20.04.2022, 7994 Zeichen
Alkohol ist eine der beliebtesten Drogen - und ist nach medizinischer Experteneinschätzung die viertschädlichste nach Crack, Methamphetamin und Heroin; sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft. Dies liegt vor allem an der Verbreitung - durchschnittlich liegt der Verbrauch bei rund 10 Litern reinem Alkohol pro Kopf (ab 15 Jahren) pro Jahr. Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland zwischen 18 und 64 Jahren sind alkoholabhängig, und rund 20.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen ihres Alkoholkonsums. Weltweit ist der Alkoholkonsum während der Corona-Pandemie noch einmal deutlich gestiegen, wie der Global Drug Survey zeigt. 42 Prozent der befragten Personen gaben an, mehr Alkohol als vor der Pandemie zu trinken.
Gegen die Alkoholabhängigkeit gibt es verschiedene Therapien und Entwöhnungsmittel, die Menschen mit Suchterkrankung helfen sollen, ein Leben ohne Alkohol zu führen. In der Vergangenheit kam zum Beispiel häufig Disulfiram (Handelsname z. B. Antabus® von Nycomed SA, ISIN: XS0214920943) zum Einsatz. Die Wirksamkeit des Mittels besteht darin, dass es bei Alkoholkonsum Unverträglichkeitssymptome auslöst. Das können Hautrötungen und Kältegefühle in Armen und Beinen sein, aber auch Übelkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen und Blutdruckabfall bis hin zum Kreislauf-Kollaps. Da ein hoher Alkoholkonsum in Kombination mit diesem Mittel starke, gefährliche Körperreaktionen hervorruft, wird es jedoch nicht mehr häufig verschrieben. Stattdessen kommen Medikamente zum Einsatz, die auf verschiedene Weise die euphorisierende Wirkung des Alkohols dämpfen und auf diese Weise das Verlangen nach Alkohol reduzieren. Ein neuer Ansatz geht dahin, einen Ersatz für Alkohol zu schaffen, der eine ähnliche Wirkung hat, ohne die toxischen Nebenwirkungen und Abhängigkeiten auszulösen. Hier verfolgt das Unternehmen Clearmind Medicine (ISIN: CA1850531056) einen vielversprechenden Ansatz, um erfolgreich Alkoholsucht zu bekämpfen.
Anti-Substanzverlangen-Präparate
Es gibt auf dem Markt eine ganze Reihe an Präparaten, die gegen das Substanzverlangen helfen und dabei verschiedene Ansätze verfolgen. Acamprosat, das zum Beispiel unter dem Handelsnamen Campral® von MEDA-Pharma GmbH & Co. KG (ISIN: SE0000221723) vertrieben wird, dämpft die Übererregbarkeit des Gehirns, indem es die Rezeptoren der Nervenzellen im Gehirn besetzt, sodass das Andocken von Glutamatmolekülen verhindert wird.
Ein weiterer Wirkstoff ist Naltrexon (Handelsname z. B. Adepend® von der AOP Orphan Pharmaceuticals Germany GmbH). Er wirkt als Opioidantagonist, der sich an die Endorphinrezeptoren im zentralen und peripheren Nervensystem bindet und so die Wirkung von eingenommenen Drogen wie Alkohol oder Heroin blockiert. Der Wirkstoff Nalmefen (Handelsname z. B. Selincro® von H. Lundbeck, ISIN: DK0010287234) verhindert beim Alkoholgenuss die Dopaminausschüttung im Belohnungssystem des Körpers. Auf diese Weise wird das Verlangen nach weiterem Alkohol ausgebremst.
Ebenfalls ein bekannter Wirkstoff ist Baclofen (Handelsname z. B. Lioresal® von Novartis, ISIN: CH0012005267). Dieser ist ein zentral wirksames Muskelrelaxans, der die Ausschüttung von Neurotransmittern hemmt und damit die übermäßige Erregung der Nervenzellen beim Alkoholkonsum reduziert. Auf diese Weise wird das Verlangen nach Alkohol ebenso gebremst.
Ein neuer Ansatz ist im Vergleich dazu der Einsatz von MEAI (5-Methoxy-2-aminoindan), wie ihn Clearmind Medicine anstrebt. MEAI wird dabei derzeit als Ersatzstoff für Alkohol erprobt, mit anekdotischen Beweisen, die besagen, dass es eine ähnliche euphorische Wirkung wie der Konsum von Alkohol auslöst. Präklinische Studien zeigen jedoch, dass die toxische Wirkung auf den Körper viel geringer ist als die von Alkohol, und es gibt Berichte, dass die Gefahr einer körperlichen Abhängigkeit ebenfalls nicht so groß ist. Sollte sich die Hypothese durch weitere Forschung bestätigen, wird dieser Ansatz weiterverfolgt und könnte die Suchttherapie revolutionieren – und dabei ist Clearmind Medicine auf dem besten Weg, ein Vorreiter im Bereich der Suchttherapie zu werden.
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Quellen & weiterführende Informationen:
https://www.pschyrembel.de/Naltrexon/K0EVU
https://www.pschyrembel.de/Baclofen/K03BL
https://www.pschyrembel.de/Nalmefen/K0R00/doc/
https://www.pschyrembel.de/Acamprosat/K01HW
https://www.pschyrembel.de/Disulfiram%20/K063S/doc/
https://de.statista.com/infografik/24026/alkoholkonsum-steigt-waehrend-der-pandemie/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29458138/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28167221/
https://www.clearmindmedicine.com/science-and-ip
https://www.dhs.de/suechte/alkohol/zahlen-daten-fakten
https://www.kenn-dein-limit.de/alkoholkonsum/folgen-von-alkohol/
https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/wissen/risikofaktor-alkohol/abhaengigkeit
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