08.03.2022, 8179 Zeichen
Aus den Morning News der Wiener Privatbank: Für die Wiener Börse setzte es auch am Montag klare Verluste, nach noch deutlicheren Abgaben am Vormittag grenzten sich die Abschläge gegen Mittag ein, dennoch musste der ATX die neue Woche mit einem Rückgang von 3,6% beginnen und schloss damit erstmals seit Februar 2021 unter der Marke von 3.000 Zählern. Im Fokus stand ein möglicher Importstopp für russisches Öl, wie er untere anderem von den USA und von Japan gefordert wird, der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz sprach sich aber mangels Alternativen dagegen aus. In Deutschland wird seit Monaten daran gearbeitet, andere Möglichkeiten zur Energieversorgung zu finden, aber im Moment gibt es noch nicht genügend Optionen, um die Wirtschaft weiter am Laufen zu halten. Das Sentix-Investorenvertrauen in der Eurozone brach im März wegen des Ukraine-Krieges stark ein, dieser Einbruch war heftiger als von Analysten erwartet und betraf besonders deutlich die Erwartungen der Anleger, die so stark nachgaben wie noch nie seit Beginn der Erhebung dieses Indikators. Erneut heftige Verluste gab es für die heimischen Banken, die Erste Group musste um 9,6% nachgeben, für die Addiko gab es einen Rückgang von 7,2%, die Bawag endete 6,6% tiefer und für die Raiffeisen Bank International ging es um 5,7% nach unten.
Die OMV hatte am Samstagabend bekanntgegeben, zukünftig keine Investitionen in Russland mehr zu tätigen, die 24,99-Prozent-Beteiligung am Erdgasfeld Juschno Russkoje wird strategisch überprüft, es stehen alle Optionen inklusive einer Veräußerung oder eines Ausstiegs offen, die Aktie musste gestern um 2,4% nachgeben. Erneut schwächster Wert war Warimpex, für das in Zentral- und Osteuropa tätige Immobilienunternehmen ging es um weitere 12,2% nach unten. Unter den wenigen Titeln, die zulegen konnten, war Schoeller-Bleckmann, der Ölfeldzulieferer konnte gleich um 8,0% nach oben springen, auch Andritz war gesucht und konnte sich vor der heutigen Zahlenvorlage um 1,4% verbessern. Ebenfalls zu den Gewinnern zählte Mayr-Melnhof, für den Kartonerzeuger ging es um 0,8% nach oben. Zulegen konnte auch Amag, der Aluminiumkonzern schaffte einen Anstieg von 0,3%
Andritz
Der heimische Maschinenproduzent Andritz veröffentlichte heute seine Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2021, die über den Erwartungen lagen. Der Auftragseingang erreichte mit €7.879,7 Mio. einen Rekordwert und lag damit deutlich über dem Vorjahr (+29,0% versus 2020: €6.108,0 Mio.). Alle vier Geschäftsbereiche konnten den Auftragseingang im Jahresvergleich deutlich steigern. Der Auftragsstand per ultimo 2021 erreichte mit €8.165,8 Mio. ebenfalls einen Rekordwert und war damit deutlich höher als der Vorjahresvergleichswert (+20,5% versus ultimo 2020: €6.774,0 Mio.). Der Umsatz betrug €6.463,0 Mio. und lag nur geringfügig unter dem Rekordwert des Vorjahrs (-3,5% versus 2020: €6.699,6 Mio.). Dieser Rückgang ist auf den Geschäftsbereich Pulp & Paper zurückzuführen, der im Jahr 2020 einige Großaufträge abwickelte, die 2021 nur mehr wenig umsatzwirksam waren. Das operative Ergebnis (EBITA) erreichte – trotz des etwas niedrigeren Umsatzes – mit €546,5 Mio. einen Höchstwert (2020: €391,7 Mio.). Die Rentabilität (EBITA-Marge) erhöhte sich deutlich auf 8,5% (2020: 5,8%). Das Konzernergebnis (vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen) erhöhte sich im Jahresvergleich deutlich und betrug €321,7 Mio. (2020: €203,7 Mio.). Bei der Hauptversammlung am 7. April 2022 wird der Vorstand für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende von €1,65/Aktie vorschlagen (2020: 1,00 EUR). Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 50,3% (2020: 48,1%). Für das Gesamtjahr 2022 erwartet die ANDRITZ-GRUPPE aus heutiger Sicht sowohl bei Umsatz als auch EBITA und Konzernergebnis einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
GJ 2021: Umsatz: €6.463,0 Mio. (6.477e), EBITDA: €718,3 Mio. (688,7e), EBITA: €546,5 Mio. (525,0e), Konzernergebnis (exkl. Minderheiten): €325,5 Mio. (310,6e)
Vienna Insurance Group
