04.02.2021, 2819 Zeichen
Die OMV mach eigenen Angaben zufolge große Fortschritte bei dem im März 2020 angekündigten Veräußerungsprogramm von 2 Mrd. Euro, das bis Ende 2021 durchgeführt werden soll. Bisher wurden drei Assets verkauft, die 51% -Beteiligung an der Gaslogistiktochter Gas Connect Austria, die OMV Tankstellengeschäfts in Deutschland und das Upstream Geschäft in Kasachstan. Der Abschluss aller drei Veräußerungen wird - vorbehaltlich der erforderlichen behördlichen Genehmigungen - für 2021 erwartet. Insgesamt wird das erste Paket laut OMV zu einem "erheblichen Entschuldungseffekt" von mehr als 1 Mrd. Euro führen.
Nun wird ein zweites Paket bekanntgegeben: Der Verkauf des OMV Geschäfts in Slowenien, wo die OMV derzeit 120 Tankstellen unter den Marken OMV, Eurotruck, Avanti und Diskont betreibt. Zudem hat die OMV Tochtergesellschaft Borealis beschlossen, einen Veräußerungsprozess ihres Stickstoff-Geschäfts einschließlich Düngemittel, technischer Stickstoff- und Melaminprodukte zu starten. Die Anteile des Unternehmens an den Düngemittelproduktionsstätten in den Niederlanden und in Belgien („Rosier“) seien im möglichen Verkaufsprozess derzeit nicht berücksichtigt.
Das Unternehmen wird im Laufe des Jahres ein drittes Divestmentpaket bekanntgeben. Mit dem Veräußerungsprogramm beabsichtigt die OMV den Verschuldungsgrad ohne Leasingverbindlichkeiten auf rund 30% bis Ende 2021 zu senken.
Des weiteren teilt das Unternehmen mit, dass der neue Geschäftsbereich "Chemicals & Materials" etabliert wurde und von dem neuen Vorstandsmitglied Alfred Stern geleitet wird.
Auch Zahlen legt die OMV vor: Im abgelaufenen Jahr sanken die Konzernumsatzerlöse um 29 Prozent auf 16.550 Mio. Euro. Dies sei auf das generell ungünstigere Umfeld für Rohstoffpreise weltweit und niedrigere Verkaufsmengen für die meisten Produkte – hauptsächlich bedingt durch die Covid-19-Pandemie – zurückzuführen, was aber teilweise durch höhere Erdgas-Verkaufsmengen im Downstream-Segment kompensiert wurde, so die Gesellschaft. Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten verringerte sich deutlich von 3.536 Mio. Euro im Jahr 2019 auf 1.686 Mio. Euro. Das Upstream-Ergebnis betrug 145 Mio. Euro (2019: 1.951 Mio). Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten im Bereich Downstream belief sich auf 1.514 Mio. Euro (2019: 1.677 Mio. Euro). Das Operative Konzernergebnis verringerte sich deutlich auf 1.050 Mio. Euro (2019: 3.582 Mio). Der den Aktionären zuzurechnende Periodenüberschuss betrug 1.258 Mio. Euro im Vergleich zu 1.678 Mio. Euro im Jahr 2019.
Die OMV erwartet für 2021 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis zwischen USD 50/bbl und USD 55/bbl (2020: USD 42/bbl). Der durchschnittlich realisierte Gaspreis wird nun für 2021 oberhalb von EUR 10/MWh erwartet (2020: EUR 8,9/MWh).
Es soll eine Dividende je Aktie von 1,85 Euro vorgeschlagen werden.
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