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17.11.2013, 5575 Zeichen

Aus dem Fachheft 14 .

Bereits jeder zehnte Arbeitsplatz und jeder zehnte Euro der Wertschöpfung in Österreich ist mit den börsenotierten AGs verknüpft. Das ist das Fazit einer IWI-Studie. Platz nach oben ist noch da. 

Aktienforum-Chefin Ulrike Haidenthaller hat das Industriewissenschaftliche Institut (IWI) mit einer Studie beauftragt. Thema: „Die volkswirtschaftliche Bedeutung der 99 börsenotierten heimischen Unternehmen“. Und das, was die Studienautoren Sandra Lengauer, Alexander Willim und Christina Ramharter unter der Projektverantwortung von Herwig W. Schneider „herausrecherchiert“ haben, ist spannend und Neuland. „Wir haben in Europa keine Vergleichsstudien dazu, weil die Bedeutung der börsenotierten Unternehmen anderswo erst gar nicht extra erarbeitet werden muss”, so Haidenthaller zum Fachheft. Nachsatz: „Wir leisten hier Groundwork sozusagen”. Herausgekommen sei ein Beweis für die essentielle Bedeutung von börsennotierten Unternehmen. Fachheft-Nachsatz: Österreich hat bei IPOs, Listings und Privatanlegerbeteiligung noch grossen Nachholbedarf. In Zeiten tiefer Zinsen (Stichwort: Financial Repression) und Basel III kommt man - wie immer es man auch sehen mag - am Kapitalmarkt nicht vorbei.

Hier die Kernausssagen der IWI-Studie:

-  die börsenotierten Unternehmen Österreichs sind ein wichtiger Bestandteil der heimischen Volkswirtschaft, ob als Beschäftigungsgarant, Initiator von Innovationen oder Nachfrager nach Vorleistungsprodukten. Sie bewirken durch ihre Zusammenarbeit mit ihren Partnern auf der Zulieferebene enorme Multiplikatoreffekte weit über die eigenen Unternehmensgrenzen hinweg. Ihre Leistungskraft manifestiert sich daher nicht nur in den einzelnen Unternehmen(-sgruppen) selbst, sondern durch die Vernetz-ung mit Lieferanten und Kunden ebenso in den verbundenen Unternehmen. 

- insgesamt generieren die 99 heimischen börsenotierten Unternehmen einen gesamtwirtschaftlichen Produktionswert von 77,18 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anteil von 12,78 Prozent der gesamten Produktion Österreichs. 

- durch das für die Studie herangezogene börsenotierte Unternehmenssample wird eine gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung von insgesamt 29,85 Mrd. Euro initiiert. Mehr als jeder zehnte Euro der heimischen Wertschöpfung ist gesamtwirtschaftlich auf die börsenotierten Unter- ehmen zurückzuführen. 

- an die Aktivitäten der heimischen börsenotierten Unternehmen sind 445.960 Arbeitsplätze geknüpft, mehr als jeder zehnte Arbeitsplatz der heimischen Wirtschaft. In Summe werden so 376.637 Personen das ganze Jahr voll beschäftigt (Vollzeit- äquivalente). Die damit zusammenhängenden akkumulierten Arbeitnehmerentgelte entsprechen insgesamt 16,58 Mrd. Euro (10,75 Prozent der Gesamtwirtschaft Österreichs).

Die Hebeleffekte der 99 börsenotierten Unternehmen in der heimischen Wirtschaft sind beachtlich:

- ein Euro an Produktion der börsenotierten heimischen Unternehmen bewirkt in Österreichs Wirtschaft in Summe 2,11 Euro an Produktionswert, ein Euro an Wertschöpfung generiert 2,44 Euro an Wertschöpfung und

- ein Beschäftigungsverhältnis in den börsenotierten Unternehmen bedingt in Österreich insgesamt 2,81 Arbeitsplätze bzw. 2,72 Vollzeitäquivalente. 

Gesamtwirtschaftlich werden durch die Aktivitäten der 99 börsenotierten heimischen Unternehmen über die Input-Output-Analyse direkt, indirekt und induziert berechenbare Fiskaleffekte von 4,91 Mrd. Euro verzeichnet. Diese beinhalten insgesamt fünf Positionen: Die Lohnsteuer (2,12 Mrd. Euro), die Dienstgeberbeiträge zum AFFB/FLAF (0,56 Mrd. Euro), die Kommunalsteuer (0,29 Mrd. Euro) sowie vorleistungs- und konsum- abhängige Gütersteuern (z.B. Mineralöl-, Mehrwertsteuer; 0,75 Mrd. Euro bzw. 1,28 Mrd. Euro). 

Über die Fiskaleffekte hinausgehend bewirken die börsenotierten Unternehmen gesamtwirtschaftlich 5,05 Mrd. Euro an Sozialbeiträgen für Arbeitgeber (2,04 Mrd. Euro) und Arbeitnehmer (3,01 Mrd. Euro). Insgesamt generieren die 99 börsenotierten Unternehmen in der heimischen Volkswirtschaft Fiskal- und Sozialbeitragseffekte von 9,97 Mrd. Eruo. Die arbeitnehmerinduzierten Abgaben (Lohnsteuer, Dienstgeberbeiträge zum AFFB/FLAF, Kommunalsteuer, Sozialbeiträge) als Teil dieser Effekte, erreichen gesamtwirtschaftlich ein Volumen von 8,03 Mrd. Euro.

 

  IWI-Grafiken: Die volkswirtschaftliche Bedeutung der 99 börsenotierten österreichischen Unternehmen

 

Fazit des IWI: „Trotz wirtschaftlich angespannter Zeiten stellt die Börse heutzutage eine wichtige Finanzierungsquelle für Unternehmer aller Größen dar. Die Leistungskraft der heimischen börsenotierten Unternehmen bleibt ein wesentliches Element der in Österreich generierten Produktion bzw. Wertschöpfung. Österreichische Unternehmen, die an einer Börse notieren, lösen gesamtwirtschaftliche Wachstumsimpulse aus und erzeugen Innovation, Wertschöpfung und Beschäftigung. Sie sind mit ihren ausgeprägten Verflechtungen impulsgebend für Lieferanten und Kunden und stellen einen wichtigen Stabilisierungsfaktor für die heimische Volkwirtschaft dar. Eine Finanzierung über den Kapitalmarkt kann eine Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum, breiten Wohlstand und soziale Absicherung sein. Auch für private Investoren zeigt sich, dass die Börse als langfristige Anlage durchaus eine Alternative zu anderen, am Markt angebotenen Vermögensprodukten darstellt. Der Indexhöchststand der Wiener Börse bewegt sich derzeit auf halbem Niveau des Höchststandes vor der Krise. Hätte man dennoch vor zehn Jahren ein Aktienpaket in der Zusammensetzung des ATX erworben, wäre man trotz wirtschaftlich turbulenter Zeiten heutzutage um rd. 80 Prozent vermögender.“




BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Börsepeople im Podcast S25/10: Harald Suekar




 

Bildnachweis

1. IWI-Studienautoren: Sandra D. Lengauer, Christina Ramharter, Herwig Schneider, Alexander Williim , (© IWI)   >> Öffnen auf photaq.com

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IWI-Studienautoren: Sandra D. Lengauer, Christina Ramharter, Herwig Schneider, Alexander Williim


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