06.07.2016, 3754 Zeichen
Trotz der „Brexit“-Sorgen und anderer Marktunsicherheiten eilt die adidas -Aktie von einem Rekordhoch zum nächsten. Dabei ist die Fußball-EM in Frankreich nicht der einzige Grund für den Höhenflug. Angesichts der seit knapp einem Jahr fast ununterbrochenen Kursrallye des DAX -Papiers stellt sich jedoch die Frage, wie viel Luft nach oben bleibt.
Am 16. Juni sind die Herzogenauracher mit einer offiziellen Umsatzprognose für das Fußballgeschäft im laufenden Jahr an die Öffentlichkeit gegangen. Demnach sollen die Erlöse in diesem Bereich mit 2,5 Mrd. Euro (2015: 2,2 Mrd. Euro) einen neuen Bestwert erreichen. Besonders freute man sich auf Unternehmensseite über die Marktanteilsgewinne in ganz Westeuropa, die adidas mit seinem Fußballschuhangebot, vor allem in den wichtigsten Metropolen, erzielen konnte. Zu dem Erfolg des Geschäfts mit Fußballschuhen hatte nicht nur die UEFA EURO 2016 beigetragen, sondern auch die Copa América. Außerdem haben die Herzogenauracher beim Verkauf von Deutschlandtrikots noch sehr viel vor.
Da adidas als weltweite Nummer eins im Fußballgeschäft weiter auf seinem Spezialgebiet punktet, kommt die gute Performance nicht gerade überraschend. In den vergangenen Jahren konnte adidas gerade in Jahren mit einem großen Fußball-Turnier (EM oder WM) im Fußballgeschäft auftrumpfen. Aus diesem Grund dürften die positiven Aussichten bereits frühzeitig in den Aktienkurs eingeflossen sein. Bei einem Blick auf den auf diese Weise entstandenen steilen Kurschart der adidas-Aktie könnten viele Anleger glauben, den Einstiegszeitpunkt verpasst zu haben. Dieses Zögern könnte wiederum dafür sorgen, dass die adidas-Aktie einiges von dem Schwung der vergangenen Monate einbüßt.
Aufgrund der Wichtigkeit des Fußballgeschäfts für adidas konnten Investoren und das Unternehmen zuletzt erleichtert die Verlängerung der Partnerschaft mit dem Deutschen Fußball-Bund feiern. Laut Konzernangaben vom 20. Juni bleibt adidas bis 2022 offizieller Generalausrüster des größten Sportverbandes der Welt. Allerdings kann niemand garantieren, dass sich der Deal lohnt. Um den großen US-Konkurrenten auszustechen, musste adidas tief in die Tasche greifen, während die Laufzeit des Vertrages deutlich kürzer ist als in der Vergangenheit.
Die jüngsten Umsatzrekorde haben gezeigt, wie sehr adidas vom Fußballgeschäft profitiert. Allerdings kann sich diese Abhängigkeit auch negativ bemerkbar machen, wenn es einmal in diesem Bereich nicht mehr ganz so rund laufen und sich der große US-Konkurrent Nike mithilfe aggressiver Marketingmaßnahmen ein größeres Stück vom Kuchen schnappen sollte. Daher ist es umso wichtiger, dass adidas zuletzt in seiner Zusammenarbeit mit dem US-Rapper Kanye West einen erneuten Coup gelandet hat.
Am 29. Juni hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass die Kooperation ausgebaut wird. Unter der Marke YEEZY werden die beiden Partner sowohl Sport- als auch Streetwear-Schuhe, -Bekleidung und -Zubehör für Männer und Frauen anbieten. Auf Konzernseite ging man sogar so weit zu sagen, dass die Zusammenarbeit als bedeutendste Partnerschaft aller Zeiten zwischen einem prominenten Nicht-Athleten und einer Sportmarke Geschichte schreiben würde. Es bleibt abzuwarten, ob sie auch für eine Fortsetzung der Kursrallye der adidas-Aktie sorgen kann.
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der adidas-Aktie erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DL2MAY) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,52, die Knock-Out-Schwelle bei 95,10 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DL5K62, aktueller Hebel 3,11; Knock-Out-Schwelle bei 156,70 Euro) auf fallende Kurse der adidas-Aktie setzen.
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