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12.07.2019

Agrana-HV (3). Eine Frage nach den Auswirkungen von IFRS 16 auf die Bilanz wurde gestellt. Ein Aktionär brachte Vorwürfe gegen einen Mitarbeiter in Tulln vor, ohne sie zu präzisieren oder auch nur den Namen des Mitarbeiters zu nennen, ich denke, es handelt sich um eine private Geschäftsbeziehung, wo einer draufgezahlt haben dürfte. Ihm wurde zugesichert, dass nach der HV der Vorstand "für diese Frage zur Verfügung steht". Anmerkung: Es ist auch in anderen Firmen üblich, dass sich die Firmenleitung für Privatgeschäfte von Dienstnehmern interessiert, wenn der Vorwurf besteht, jemand sei geschädigt worden. Das Vertrauen zu diesem Dienstnehmer leidet darunter, falls der Vorwurf zu Recht besteht. Ein Aktionär fragte, wann und wo es wieder einen Aktionärstag geben wird und warum man von KPMG zu PWC wechselt. Ein weiterer Aktionär teilte mit, dass er die Dividende als zu hoch empfinde, "als treuer Aktionär könnte ich mit 20 Cent leben". Er fragte nach den Auswirkungen des Glyphosatverbots und nach eventuellen Negativzinsen. Der nächste Aktionär bat darum, die Präsentation auf der Homepage zu veröffentlichen. Er fragte, ob die andere Hälfte unserer Bioethanolerzeugung in den Export geht. Die Versiegelung der Äcker (er nannte 12 ha täglich) machte ihm Sorgen. Auch ihm missfiel die hohe Dividende. Einen Aktionär interessierte, warum die Pensionsverpflichtungen gleich um 3,2 Mio. Euro, also 40% auf 10,155.000 Euro gestiegen seien. Er fragte weiters, was "Rohzucker" ist. Ein Aktionär hatte Fragen zur D&O-Versicherung, zum Fruchtsaftkonzentratumsatz in China und zum Rüsselkäfer. Ein Aktionär bedankte sich, dass Agrana das Theater an der Wien und das Konzerthaus unterstütze. Anmerkung: Nicht nur, auch am Eingang zur Kinderoper in der Walfischgasse kann man "Agrana" lesen.

Zum Thema Diversität im Aufsichtsrat hörten wir, dass es im Aufsichtsrat bezüglich beruflicher Vielfalt und Internationalität Diversität gäbe, die geschlechtsspezifische Diversifikation sei noch nicht adäquat umgesetzt, bei zukünftigen Veränderungen werde man darauf reagieren müssen. Um Mariharts Nachfolge zu klären, da habe man gottseidank noch Zeit. Die interne Revision habe Unregelmäßigkeiten bei zwei Töchtern in Marokko und Mexiko festgestellt. Die Aktionärsstruktur sei tatsächlich historisch gewachsen, ursprünglich aus steuerlichen Gründen, als die Vorzugs- in Stammaktien umgewandelt worden seien, im Vorfeld der Kapitalerhöhung 2004/2005 seien auch die anderen von Z+S gehaltenen Aktien da hineingekommen, es ging um die Gesellschaftssteuerfreiheit für Großmutterzuschüsse. Anmerkung: In Österreich ist die Gesellschaftssteuer mit 1.1.2016 abgeschafft worden. Sobald sich eine Gelegenheit ergäbe, werde man die Struktur vereinfachen. Der Käufer habe das Recht gehabt, 45% an der algerischen Fruchtfirma zu kaufen und habe dieses Recht am 15.11.18 ausgeübt, er habe 2,475.000 Euro für den Anteil bezahlt. Kapazitätsanpassungen durch Fabriksschließungen aufgrund des niedrigen Zuckerpreises seien derzeit nicht notwendig. Wir könnten da aber nicht 5 Jahre zuwarten, maximal 2 bis 3 Jahre. Die 20 Mio. Euro Firmenwert seien mittelfristig noch werthaltig. Wir würden bei Würfel- und Staubzucker Synergien nutzen und das über die ganze Gruppe ausrollen.

Bei der Antizuckerkampagne von Spar solle man die Kirche im Dorf lassen, die Kampagne habe am 1.1.17 begonnen, angeblich hätten ihre Produkte seither um 1.000 Tonnen Zucker weniger enthalten. Natürlich tue uns jede Tonne weh, das sei aber auch nicht besonders viel, gemessen daran, was in den Spar-Geschäften verkauft werde. Generell würden wir die Art, Zucker darzustellen, für irreführend halten. Es müsse jedem klar sein, dass es auf die Menge der Kalorien insgesamt ankomme. Intensivsüßstoff sei keine Alternative. Es gebe die Light-Produkte, die Leute würden sie nicht kaufen, weil sie zuwenig über die Inhaltsstoffe wüssten. Die 100%-Tochter Agrana Research & Innovation Center habe 468.000 Euro externen Umsatz gemacht, das seien zur Hälfte Aufträge von Südzucker und zur Hälfte Lizenzeinnahmen für ein Hopfen- und Bauharzextrakt für die natürliche Desinfektion namens "Betadex" von einer der größten Brauereien. Hier wird das genauer erklärt, klingt jedenfalls hochinteressant: https://de.wikipedia.org/wiki/Cyclodextrine.
Agrana ( Akt. Indikation:  18,38 /18,46, 1,21%)

(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 12.07.)




