27.09.2018, 2700 Zeichen
Die voestalpine hat die Generalsanierung des Großhochofens A abgeschlossen. Nach einer Reparaturphase von 111 Tagen habe das Aggregat, in dem zwei Drittel der gesamten Roheisenmenge von jährlich fünf Millionen Tonnen in Linz produziert werden, erfolgreich seinen Betrieb wiederaufgenommen, informiert der heimische Stahlriese. Im Zuge der sogenannten Zustellung – die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 180 Millionen Euro – kam es zu einer umfassenden Erneuerung des extrem verschleißfesten „Innenlebens“, gleichzeitig seien auch sämtliche dem Hochofen zuzuordnende weitere Betriebsanlagen auf den letzten Stand der Technik gebracht worden, wie voestalpine mitteilt. Weitgehend zeitgleich erfolgte die Zwischenreparatur an einem der beiden Hochöfen in Leoben-Donawitz.
„Das umfassende Upgrading des Hochofens A ist eine wichtige Absicherung des Standortes Linz mit seinen rund 11.000 Mitarbeitern für das kommende Jahrzehnt. Gleichzeitig stellt der hohe technische Standard dieses Aggregats auch die Basis für die Belieferung unserer weiterverarbeitenden Werke mit hochqualitativen Stahlgüten dar“, so Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG.
Herbert Eibensteiner, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der Steel Division, ergänzt: „Bei der Modernisierung des Hochofens A haben wir sämtliche Prozessschritte auf den letzten Stand der Technik gebracht, um noch bessere Resultate hinsichtlich Ressourcenschonung und Materialeinsatz zu erzielen. Dafür nutzen wir auch gänzlich neue digitale Möglichkeiten“. Zu den implementierten Technologien zählen etwa 3D-Radar zur Ermittlung der optimalen Rohstoffverteilung oder automatisierte Temperaturmessung im Inneren des Hochofens. An der Vorbereitung und Umsetzung dieses Großprojektes arbeiteten rund 160 Mitarbeiter im Kernteam der voestalpine, während gleichzeitig über ein Jahr lang insgesamt 1.000 Personen auf der Baustelle beschäftigt waren. Für die Planung der Zustellung wurde eine spezielle Simulationssoftware eingesetzt, die den gesamte Anlagenbereich sowie Prozessszenarien digital abbildete. Dieses Tool wird künftig auch im laufenden Betrieb des Hochofens zur Anwendung kommen.
Parallel zum Großprojekt in Linz wurde auch einer der beiden Hochöfen der Metal Engineering Division in Leoben-Donawitz einer Zwischenreparatur unterzogen. Nach 64 Arbeitstagen ging das Aggregat, das für rund die Hälfte der Roheisenproduktion von rund 1,5 Millionen Tonnen am steirischen Standort verantwortlich zeichnet, diese Woche wieder in den Normalbetrieb über. Die Kosten für die Reparatur, die dort routinemäßig alle vier Jahre an jedem der beiden Öfen durchgeführt wird, beliefen sich auf vergleichsweise niedrige 14 Millionen Euro.
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