28.02.2022, 3392 Zeichen
Die Erste Group hat das Geschäftsjahr 2021 mit einem Anstieg der Betriebserträge um 8,2 Prozent auf 7,7 Mrd. Euro und einem Nettogewinn von 1,92 Mrd. Euro (2020: 783 Mio. Euro, 2019: 1,47 Mrd. Euro) abgeschlossen. Begründet wird der Anstieg der Betriebserträge mit einem gestiegenen Zinsüberschuss aufgrund von Zinserhöhungen in Tschechien und Ungarn, einem soliden Wachstum des Kreditvolumens sowie einem deutlich höheren Provisionsüberschuss. Die Risikokosten wurden von 1,3 Mrd. Euro im Jahr 2020 auf 159 Mio. Euro im Jahr 2021. Die NPL-Quote bezogen auf Bruttokundenkredite verbesserte sich mit 2,4 Prozent (2,7 Prozent) auf den laut Erste Group historischen Bestwert. Die Harte Kernkapitalquote (CET1, final) stieg auf 14,5 Prozent (14,2 Prozent). Der Rückgang derGesamtkapitalquote auf 19,1 Prozent (19,7 Prozent) war durch die Rückzahlung von AT1 Schuldverschreibungen bedingt. Der Hauptversammlung soll ein Dividendenvorschlag von 1,6 Euro pro Aktie gemacht werden.
Die Erste Group hat keine Tochterbanken in Russland oder der Ukraine. Im Ausblick heißt es mitunter, dass derzeit die wirtschaftlichen Folgen des Krieges in der Ukraine noch schwer abzuschätzen seien. Indirekte Folgen, wie etwa Volatilität an den Finanzmärkten oder Auswirkungen von Sanktionen auf manche Kunden oder der Eintritt von Einlagensicherungs- oder Abwicklungsfällen, könnten nicht ausgeschlossen werden. Aktuell erwartet die Erste Group für 2022 ein Nettokreditwachstum im mittleren einstelligen Bereich. Beim Provisionsüberschuss wird ein Anstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich erwartet. Für 2022 hat sich die Erste Group das Ziel einer erneut zweistelligen Eigenkapitalverzinsung (ROTE) gesetzt. Zwar seien genaue Prognosen angesichts der gegenwärtig niedrigen Risikokostenniveaus als auch der aktuellen geopolitischen Entwicklungen schwierig, jedoch geht die Erste Group davon aus, dass sich die Risikokosten 2022 auf unter 20 Basispunkte der durchschnittlichen Bruttokundenkredite belaufen werden. Die NPL-Quote sollte unter 3,0 Prozent liegen.
CEO Bernd Spalt: „Die jüngsten Entwicklungen rund um den Krieg Russlands mit der Ukraine schockieren alle, die an die Europäische Idee des Friedens, der Demokratie und des Wohlstands glauben. Der Konflikt wird derzeit noch unabschätzbare Folgen auf dem Kontinent hinterlassen – politisch, wirtschaftlich aber vor allem humanitär. Die Erste Group hat keine Tochterbanken in Russland oder der Ukraine und unser direktes Obligo in diesen Ländern ist gering. Doch die geographische Nähe und tiefe Verbundenheit zur gesamten Region bringen eine humanitäre Verantwortung mit sich. Als Bank im Herzen Europas werden wir den Menschen in der Region mit Unterstützung und Hilfe zur Seite stehen“, so Bernd Spalt, CEO der Erste Group.
CFO Stefan Dörfler: „Wir haben ein bewährtes Geschäftsmodell, eine starke Präsenz in den dynamischen Volkswirtschaften Zentraleuropas und sind solide kapitalisiert. Wir sind zuversichtlich und sehr gut aufgestellt, um auch die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Der starke Wirtschaftsaufschwung unserer Region im vergangenen Jahr hat zu einem soliden Wachstum der Kreditnachfrage geführt. Mit Rekordwerten bei den Provisionserträgen und guter Kostenkontrolle hat das 2021 zu einem Anstieg unseres Betriebsergebnisses geführt. Unsere Risikokosten lagen weit unter den von der Corona-Krise getriebenen Werten für 2020.“
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