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15.02.2023, 5634 Zeichen

Die synthetische Zukunft. Wir müssen schon etwas aushalten. Jeden Tag eine neue Katastrophe die uns via Medien erreicht. Und die Katastrophen die länger anhalten prägen sich immer mehr und mehr in unser tägliches emotionales Hintergrundbild hinein. Die „Doom-Stars“ dieser Zeit sind der Krieg in der Ukraine und der Klimawandel. Das an den Kapitalmärkten so stark adressierte Zinsänderungs- und Inflationsszenario ist bereits mit wachsendem Abstand dahinter. Zu prägend sind die Effekte der ersten beiden. Und wenn man schon mit dem Gewichten beginnt, dann verblasst sogar der Krieg vor den teilweise apokalyptisch verbrämten Klima-Befürchtungen zum zeitlich begrenzten Horror. Beim Klima gilt es noch, das Wesen der Drohung als kreatives Element zu würdigen. Beim Krieg ist es nicht mehr so einfach, der läuft bereits und ist nicht mehr umkehrbar. Beim Klimawandel gibt es dagegen noch Chancen. Die Umsetzungsgeschwindigkeit und die Akkuratesse der zu treffenden Maßnahmen bestimmen hier definitiv die Erwartungsparameter.

Kurz gesagt: wie schaffen wir es, den Klimawandel zu bremsen und das in Rekordgeschwindigkeit und, ganz wichtig, ohne unsere Bequemlichkeit dabei zu opfern. Ein nahezu unmöglich erscheinendes Ziel. Ist es doch gerade durch unseren Wohlfühl- und Luxusbedarf zu genau dieser Krise gekommen. Aber, so wie immer im Leben, es gibt für alles einen Weg. Er muss nur einmal gegangen werden. Und damit meine ich gar nicht mal den so oft propagierten Verzicht. Denn genau dieser Verzicht kommt dann als pauschal geforderte Sozialhilfe wieder ums Eck. Und das muss ja dann auch verdient werden. Es könnte die Technologie ein „Brother in Arms“ sein, der uns hilft den Planeten in die alten Bahnen zu bringen, aber wie? Carbon Capture, das Verfahren wie man CO2 separiert ist ja bereits des Öfteren beschrieben worden. Was zu zwei Effekten führte: wir wissen, dass es geht und wir haben überrascht erfahren, wie lange wir schon mit separiertem CO2 unsere Konsumbedürfnisse befriedigen. Vom wieder sprudelnden Ölfeld über Tiefkühlfleisch bis hin zum Nebeleffekt auf Pop-Bühnen. Auch die Politik hat das Potential zumindest erahnt, macht aber wie immer die gleichen Fehler, sich selbst ultra-wichtig zu nehmen und setzt noch ein „–Storage“ hinter Carbon Capture. Bedeutet, es muss nachgewiesen werden wie lange sich das CO2 auch irgendwo binden lassen kann. Alles, was unter 10.000 Jahren ist, wird derzeit abgelehnt.
Mittlerweile sind es aber ganze Industrien, die sich im Elektro-Zeitalter nicht mehr verstanden fühlen, die Druck auf neue Entwicklungen machen. Begonnen mit LKW, über Schiffe zu Flugzeugen. Sie alle sind mit herkömmlichen Batterien kaum realistisch in selbem Maßstab zu betreiben. Ohne den wirtschaftlichen Rückschritt zu riskieren kann man diesem Problem nur mit Technologiewandel begegnen. Und der ist sogar in Sichtweite. Als im Jahre 1925 die beiden deutschen Ingenieure Franz Fischer und Hans Tropsch ein Verfahren entwickelten, mit dem man aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid mittels etlicher thermischer Prozesse festen Diesel-Kraftstoff herstellen konnte, ahnte man nicht, wie sehr, knapp 100 Jahre später, die Fantasie ganzer Regionen, wenn nicht des Planeten, daran hängen würde. Für die Beiden war es damals ein notwendiges Ergebnis, sich aus der damaligen Rohstoffabhängigkeit Deutschlands herauszuforschen, für uns ist es heute zwar ein mit weniger kriegerischen Vorzeichen als damals, aber mit ebensolcher Verve verbundenes Thema. Die inzwischen erzielten technologischen Fortschritte lassen hier bereits erkennen, in kürzerer Zukunft einen echten massentauglichen Diesel- oder Kerosin-Ersatz entwickelt zu haben. Das private Institut für Wärme- und Öltechnik gemeinsam mit der AVL-List aus Graz haben das Verfahren verbessert und wollen bereits heuer mit einer Serienproduktion beginnen. Größere Raffineriebetreiber wie Total oder Shell sind ebenso im Rennen. Noch sind es kleine Beiträge zum gesamten Kraftstoffbedarf, die hier publikumswirksam in die Tanks gegossen werden, aber die Not der Transportbranchen treibt diese Entwicklung mehr und mehr in Richtung Massenproduktion.

