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IPO-Klima in Europa eingetrübt

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25.09.2018, 4199 Zeichen

Auch im dritten Quartal haben weltweit weniger Unternehmen den Schritt aufs Parkett gewagt als im Vorjahr: Die Zahl der Börsengänge sank um 22 Prozent auf 302, das Gesamtvolumen stieg aber – vor allem dank einiger sehr großer IPOs in China – um neun Prozent auf 47 Milliarden US-Dollar. Das sind Ergebnisse des aktuellen weltweiten IPO-Barometers der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. 

Speziell in Europa hat sich das IPO-Klima zuletzt eingetrübt – mit einem Rückgang der Zahl der Börsengänge um 23 Prozent auf 33 und einem sogar um 91 Prozent geschrumpften Emissionserlös. Nur 1,1 Milliarden US-Dollar flossen im dritten Quartal an Börsenneulinge in Europa.

Auch in China sind die IPO-Aktivitäten rückläufig – gestiegene regulatorische Anforderungen und ein langsamerer Freigabeprozess führten im dritten Quartal zu weniger Neuemissionen gerade an den chinesischen Festlandsbörsen. Die Zahl der IPOs in China (einschließlich Honkong) sank um 44 Prozent auf 80. Das Emissionsvolumen verdoppelte sich hingegen aufgrund einiger sehr großer Neuzugänge an der Hongkonger Börse auf 26 Milliarden US-Dollar. Die Börse Hongkongs hatte neue Zulassungsbestimmungen erlassen, was aktuell zu einem starken Zustrom an Börsenneulingen führt.

Sehr stark entwickeln sich derzeit die USA, wo die Zahl der IPOs um 31 Prozent auf 47 stieg. Das Emissionsvolumen kletterte sogar um 150 Prozent auf 12,4 Milliarden US-Dollar.

Während der US-Markt dank der guten Konjunkturentwicklung, steigender Gewinne und vielversprechender IPO-Kandidaten weiter auf Wachstumskurs ist, scheint derzeit vor allem der europäische Markt unter den wachsenden Unsicherheiten aufgrund geopolitischer Risiken und der neuen US-Handelspolitik zu leiden. In Großbritannien sank die Zahl der IPOs im bisherigen Jahresverlauf um 30 Prozent auf 37, im dritten Quartal sogar um 47 Prozent auf 10.

„Der bevorstehende Brexit führt derzeit zu Unsicherheiten auf den Kapitalmärkten und dämpft das IPO-Klima in Europa, insbesondere aber auf dem wichtigen britischen Markt“, beobachtet Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich. „Während der US-Markt weiter boomt, sehen wir in anderen Regionen der Welt eher eine abwartende Haltung der Investoren – zum Teil aufgrund der Handelskonflikte, aber auch angesichts der Kapitalabflüsse aus Schwellenländern in Richtung USA.“

Dennoch rechnet Schwartz mit einem insgesamt guten vierten Quartal und einem Wachstum der Emissionserlöse im Gesamtjahr: „Der US-Markt boomt weiter und zunehmend drängen weltweit sogenannte ‚Unicorns‘, also stark wachsende Jungunternehmen primär aus dem Technologiesektor, mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarden US-Dollar – an die Börsen und sorgen für eine steigende Zahl von Megadeals. Für dieses Jahr rechnen wir weltweit mit etwa zwei Dutzend solcher Unicorn-IPOs.“

Die größten IPOs in Hongkong
Die weltweit größten Börsengänge fanden im bisherigen Jahresverlauf in Hongkong statt: Der Sendemastbetreiber China Tower sammelte 6,9 Milliarden US-Dollar ein, der chinesische Smartphone-Produzent Xiaomi erlöste bei seinem Börsendebut 5,4 Milliarden US-Dollar. Mit einem Volumen von 5,3 Milliarden US-Dollar war die Erstnotiz von Siemens Healthineers der drittgrößte Börsengang im laufenden Jahr.

Während der Börsenplatz Hongkong einige große Neuzugänge verzeichnen konnte, waren die IPO-Aktivitäten in China (ohne Hongkong) im dritten Quartal weiter rückläufig, was zum einen an strengeren Regularien seitens der Aufsichtsbehörden, zum anderen aber auch an zunehmenden Sorgen über den US-chinesischen Handelsstreit und die Auswirkungen auf die chinesische Konjunktur zurückzuführen ist. Das Emissionsvolumen sank um 57 Prozent auf 3,2 Milliarden US-Dollar, die Zahl der Börsengänge ging sogar um 78 Prozent auf 23 zurück. Immerhin: Die Pipeline an IPO-Kandidaten, die sich bei den chinesischen Regulierungsbehörden registriert haben, ist mit 290 Unternehmen weiter sehr gut gefüllt.

Im Börsen-Ranking liegt Hongkong derzeit mit einem Emissionsvolumen von 29,4 Milliarden US-Dollar und 153 Transaktionen in den ersten drei Quartalen auf dem ersten Platz, gefolgt von der New York Stock Exchange (25,9 Milliarden US-Dollar, 48 IPOs).



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Bildnachweis

1. Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich: „2017 war ein gutes IPO-Jahr – und 2018 verspricht sogar noch besser zu werden“; Bild:EY , (© Aussender)   >> Öffnen auf photaq.com

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Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich: „2017 war ein gutes IPO-Jahr – und 2018 verspricht sogar noch besser zu werden“; Bild:EY, (© Aussender)


Autor
Christine Petzwinkler
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    „Der bevorstehende Brexit führt derzeit zu Unsicherheiten auf den Kapitalmärkten und dämpft das IPO-Klima in Europa, insbesondere aber auf dem wichtigen britischen Markt“, beobachtet Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich. „Während der US-Markt weiter boomt, sehen wir in anderen Regionen der Welt eher eine abwartende Haltung der Investoren – zum Teil aufgrund der Handelskonflikte, aber auch angesichts der Kapitalabflüsse aus Schwellenländern in Richtung USA.“

    Dennoch rechnet Schwartz mit einem insgesamt guten vierten Quartal und einem Wachstum der Emissionserlöse im Gesamtjahr: „Der US-Markt boomt weiter und zunehmend drängen weltweit sogenannte ‚Unicorns‘, also stark wachsende Jungunternehmen primär aus dem Technologiesektor, mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarden US-Dollar – an die Börsen und sorgen für eine steigende Zahl von Megadeals. Für dieses Jahr rechnen wir weltweit mit etwa zwei Dutzend solcher Unicorn-IPOs.“

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