22.07.2024, 3013 Zeichen
Die Varta AG wird beim zuständigen Amtsgericht Stuttgart die Durchführung eines Restrukturierungsvorhabens nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (kurz: StaRUG) anzeigen, um eine mögliche Insolvenz des Unternehmens nachhaltig abzuwenden. Für Varta steht dabei die Reduzierung der aktuellen Schulden im Fokus. Der Schuldenschnitt ist eine Vereinbarung zwischen dem Schuldner und seinen Gläubigern, die einen Teil der Schulden erlassen, um die finanzielle Stabilität des Unternehmens wiederherzustellen. Zu diesem Schritt wären die Gläubiger der Varta zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nur bereit, wenn ein Kapitalschnitt auf null erfolgt (das bestehende Grundkapital wird auf null herabgesetzt) und frisches, für die Restrukturierung benötigtes Kapital (Fremdkapital oder Eigen- und Fremdkapital), eingebracht wird. Durch den Kapitalschnitt auf null werden sämtliche der bestehenden Aktien ihren Wert verlieren und die Börsennotierung der Varta AG zeitnah dauerhaft eingestellt (Delisting). Dieses Vorgehen ist notwendig, um die weitere Sanierung und den Neuanfang des Unternehmens zu finanzieren. „Für Varta geht es bei dem Neuanfang nicht nur um einen jährlichen Umsatz von mehr als 800 Mio. Euro weltweit, sondern auch um den Erhalt der Geschäftsbeziehungen zu mehr als 3.000 Zulieferern sowie über 10.000 Handelspartnern, Fachhandwerksbetrieben und Kunden in über 100 Ländern.“ hält Varta CFO Mark Hundsdorf fest.
Michael Tojner, CEO der Montana Tech Components AG und Aufsichtsratsvorsitzender der Varta AG betont, dass die Entscheidung für ein Sanierungsverfahren nach StaRUG die einzige Möglichkeit sei, dem Unternehmen eine positive Perspektive zu geben. „Gemeinsam mit dem Management wurden alle Alternativen abgewogen, die Entscheidung ist keinem leichtgefallen. Auch alle Gutachten und Berechnungen sind zu diesem Ergebnis gekommen“, so Mehrheitseigentümer Michael Tojner. Das wichtigste Ziel sei es gewesen, die Schuldenlast der Varta zu reduzieren und damit zugleich den Bewegungsspielraum für eine positive Geschäftsentwicklung zu vergrößern. Um neue Marktfelder zu erschließen und die laufende Geschäftstätigkeit zu stabilisieren reiche die Versorgung des Unternehmens mit zusätzlichem Kapital nicht aus. „Zuerst muss das Grundproblem der Verschuldung behoben werden. Diese Entscheidung ist mir harten Einschnitten verbunden – auch ich verliere im Zuge der nun gestarteten Sanierung den gesamten Aktienwert“, so Tojner, der den Weg jedoch aus Überzeugung mitträgt. „Wir müssen diesen Schritt setzen, um Varta eine Zukunft zu geben, fast 4.000 Arbeitsplätze zu sichern und das Unternehmen als Wirtschaftsfaktor in der Region und vor allem als Technologieträger für Europa zu erhalten“, so Tojner.
Das über das StaRUG-Verfahren umzusetzende Sanierungskonzept und die darin vorgesehenen Maßnahmen sollen Varta in die Lage versetzen, Schlüsseltechnologien in Deutschland zu erhalten sowie Arbeitsplätze und Wertschöpfung nachhaltig zu sichern.
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