31.07.2020, 7596 Zeichen
Der heimische Markt konnte sich dem Abwärtsdruck, der von den großen europäischen Börsen ausging, nicht entziehen, für den ATX ging es einen weiteren Tag nach unten, er endete mit einem Minus von 2,8%. Unternehmensseitig setzten Analystenstimmen und Quartalszahlen Impulse. Für die Aktien von Palfinger ging es um 0,9% nach unten, der Gewinn des Kranherstellers brach im ersten Halbjahr um 65 Prozent auf 15 Millionen Euro ein, der Umsatz verringerte sich um 18 Prozent auf knapp 730 Millionen Euro. Der Verbund hat im ersten Halbjahr wegen der Coronakrise und einer geringeren Wasserführung der Flüsse ebenfalls weniger Gewinn erzielt, der Konzernertrag sank um 8,2 Prozent auf 310,4 Millionen Euro, die Aktie verlor 1,1%. Amag hingegen konnte 2,3% zulegen, und das nachdem Aluminiumhersteller im ersten Halbjahr 2020 einen Ergebnisrückgang nach Steuern von 34,3 Prozent vermeldet hatte, unterstützend wirkte hier, dass die Baader Bank trotz des Ergebnisses an den Kurszielen festhält und den Titel weiter zum Kauf empfiehlt. Die Berenberg Bank hob das Kursziel für die OMV von 33,0 Euro auf 35,0 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung, das Kursziel der Credit Suisse liegt bei 38,0 Euro, allerdings wird hier die Aktie unverändert mit „Underperform“ eingestuft, in Summe liess das den Aktienkurs des Ölkonzerns, auch auf Grund der Sektorstimmung in Europa, um 4,7% absinken. Auch Schoeller-Bleckmann litt unter diesem negativen Sentiment und musste 2,3% tiefer schliessen. Mit einer Branchenstudie zu den österreichischen Versicherern meldeten sich zudem die Analysten von der Erste Group. Sie senkten das Kursziel für uniqa von 9,7 Euro auf 6,25 Euro und stuften die Aktie gleichzeitig von „Accumulate“ auf „Hold“ ab, der Titel verlor 4,8%. Auch für die Vienna Insurance wurde das Kursziel gesenkt, und zwar von 29,0 Euro auf 25,0 Euro, hier wurde aber die Kaufempfehlung bestätigt, dennoch ging es für den Versicherer 5,1% nach unten. Einer der wenigen Gewinner des gestrigen Tages war Agrana, der Zuckerkonzern erzielte eine Verbesserung um 3,3%, auch Rosenbauer war nach längerer Zeit wieder einmal gesucht, der Feuerwehrausstatter erzielte eine Verbesserung von 3,3%. Verlierer des Tages war Semperit, für den Gummikonzern brachte der Handel einen Rückgang von 5,3%.
Erste Group
Das heimische Bankinstitut Erste Group veröffentlichte heute seine Ergebnisse zum Q2/20, welche beim Periodenergebnis unter den Erwartungen lagen. Die Betriebserträge gingen im zweiten Quartal um 0,7% auf €1,81 Mrd. zurück. Während der Zinsüberschuss sich stabil entwickelte (€1,17 Mrd.), ging der Provisionsüberschuss um 8,2% auf €453 Mio. zurück. Die Rückgänge bei den Zahlungsverkehrsdienstleistungen und im Kreditgeschäft wurden durch Anstiege bei den übrigen Provisionskategorien nur teilweise kompensiert. Das Betriebsergebnis konnte aufgrund eines niedrigeren Verwaltungsaufwand (-2,6% YoY) um 1,8% aud €805,4 Mio. gesteigert werden. Die Kosten-Ertrags-Relation belief sich auf 55,5%. Das Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten belief sich auf €-613,7 Mio. (Q2/19: 7,1 Mio). Der negative Saldo aus der Dotierung bzw. Auflösung von Vorsorgen für das Kreditgeschäft ist auf die Berücksichtigung der Verschlechterung der makroökonomischen Aussichten aufgrund von Covid-19 zurückzuführen. Infolgedessen verringerte sich das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis auf €58,5 Mio. (Q2/19: €354,9 Mio.). Die NPL-Quote bezogen auf Bruttokundenkredite verbesserte sich auf 2,4% (2,5%). Die NPL-Deckungsquote stieg auf 91,1% (77,1%). Die Harte Kernkapitalquote (CET1, final) stieg auf 14,2% (13,7%), die Gesamtkapitalquote auf 19,1% (18,5%). Infolge der verringerten wirtschaftlichen Aktivität erwartet das Unternehmen rückläufige Betriebseinnahmen. Konkret wird erwartet, dass der Zinsüberschuss 2020 aufgrund von deutlichen Zinssenkungen in Tschechien, Rumänien, Ungarn und Serbien, einem geringeren organischen Kreditwachstum, einer geänderten Portfoliozusammensetzung mit staatsgarantiertem Geschäft zu niedrigeren Margen und negativen Währungseffekten sinken wird. Der Provisionsüberschuss wird voraussichtlich vor allem unter der schwächeren Konjunktur leiden. Der größte Ergebnistreiber 2020 werden die Risikokosten sein: Für das Gesamtjahr werden Vorsorgen im Ausmaß von 65 bis 80 Basispunkten des durchschnittlichen Bruttokundenkreditbestands erwartet. Das mittelfristige Ziel der Harten Kernkapitalquote der Erste Group bleibt bei 13,5%. Die Erste Group hat eine Dividendenausschüttung für das Jahr 2019 eingeplant und die feste Absicht, nach Aufhebung der aufsichtsrechtlichen Empfehlung bis 1. Jänner 2021 keine Dividenden auszuzahlen, und selbstverständlich in Abhängigkeit von den Wirtschafts- und Geschäftsaussichten, sowohl für das Geschäftsjahr 2019 als auch für 2020 eine Bardividende auszuzahlen.