Das heimische Versicherungsunternehmen VIG veröffentlichte heute seine Zahlen zum Geschäftsjahr 2021, die über den Erwartungen lagen. Mit einem Gesamtprämienvolumen von €11 Mrd. konnte der Vorjahreswert mit mehr als €574 Mio. um 5,5% übertroffen werden. Gleichzeitig wurde damit erstmals die €11 Mrd.-Marke erreicht. In allen Sparten konnte die VIG-Gruppe deutlich wachsen. Einzige Ausnahme stellen die Einmalerläge in der Lebensversicherung dar, die der Strategie folgend leicht sinken. Vor allem die Sparten Sonstige Sachversicherung (+8,0%), sowie die Kfz-Sparten (Kfz-Haftpflicht +7,0%, Kfz-Kasko +8,7%) konnten 2021 gute Prämienzuwächse erzielen. Mit €511,3 Mio. wurde die für 2021 erwartete obere Bandbreite von €500 Mio. übertroffen und das Vorjahresergebnis um 47,8% verbessert. Der Gewinnanstieg basiert vorwiegend auf der stark verbesserten Combined Ratio sowie der guten Entwicklung des Finanzergebnisses. Das Nettoergebnis ist mit €375,7 Mio. um 62,3 % höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Besonders deutlich konnte die Combined Ratio verbessert werden. Mit 94,2% liegt der Wert für 2021 um 0,8 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres. Dieser Erfolg basiert in erster Linie auf besseren Schadenverläufen in den Segmenten Tschechische Republik, Polen und Erweiterte CEE und auf nachhaltigen Effizienzsteigerungen im operativen Geschäft. Auch die Auswirkungen der heftigen Naturkatastrophen auf die Combined Ratio, die sich mit einem Nettobetrag von rund €90 Mio. auf das Ergebnis niederschlagen, konnten durch das umfassende Rückversicherungsprogramm beschränkt werden. Aufgrund der sehr erfreulichen Geschäftsentwicklung wird der Vorstand der Vienna Insurance Group den Gremien für das Geschäftsjahr 2021 eine signifikante Erhöhung der Dividende gegenüber dem Vorjahr von 75 Cent auf €1,25/Aktie vorschlagen. Das entspricht einer Steigerung von 66,7% und einer Ausschüttungsquote von 42,6 %. Die Dividendenrendite beträgt erfreuliche 5,0%. Die Konsequenzen vieler Unsicherheitsfaktoren (Krieg in der Ukraine, Pandemie, Inflatiojn, Rohstoffpreise, Lieferkettenproblematik, Ressourcenknappheit) und die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf 2022 sind aktuell nicht abschätzbar. Vorbehaltlich der erwähnten Aspekte und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die VIG-Gruppe die aktuellen Herausforderungen im operativen Versicherungsgeschäft bisher sehr gut managen konnte, wird für 2022 eine positive operative Performance angestrebt.
GJ 2021: Verrechnete Prämien: €11.000,2 Mio. (10.711); Ergebnis vor Steuern: €511,3 Mio. (489e); Nettoergebnis: 375,7 Mio. (353e); Combined Ratio: 94,2% (95,1%e)
Zumtobel Group
Zumtobel präsentierte heute seine Ergebnisse zum Q3/21-22. Im dritten Quartal 2020/21 stieg der Gruppenumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,6% auf €279,2 Mio. während der Umsatz im Lighting Segment um 11,5% auf €204,0 Mio. zulegte, konnte sich der Umsatz im Compnents Segment um 22,8% auf €90,3 Mio. verbessern. In allen Regionen wurden die Umsätze im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Vorjahres gesteigert, wobei insbesondere die Region Süd- und Osteuropa einen besonders starken Anstieg von 24,3% verzeichnen konnte. Das Gruppen-EBIT stieg von €4,4 Mio. auf €17,3 Mio. im Q3/21-22. Die größten Beiträge resultierte aus gestiegenen Umsätzen, gesunkenen Abschreibungen/Amortisationen, geringeren Garantiekosten und Effizienzsteigerungen in den direkten Arbeitskosten. Deutlich negativ wirkten erhöhte Rohmaterial- und Transportkosten und der teilweise Wegfall staatlich geförderter Kurzarbeitsmodelle. Das Periodenergebnis stieg von €1,5 Mio. auf €9,7 Mio. Der Vorstand bestätigt, angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung in den vergangenen drei Quartalen, die Prognose für das Gesamtjahr 2021/22. Es wird weiterhin erwartet, dass die Umsatzerlöse in einer Größenordnung von 4% bis 7% steigen werden sowie eine EBIT-Marge von 4% bis 5% erzielt werden kann, wobei der Vorstand nach drei Quartalen zuversichtlich ist, für beide Kennzahlen das obere Ende der genannten Bandbreite zu erreichen.
Q3/2021-22: Umsatzerlöse: €279,2 Mio. (Vj. 243,7); EBITDA: €31,1 Mio. (Vj. 23,4); EBIT: €17,3 Mio. (Vj. 4,4); Periodenergebnis: €9,7 Mio. (Vj. 1,5)
Börsepeople im Podcast S24/18: Frederic Esters
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