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Immofinanz-HV, Teil 2: Russland, Reverse-Split, Vorstandsverträge, Abstimmungsergebnisse (Günter Luntsch)

16.05.2018, 5249 Zeichen

Immofinanz-HV Teil 2.Vorab Präzisierung bzw. Berichtigung zu Teil 1: 25 Investorentreffen, das waren nicht einzelne Investoren, sondern das war die Teilnahme an 25 Konferenzen, Roadshows etc., die Anzahl der Investoren, die man getroffen hat,...

...hat, war natürlich ein Vielfaches davon. Das präzisiere ich, weil bei CA-Immo offenbar die gesamten Investorengespräche von "mehr als 200" genannt wurden und das daher zu Missverständnissen Anlass geben könnte. "Akut nichts nachschießen" bei Russland soll bedeuten, es gibt in keinem Fall irgendwelche Nachschussverpflichtungen mehr, der Worst Case wäre, dass Immofinanz keinen Earn-out bekommt, auch das hätte keine bilanziellen Auswirkungen, da ja nichts aktiviert ist, es gibt somit nur eine Upside, keine Downside mehr.Russland ist für Immofinanz kein Risiko mehr.Der Earn-out von 9 Mrd. Rubel wäre 120 bis 130 Mio. Euro, je nach Wechselkurs.Die HV der Immofinanz dauerte bis 20:10 Uhr. Wir erfuhren, dass 2016 und 2017 an Kosten im Zusammenhang mit dem CA-Immo-Merger 600.000 Euro aufgewendet wurden. 2017 seien 4,5 Mio. Aktien der Buwog zu einem Stückpreis von 21,90 bzw. 21,72 Euro incl. Transaktionskosten verkauft worden, sehr nahe am damaligen Börsenschlusskurs von 22,36, die diesbezügliche Beratung von Deutsche Bank, Unicredit, JP-Morgan, Erste Bank und RBI habe 850.000 Euro gekostet. Die ÖPR-Prüfung habe ergeben, dass die CA-Immo-Beteiligung voll in die Konzernbilanz aufgenommen werden hätte sollen. Eine Konzernbilanz mit CA-Immo würde zwar die Bilanzkennzahlen verbessern, man habe aber berufen, das Verfahren sei noch anhängig. DieVerträge der Vorstandsmitgliederseien vorzeitig verlängert worden, Schumys Fixgehalt steige von 600.000 auf 800.000, Reindls Fixgehalt von 300.000 auf 500.000, Schönauers Fixgehalt von 300.000 auf 400.000.Laut Auskunft des Caterings sollte dieses um 17:00 geschlossen werden. Ein Aktionär wollte aber nichts von der HV versäumen und wollte daher seinen Gnocchi-Bon (Rind stand auch zur Wahl, ist aber üblicherweise schnell weg) erst nach Ende der HV einlösen, er stellte daher die Anfrage, ob es sichergestellt sei, dass es nach Ende der HV noch ein Essen für ihn geben wird. Antwort: "So etwas kann nicht zugesagt werden." Daraufhin stellte der Aktionär klar: "Wenn ich kein Essen bekomme, stelle ich den Antrag auf Einzelabstimmung für den Vorstand und den Aufsichtsrat." Ein anderer Aktionär versuchte daraufhin massiv, den Antragsteller zur Rücknahme seines Antrags zu bringen, es wurde ziemlich laut. Die Beratungen bezüglich des Antrags auf längere Öffnung des Buffets führten dazu,dass es bis 20:40 Uhr geöffnet war,auch Essen wurde noch ausgegeben. Dr. Knap ermahnte einige Aktionäre, die gegen das längere Offenhalten des Buffets auftraten, die Störungen einzustellen.Danach stellte Dr. Maurer4 Anträge auf Sonderprüfungen,die schriftlich abgegeben werden mussten und vom Anwalt der Immofinanz auf Zulassung zur Abstimmung geprüft wurden. Einige Aufsichtsratsmitglieder wirkten nervös. Vielleicht lag es an der fortgeschrittenen Zeit, man hat ja andere Termine auch, und heimkommen wollen alle irgendwann.Die Abstimmungsergebnisseim Detail finden Sie hier:https://www.immofinanz.com/de/investor-relations/hauptversammlung, "Hauptversammlung 11. Mai 2018" und dann "Beschlüsse und Abstimmungsergebnisse" anklicken! Immerhin 16.674.223 Stimmen sprachen sich gegen die 260.939,38 Euro Aufsichtsratsvergütung aus. Üblicherweise gibt es hier nur ein paar Gegenstimmen von Kleinaktionären, die das für sehr viel Geld halten. Aber hier war das auch Größeren zuviel. Interessant weiters, dass auch über die Entlastung der vom Betriebsrat entsandten AR-Mitglieder abgestimmt wurde, das geht uns normalerweise nichts an. Also das ist schon sehr selten. Aber sie wurden eh auch entlastet. Der Wirtschaftsprüfer brachte es auf 15.885.496 Gegenstimmen. Der Vorschlag zur Erhöhung des genehmigten Kapitals schaffte 51.560.738 Gegenstimmen, die Genehmigung der Wandelanleihe noch ein bißerl mehr.Der Reverse-Split fand mit nur 1.623.914 Gegenstimmen große Zustimmung, die Kapitalherabsetzung war mit 22.128.396 Gegenstimmen nicht so beliebt. Da bei der Abstimmung über die Bestellung eines Sonderprüfers betreffend den Verkauf des Russland Portfolios vor allem befangene Großaktionäre nicht mitstimmten, wurde der Antrag mit sehr knapper Mehrheit angenommen. 72,106.233 Stimmen (6,43% des Grundkapitals) entschieden, 36,299.797 sagten JA, 35,806.436 NEIN. Die Bestellung eines Sonderprüfers zum Vorhaben einer Verschmelzung der Gesellschaft mit der CA Immobilien Anlagen Aktiengesellschaft im Geschäftsjahr 2017 wurde dagegen mit 36.316.087 JA-Stimmen gegen 36.883.065 NEIN-Stimmen sehr knapp abgelehnt, die Bestellung eines Sonderprüfers zur Bilanzierung der Anteile an der CA Immobilien Anlagen Aktiengesellschaft im Einzel- und Konzernabschluss 2017 mit 36.299.797 JA-Stimmen gegen 36.899.355 NEIN-Stimmen.Hier sah man ganz klar, dass man mit verhältnismäßig wenigen Stimmen durchaus das Zünglein an der Waage sein kann. Es kommt also mitunter wirklich fast auf jede einzelne Stimme an. Über den Antrag auf Sonderprüfung über den Ankauf von 19.499.437 S-Immo Aktien wurde nicht abgestimmt, da dieseHandlung ins Geschäftsjahr 2018fällt.Immofinanz (2,13/2,14,0,73%)

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