den Konsens erfüllt. Die wichtigsten GuV-Posten weichen nicht sichtbar von den Marktprognosen ab; erwähnenswert ist eine marginale Unterschreitung beim Nettozinsergebnis, die durch Risikokosten ausgeglichen wurde. Das CET1 verbesserte sich auf 15,1 % bzw. +30 bps im Quartalsvergleich, während das CET1 nach dem Aktienrückkauf mit 14,2 % gegenüber dem Managementziel von 12,25 % einen Kapitalüberschuss von 386 Mio. Euro bedeutet. Das Umsatzwachstum hat sich von +5 % im Quartalsvergleich in Q2 auf +1 % verlangsamt, was auf eine Verlangsamung des NII und des vierteljährlichen NIM-Wachstums um +6 Basispunkte (vs. +19 Basispunkte in Q2) zurückzuführen ist; wir gehen davon aus, dass die Einlagenbetas von 15 % in Q2 auf ~20 % gestiegen sind. Die Risikokosten sind mit 21 Basispunkten immer noch niedrig (gegenüber 19 Basispunkten in H1 23), während die NPL-Quote um 10 Basispunkte auf 1 % anstieg. Aufgrund der Inanspruchnahme von 20 Mio. Euro für einen einmaligen CRE-Ausfall wurde der Bestand an verfügbaren Overlays auf EUR 80 Mio. reduziert, und die Bank plant keine weiteren Auflösungen. Das Management hat diesen Einzelfall (Bürosegment, konservative Bewertung der zugrundeliegenden Sicherheiten) bereits als das bei weitem schlimmste Risiko innerhalb des US-CRE-Buchs hervorgehoben, das von anderen Fällen isoliert werden kann. Wir rechnen mit einer neutralen Reaktion, allerdings könnten der Ausfall in den USA sowie die geringfügige Verfehlung des Nettozinsergebnisses teilweise als negativ angesehen werden. Wir bekräftigen unsere positive Haltung aus längerfristiger Sicht, sehen aber keine kurzfristigen 'Impulsgeber' nach der Ankündigung des Aktienrückkaufs."
Die Empfehlung von Raiffeisen Research für die Bawag-Aktie lautet aktuelle auf "Kauf" mit Kursziel 73,0 Euro.
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Bawag, Headquarter, Photographer: Manfred Sodia
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