 

Bildnachweis

1. Agrana-Firmenschilder im Raiffeisen-Haus 1020 Wien, 5.7.19   >> Öffnen auf photaq.com

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    Agrana-HV: PwC, Diversität, Anti-Zucker-Kampagne von Spar (Günter Luntsch)


    12.07.2019

    Agrana-HV (3). Eine Frage nach den Auswirkungen von IFRS 16 auf die Bilanz wurde gestellt. Ein Aktionär brachte Vorwürfe gegen einen Mitarbeiter in Tulln vor, ohne sie zu präzisieren oder auch nur den Namen des Mitarbeiters zu nennen, ich denke, es handelt sich um eine private Geschäftsbeziehung, wo einer draufgezahlt haben dürfte. Ihm wurde zugesichert, dass nach der HV der Vorstand "für diese Frage zur Verfügung steht". Anmerkung: Es ist auch in anderen Firmen üblich, dass sich die Firmenleitung für Privatgeschäfte von Dienstnehmern interessiert, wenn der Vorwurf besteht, jemand sei geschädigt worden. Das Vertrauen zu diesem Dienstnehmer leidet darunter, falls der Vorwurf zu Recht besteht. Ein Aktionär fragte, wann und wo es wieder einen Aktionärstag geben wird und warum man von KPMG zu PWC wechselt. Ein weiterer Aktionär teilte mit, dass er die Dividende als zu hoch empfinde, "als treuer Aktionär könnte ich mit 20 Cent leben". Er fragte nach den Auswirkungen des Glyphosatverbots und nach eventuellen Negativzinsen. Der nächste Aktionär bat darum, die Präsentation auf der Homepage zu veröffentlichen. Er fragte, ob die andere Hälfte unserer Bioethanolerzeugung in den Export geht. Die Versiegelung der Äcker (er nannte 12 ha täglich) machte ihm Sorgen. Auch ihm missfiel die hohe Dividende. Einen Aktionär interessierte, warum die Pensionsverpflichtungen gleich um 3,2 Mio. Euro, also 40% auf 10,155.000 Euro gestiegen seien. Er fragte weiters, was "Rohzucker" ist. Ein Aktionär hatte Fragen zur D&O-Versicherung, zum Fruchtsaftkonzentratumsatz in China und zum Rüsselkäfer. Ein Aktionär bedankte sich, dass Agrana das Theater an der Wien und das Konzerthaus unterstütze. Anmerkung: Nicht nur, auch am Eingang zur Kinderoper in der Walfischgasse kann man "Agrana" lesen.

    Zum Thema Diversität im Aufsichtsrat hörten wir, dass es im Aufsichtsrat bezüglich beruflicher Vielfalt und Internationalität Diversität gäbe, die geschlechtsspezifische Diversifikation sei noch nicht adäquat umgesetzt, bei zukünftigen Veränderungen werde man darauf reagieren müssen. Um Mariharts Nachfolge zu klären, da habe man gottseidank noch Zeit. Die interne Revision habe Unregelmäßigkeiten bei zwei Töchtern in Marokko und Mexiko festgestellt. Die Aktionärsstruktur sei tatsächlich historisch gewachsen, ursprünglich aus steuerlichen Gründen, als die Vorzugs- in Stammaktien umgewandelt worden seien, im Vorfeld der Kapitalerhöhung 2004/2005 seien auch die anderen von Z+S gehaltenen Aktien da hineingekommen, es ging um die Gesellschaftssteuerfreiheit für Großmutterzuschüsse. Anmerkung: In Österreich ist die Gesellschaftssteuer mit 1.1.2016 abgeschafft worden. Sobald sich eine Gelegenheit ergäbe, werde man die Struktur vereinfachen. Der Käufer habe das Recht gehabt, 45% an der algerischen Fruchtfirma zu kaufen und habe dieses Recht am 15.11.18 ausgeübt, er habe 2,475.000 Euro für den Anteil bezahlt. Kapazitätsanpassungen durch Fabriksschließungen aufgrund des niedrigen Zuckerpreises seien derzeit nicht notwendig. Wir könnten da aber nicht 5 Jahre zuwarten, maximal 2 bis 3 Jahre. Die 20 Mio. Euro Firmenwert seien mittelfristig noch werthaltig. Wir würden bei Würfel- und Staubzucker Synergien nutzen und das über die ganze Gruppe ausrollen.

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