09.10.2018, 5021 Zeichen
Zehn Jahre nach dem Konkurs der US-Investmentbank Lehman Brothers und dem Beginn der Finanzkrise sind die Verunsicherung an den Märkten und die Angst vor einer Rezession präsent wie eh und je. Zwar zeigt sich das globale Wirtschaftswachstum momentan weiterhin stark, doch erste volkswirtschaftliche Frühindikatoren und die Vielfalt an vorhandenen Risiken könnten mittelfristig auf eine neuerliche Rezession hindeuten. Die Finanzkrise hat nachhaltige Spuren hinterlassen, auch in den Köpfen der Anleger: "Konservativ anlegen ist das Credo hierzulande: Das liebste Buch der Österreicher ist und bleibt das Sparbuch", erklärte Martin Bruckner, Chief Investment Officer der Allianz in Österreich und Vorstandsmitglied der Allianz Investmentbank AG. Das Argument der Krisen-Skepsis lässt Bruckner nicht gelten: "Denn hätte man selbst wenige Tage vor Ausbruch der Finanzkrise 2008 in einen konservativ ausgerichteten Investmentfonds der Allianz* investiert, hätte man aus damals 100 Euro rund 160 Euro mit einer durchschnittlichen Rendite von 5,1 Prozent pro Jahr erzielt."
Während sich die öffentliche Verschuldung der westlichen Länder als Folge der Krise deutlich erhöhte und die Wirtschaftsleistung einzelner Staaten noch immer unter jener aus 2007 liegt, gehen die Kapitalmärkte klar als Sieger der Finanzkrise vor zehn Jahren hervor. "Vor allem an den US-Märkten war seit 2008 einiges zu holen", kommentiert Christian Ramberger, Geschäftsführer der Allianz Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH, die langfristig betrachtete Entwicklung der Märkte. Die höchsten Erträge konnten im 10-Jahresvergleich mit US-Aktien, darunter etwa der S&P mit über 10 Prozent Rendite, und High Yield-Anleihen, gefolgt von Emerging Markets-Assets erzielt werden. Eine unterdurchschnittliche Entwicklung hingegen verzeichneten im Gegensatz dazu europäische Aktien. "Eine stärkere Orientierung hin zu Kapitalmärkten zahlt sich aus", empfiehlt Ramberger. Trotzdem dürften aktuelle Risiken, wie etwa aus geopolitischer Sicht oder protektionistische Maßnahmen, nicht vernachlässigt werden. "Die Volatilität scheint an die Märkte zurückgekehrt zu sein. Ein Ende des Aktienbullenmarktes ist trotzdem nicht in Sicht", so Ramberger.
Ein Blick auf die volkswirtschaftlichen Prognosen zeigt: Auch wenn sich der Ausblick der globalen Wirtschaft zuletzt geringfügig abgeschwächt hat, sollte die Weltwirtschaft im kommenden Jahr nahezu gleich stark wie 2018 wachsen.
"Im aktuellen Umfeld raten wir Anlegern, Aktien gegenüber Anleihen überzugewichten", erklärt Bruckner die Anlagestrategie der Allianz für das kommende Quartal. Für diese Asset-Klasse spreche die traditionell im vierten Quartal und üblicherweise auch gegen Ende des Wirtschaftszyklus starke Performance. Aktienseitig empfiehlt die Allianz, USA und Japan überzugewichten, Europa neutral zu halten und Emerging Markets unterzugewichten. US-Aktien seien relativ gesehen weiterhin günstig. Ein Rekordjahr bei Aktienrückkäufen wirke weiterhin unterstützend für US-amerikanische Aktienmärkte. In Japan habe sich nach dem Einbruch im zweiten Quartal die Wirtschaft im Sommer wieder erholt. Auch die politische Situation sei weiterhin äußerst stabil. Europäische Aktien seien im Vergleich zu US-Aktien deutlich günstiger bewertet. Die Abwertung des Euros in den letzten Wochen werde sich jedoch positiv auf die Gewinne, die bislang hinter anderen Regionen zurückblieben, auswirken. Unsicherheiten bezüglich des Brexit und der italienischen Haushaltssituation würden jedoch dazu führen, dass der Markt weiterhin mit Abflüssen zu kämpfen habe. Aktien von Schwellenländern litten heuer massiv unter den sich abschwächenden Währungen. Das Sentiment sei laut Allianz weiterhin äußerst schwach.
Auf der Anleihenseite empfiehlt die Allianz, Anleihen aus den Emerging Markets leicht überzugewichten, Euroland-Anleihen neutral zu halten und US- sowie Unternehmensanleihen unterzugewichten. Aufgrund des Anstiegs der US-Dollar-Zinskurve, einer allgemeinen Zunahme der Risikoaversion der Investoren und massiver Abflüsse aus dieser Asset-Klasse mussten in Hartwährung notierende Emerging Markets-Anleihen seit Jahresanfang herbe Kursverluste hinnehmen. "Der laufende Ertrag von aktuell 6,3 Prozent ist dadurch noch attraktiver geworden", erklärt Bruckner. Neben Staatsanleihen investiere man auch in Unternehmensanleihen, weiterhin ausschließlich in Hartwährungen. Im Euroraum verzeichneten deutsche Staatsanleihen aktuell wieder eine sehr niedrige Rendite von 0,55 Prozent im 10-jährigen Bereich, während bei italienischen Papieren wesentlich mehr Bewegung stattfand: Die 10-jährigen Zinsen kletterten auf 3,5 Prozent. In den USA liegen die 10-jährigen Zinsen mittlerweile bei 3,23 Prozent. Grundsätzlich bieten US-Treasuries eine durchaus attraktive Rendite, für Euro-Investoren sind jedoch Hedgingkosten zu hoch. Vorsichtig positioniert zeigt man sich im Bereich der Unternehmensanleihen: "Wir sehen die Spreadausweitungen seit Jahresanfang als Beginn einer längerfristigen Korrektur", so Bruckner abschließend.
Wiener Börse Party #1152: ATX dank RBI stärker, nun vor dem Euro-Stoxx-50 und wir machen ein Projekt mit Handball West Wien (Capitals)
Aktien auf dem Radar:Telekom Austria, Kapsch TrafficCom, AT&S, Amag, Semperit, Austriacard Holdings AG, Oberbank AG Stamm, Andritz, Strabag, Agrana, Marinomed Biotech, RBI, Polytec Group, SW Umwelttechnik, Bajaj Mobility AG, BKS Bank Stamm, CA Immo, EuroTeleSites AG, CPI Europe AG, Österreichische Post, UBM.
3 Banken Generali
Die 3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H. ist die gemeinsame Fondstochter der 3 Banken Gruppe (Oberbank AG, Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft, BKS Bank AG) und der Generali Holding Vienna AG. Die Fonds-Gesellschaft verwaltet aktuell 8,65 Mrd. Euro - verteilt auf etwa 50 Publikumsfonds und 130 Spezial- bzw. Großanlegerfonds (Stand 06/17)
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
D&D Research Rendezvous #21: Wir sehen gerade die schnellste Erholungsrally nach einer Korrektur seit 35 Jahren, meint Gunter Deuber
Gunter Deuber, Head of Raiffeisen Research, gibt bei Christian Drastil erneut ein Update: Wie blickt er nach nun fast sieben Wochen auf den Iran-Konflikt und die Kapitalmärkte? Es scheint derzeit e...
Ryuji Miyamoto
Kobe 1995 After the Earthquake
1995
Telescope
Stephen Shore
Uncommon Places
1982
Aperture
Daido Moriyama
Japan, A Photo Theater (English Version
2018
Getsuyosha, bookshop M