21.11.2022, 4331 Zeichen
Aus den Morning News der Wiener Privatbank: Die Wiener Börse hat den Handel am Freitag mit deutlichen Kursgewinnen beendet. Angetrieben vor allem von den Aufschlägen der Versorger-Aktien kletterte der österreichische Leitindex ATX um 1,6% nach oben, was auf Wochensicht gesehen einen Zuwachs von 1,4% bedeutete. Die österreichische Regierung hat vor dem Wochenende einen Initiativantrag zu einer Gewinnabschöpfung für Öl- und Gasfirmen und einer Erlösobergrenze für Stromerzeuger im Nationalrat eingebracht. Damit sollen zwei bis vier Milliarden Euro an Einnahmen generiert werden, die zur Unterstützung von Haushalten und Firmen zur Verfügung stehen sollen, bei Öl- und Gasfirmen soll ein Teil des Gewinns abgeschöpft werden, bei Stromerzeugern werden die Erlöse gedeckelt. Die Maßnahmen sind bis Ende 2023 befristet und gelten für die Gewinnabschöpfung bei fossilen Unternehmen rückwirkend ab 1. Juli, allgemein waren drastischere Maßnahmen befürchtet worden, darum konnte der Verbund um 8,9% nach oben springen, für EVN gab es einen stolzen Zuwachs von 6,4%.
Die Werte aus der Ölbranche reagierten hingegen unterschiedlich auf diese Nachricht, OMV konnte um 1,6% zulegen, Schoeller-Bleckmann hingegen musste 1,2% nachgeben. Daneben blieb es meldungsseitig sehr ruhig, die Berichtssaison legte zum Wochenausklang eine Pause ein, und auch datenseitig standen nur wenige Veröffentlichungen im Kalender. Einen Analystenkommentar gab es zu Palfinger, die Berenberg Bank kürzte das Kursziel von 32,5 Euro auf 30,0 Euro, bestätigte aber gleichzeitig die Kaufempfehlung, der Kranhersteller musste nach Verlaufsgewinnen schlussendlich abgeben und endete 1,0% tiefer. Auch zu Wienerberger gab es einen Analystenkommentar, die Wiener Privatbank hat das Kursziel für den Baustoffkonzern von 41,0 Euro auf 39,0 Euro nach unten angepasst, die Kaufempfehlung gleichfalls bestätigt, für den Baustoffkonzern ging es um 2,0% nach oben. Do & Co hatte nach der Zahlenvorlage am Donnerstag nachgeben müssen, am Freitag änderte sich die Stimmung und das Cateringunternehmen war mit einem Kurssprung von 9,2% der stärkste Titel des Handels. Ebenfalls gut nachgefragt war Kapsch TrafficCom, für den Mautsystemanbieter ging es um 5,1% nach oben. Heute kommen Ergebnisse von Marinomed, am Mittwoch von Immofinanz und CA Immo und am Donnerstag von Schoeller-Bleckmann und UBM Development.
Unternehmensnachrichten
Marinomed
Das heimische biopharmazeutische Unternehmen Marinomed berichtete heute seine Zahlen zum Q3/22. Die Umsatzerlöse für die ersten 9 Monate 2022 stiegen im Vergleich zum Vorjahr auf €7,1 Mio. (Q1-3/21: €5,7 Mio. €; +24%). Von den drei Geschäftssegmenten der Marinomed - Virologie, Immunologie und Sonstige inklusive Solv4U - verzeichnete das Virologie-Segment den größten Umsatzanteil mit anhaltend hohen Einnahmen für den Virusblocker Carragelose. Die Nachfrage folgte in den ersten neun Monaten einem veränderten Muster im Vergleich zu den Vorjahren: Die Kunden bestellten als Reaktion auf die anhaltenden Probleme in der globalen Lieferkette länger im Voraus, was auch auf eine breite Wertschätzung von Carragelose hindeutet. Dies führte dazu, dass der Umsatz im dritten Quartal leicht unter dem Rekordwert des dritten Quartals 2021 lag (Q3/22: €2,2 Mio. vs. Q3/21: €2,5 Mio.). Um sich auf mögliche Engpässe vorzubereiten und die Nachfrage bedienen zu können, hat Marinomed seine Lagerbestände an Roh- und Hilfsstoffen erhöht. Die F&E-Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr auf €4,9 Mio. gesunken (Q1-3/21: €6,1 Mio., -18%), was vor allem auf reduzierte klinische Entwicklungsaktivitäten zurückzuführen ist. Das EBIT belief sich inden ersten neun Monaten auf €-3,8 Mio., eine Verbesserung gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2021 um 26% (Q1-3/21: €-5,2 Mio.). Der Nettoverlust für diesen Zeitraum betrug €5,8 Mio. gegenüber €6,3 Mio. in den ersten neun Monaten 2021. Marinomed bestätigt seinen Finanzausblick für das Geschäftsjahr 2022: Das Unternehmen erwartet für Carragelose einen Umsatz im zweistelligen Millionenbereich, aber insgesamt einen operativen Verlust für 2022. Angesichts der vielversprechenden Fortschritte bei den Partnerschaften erwartet Marinomed, mittelfristig die operative Profitabilität zu erreichen.
Q3/22: Umsatz: €2,2 Mio. (Vj. 2,5); EBIT: €-1,3 Mio. (Vj. -1,5); Periodenergebnis: €-1,9 Mio. (Vj. -1,9)
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