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M&A: Die größten Deals 2018 kamen von OMV, ZKW und AHT

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09.01.2019, 3813 Zeichen

Nach zwei Rekordjahren in Folge hat sich der österreichische Transaktionsmarkt 2018 abgekühlt. Die Anzahl der Übernahmen mit österreichischer Beteiligung ging 2018 um 6,1 Prozent auf 324 Deals zurück. Auch bei den Transaktionsvolumina gab es einen Rückgang von 14,7 auf 7,9 Milliarden Euro. Ausschlaggebend dafür ist die Halbierung sogenannter Mega-Deals mit einem Volumen von über einer Milliarde Euro von vier auf zwei. Im Vorjahr flossen alleine beim Kauf der Buwog durch Vonovia rund 5,6 Milliarden Euro.

Der größte Deal des Jahres mit österreichischer Beteiligung fand im Ölsektor statt: Die OMV investierte rund 1,2 Milliarden Euro in 20 Prozent der Konzessionen für zwei Offshore-Ölfelder der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC). Für die Übernahme des niederösterreichischen Licht- und Elektronikspezialisten ZKW Holding zahlte der koreanischen Elektronikkonzern LG rund 1,1 Milliarden Euro. Komplettiert werden die Top-3 der Deals des Jahres 2018 mit der Übernahme des steirischen Kühltruhenherstellers AHT Cooling Systems GmbH durch den belgischen Klimatechnik-Spezialisten DAIKIN Europe um 881 Millionen Euro.

Das sind die Ergebnisse des 7. österreichischen M&A-Index der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Für die Analyse untersucht EY halbjährlich alle veröffentlichten Transaktionen mit österreichischer Mehrheits- und Minderheitsbeteiligung.

„Aufgrund der starken Wirtschaftsentwicklung in Österreich und Europa haben wir in den letzten zwei Jahren viel Aktivität auf dem Transaktionsmarkt gesehen. Aufgebaute Cashreserven aus erwirtschafteten Gewinnen bei gleichzeitigem Niedrigzinsumfeld haben Unternehmen dazu gebracht, diese in großem Stil zu reinvestieren“, so Eva-Maria Berchtold, Partnerin und Leiterin des Bereichs Transaction Advisory Services bei EY Österreich.

„Gute Dinge kosten einfach Geld. Auch wenn in den letzten Monaten weltweit Kursrückgänge zu verzeichnen waren, die zu gesunkenen Unternehmensbewertungen und in der Folge zu gesunkenen Kaufpreisen führen sollten, sehen wir dennoch, dass die derzeitigen Multiples, also die erste überschlägige Unternehmenswertindikation, über dem Niveau der Jahre 2007 und 2008 liegen. Unternehmen müssen sich daher verstärkt bemühen, eingepreiste Synergien auch tatsächlich zu heben. Daher legen sie den Fokus stärker auf die Integration von in den letzten Jahren übernommenen Unternehmen als auf neue Transaktionen“, so Berchtold.

Die Abkühlung des österreichischen Transaktionsmarktes liegt im weltweiten Trend. Das aktuelle EY Capital Confidence Barometer, eine halbjährlich durchgeführte Umfrage unter 2.500 Managern von Großunternehmen weltweit, unterstreicht, dass der Übernahmeappetit zurückgeht. Nur 46 Prozent der Unternehmen weltweit planen Zukäufe in den nächsten zwölf Monaten – der niedrigste Wert seit vier Jahren.

Heimische Unternehmen schlugen im vergangenen Jahr deutlich öfter bei ausländischen Unternehmen zu: Die Anzahl der Übernahmen in der Kategorie „Outbound“ stieg 2018 um 16 Deals an – ein Plus von 13,8 Prozent. Deutschland ist für österreichische Investoren mit großem Abstand das attraktivste Investitionsziel – 44,7 Prozent aller Deals tätigten heimische Unternehmen im Nachbarland. Gleichzeitig ging das Interesse an österreichischen Unternehmen im vergangenen Jahr deutlich zurück. Die Anzahl der Übernahmen durch ausländische Investoren („Inbound“) sank um neun Deals oder 6,8 Prozent. Innerhalb Österreichs („Domestic“) gab es 28 Deals weniger – ein starker Rückgang um 29 Prozent.  Wie schon im Vorjahr gehen mit 32,5 Prozent die meisten Käufe von österreichischen Unternehmen auf das Konto deutscher Investoren. Weitere 39,8 Prozent der Übernahmen wurden von Investoren aus anderen europäischen Ländern getätigt – insgesamt hatten 2018 damit 72,4 Prozent aller Investoren in Österreich ihren Sitz in Europa.



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Christine Petzwinkler
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