Was noch fehlt, ist die Skalierbarkeit im „Grünen Bereich“. Also klimaneutrale Herstellung. Und die schafft man derzeit am ehesten mit Photovoltaik in Verbindung mit Wasser und aus fossilen Brennstoffen gewonnenem CO2. Afrika und Saudi-Arabien bieten sich da gerade an. Und als man entdeckte, dass 10 Kilometer unter der Sahara riesige Wasserreserven lagern, kamen die Gedanken erst so richtig ins Rollen. Der Chef eines großen europäischen Flughafens hat mir im persönlichen Gespräch die Einschätzung direkt vermittelt es in 5-7 Jahren geschafft zu haben nahezu die gesamte Flugzeugflotte mit synthetischem Kerosin betanken zu können. Und das zu den gleichen Kosten wie heute mit „normalem“ Kerosin. Ein Meilenstein im Klimaschutz wäre erreicht. Gänsehaut.

Ein solch betriebener Motor hat de facto keine Abgase mehr. Einzig Wasserdampf kommt aus dem Auspuff. Dann wären die Kondensstreifen am Himmel wohl doppelt so dick. That’s all.

Für die Kapitalmärkte würde eine solche Entwicklung eine komplette Neuausrichtung bedeuten. Die hinzu-arbeitenden Industrien für die Entwicklung bekämen Rückenwind, die Transportindustrien neue Fantasie und die gesamte Transportwirtschaft, inklusive der alten Verbrenner-Technologien, ein komplett neues Image.
Ach ja, das meiste CO2 bekam man damals vor 100 Jahren, genauso wie noch heute, aus Kohle …

Wolfgang Matejka zum Hören neu auf Audio-CD.at #1: https://audio-cd.at/page/podcast/3940 .

(Der Input von Wolfgang Matejka für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 15.02.)



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    Die synthetische Zukunft. Wir müssen schon etwas aushalten. Jeden Tag eine neue Katastrophe die uns via Medien erreicht. Und die Katastrophen die länger anhalten prägen sich immer mehr und mehr in unser tägliches emotionales Hintergrundbild hinein. Die „Doom-Stars“ dieser Zeit sind der Krieg in der Ukraine und der Klimawandel. Das an den Kapitalmärkten so stark adressierte Zinsänderungs- und Inflationsszenario ist bereits mit wachsendem Abstand dahinter. Zu prägend sind die Effekte der ersten beiden. Und wenn man schon mit dem Gewichten beginnt, dann verblasst sogar der Krieg vor den teilweise apokalyptisch verbrämten Klima-Befürchtungen zum zeitlich begrenzten Horror. Beim Klima gilt es noch, das Wesen der Drohung als kreatives Element zu würdigen. Beim Krieg ist es nicht mehr so einfach, der läuft bereits und ist nicht mehr umkehrbar. Beim Klimawandel gibt es dagegen noch Chancen. Die Umsetzungsgeschwindigkeit und die Akkuratesse der zu treffenden Maßnahmen bestimmen hier definitiv die Erwartungsparameter.

    Kurz gesagt: wie schaffen wir es, den Klimawandel zu bremsen und das in Rekordgeschwindigkeit und, ganz wichtig, ohne unsere Bequemlichkeit dabei zu opfern. Ein nahezu unmöglich erscheinendes Ziel. Ist es doch gerade durch unseren Wohlfühl- und Luxusbedarf zu genau dieser Krise gekommen. Aber, so wie immer im Leben, es gibt für alles einen Weg. Er muss nur einmal gegangen werden. Und damit meine ich gar nicht mal den so oft propagierten Verzicht. Denn genau dieser Verzicht kommt dann als pauschal geforderte Sozialhilfe wieder ums Eck. Und das muss ja dann auch verdient werden. Es könnte die Technologie ein „Brother in Arms“ sein, der uns hilft den Planeten in die alten Bahnen zu bringen, aber wie? Carbon Capture, das Verfahren wie man CO2 separiert ist ja bereits des Öfteren beschrieben worden. Was zu zwei Effekten führte: wir wissen, dass es geht und wir haben überrascht erfahren, wie lange wir schon mit separiertem CO2 unsere Konsumbedürfnisse befriedigen. Vom wieder sprudelnden Ölfeld über Tiefkühlfleisch bis hin zum Nebeleffekt auf Pop-Bühnen. Auch die Politik hat das Potential zumindest erahnt, macht aber wie immer die gleichen Fehler, sich selbst ultra-wichtig zu nehmen und setzt noch ein „–Storage“ hinter Carbon Capture. Bedeutet, es muss nachgewiesen werden wie lange sich das CO2 auch irgendwo binden lassen kann. Alles, was unter 10.000 Jahren ist, wird derzeit abgelehnt.
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