Q2/20: Betriebserträge: €1.808,9 Mio. (1.779e); Betriebsergebnis: €805,4 Mio. (725,4e); Periodenergebnis (exkl. Nicht beherrschende Anteile): €58,5 Mio. (88,3e)
Andritz
Der heimische Maschinenbauer Andritz, präsentierte heute seine Q2/20 Zahlen, die deutlich über den Analystenschätzungen lagen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 5,7% auf €1.662,8 Mio. an. Dies ist auf den Geschäftsbereich Pulp & Paper zurückzuführen, der durch die Abarbeitung einiger größerer Aufträge einen starken Umsatzanstieg verzeichnete und den Umsatzrückgang in den anderen Geschäftsbereichen mehr als wettmachte. Der Auftragseingang lag mit €1.183,8 Mio. deutlich unter dem Vorjahresvergleichsquartal (-42,2% vs. Q2/19: €2.047,1 Mio.), der einige größere Aufträge in den Geschäftsbereichen Pulp & Paper und Metals enthalten hatte. Pulp & Paper entwickelte sich angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen solide, war jedoch rückläufig im Vergleich zum sehr hohen Vorjahresvergleichsquartal. Stark verringert war der Auftragseingang insbesondere im Geschäftsbereich Metals, der von der sehr schwachen Investitionstätigkeit sowohl in der Automobil- als auch in der Stahlindustrie betroffen war. Auch der Geschäftsbereich Hydro litt unter den unverändert schwierigen Bedingungen am weltweiten Wasserkraftmarkt. Positiv entwickelte sich der Auftragseingang im Geschäftsbereich Separation. Der Auftragsstand per 30. Juni 2020 betrug €7.396,6 Mio. und verringerte sich um 4,9% gegenüber Ultimo 2019. Während das EBITDA um 7,2% auf €146 Mio. stieg, konnte das EBIT um 10% auf €83,6 Mio. zulegen. Während die Geschäftsbereiche Pulp & Paper und Separation eine sehr erfreuliche Ergebnisentwicklung zeigten, war das Ergebnis vor allem im Geschäftsbereich Metals durch die Abarbeitung von margenschwachen Aufträgen sowie eine Unterauslastung im Bereich Metals Forming (Schuler) weiterhin sehr niedrig. Auch der Geschäftsbereich Hydro verzeichnete im Jahresvergleich einen Rückgang beim Ergebnis und der Rentabilität. Damit einhergehend stieg das Konzernergebnis (nach Abzug von nicht beherrschenden Anteilen) im Q2/20 auf €53,4 Mio. (Q2/19: €43,9 Mio.). Basierend auf der Entwicklung des Auftragseingangs im 1. Halbjahr 2020, dem bestehenden Auftragsbestand der Gruppe per Ultimo Juni sowie den Markterwartungen für das laufende zweite Halbjahr erwartet ANDRITZ für das Geschäftsjahr 2020 aus heutiger Sicht einen im Vergleich zu 2019 (€6.674 Mio.) etwas niedrigeren Umsatz. Die Rentabilität (EBITA-Marge) sollte trotz des Umsatzrückgangs in etwa auf dem Vorjahresniveau liegen (EBITA-Marge berichtet 2019: ca. 5%).
Q2/20: Umsatz: €1.662,7 Mio. (1.469e); EBITDA: €146,0 Mio. (115,6e); EBIT: €83,6 Mio. (58,7e); Konzernergebnis: €53,4 Mio. (38,3e)
Aus den Wiener Privatbank Morning News
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