19.04.2013, 2331 Zeichen
Heute Mittag ist es wieder soweit: Wir haben April-Verfallstag. Zum März-Verfall mit der ATX-Umstellung gab es gleich 582 Mio. Euro Tagesumsatz, der zweithöchste Wert seit Anfang 2012. Nun war die Indexumstellung - Zumtobel statt Strabag - jetzt nicht die grosse Geschichte, aber ein Quartalsverfall ist einfach ein Quartalsverfall. Heute wird es entsprechend ruhiger zugehen, ein Umsatz von ca. 200 Mio. Euro ist zu erwarten. Freilich ist der aktuelle Markt spannend, denn nach einer extrem starken Vorwoche für den ATX war die laufende Handelswoche sehr schwach. Ergo könnte es vor dem Wochenende eine kleine Gegenbewegung nach oben geben
Und was passiert eigentlich genau an einem Verfallstag? Nun, der Wert des ATX wird von der Wiener Börse laufend errechnet und in Real-time publiziert. Dabei werden die jeweiligen Verlaufskurse der 20 im Index befindlichen Aktien heranzogen und unter Rücksichtnahme auf Grösse und limitierende Faktoren (Streubesitz-, Repräsentationsfaktoren) zum Indexwert zusammenaddiert. Man kennt das: Während der Handelszeiten hat man permanente Schwankungen, jeder Tick eines der 20 Indextitel löst auch eine Indexveränderung aus.
Am Verfallstag muss es jedoch zu fixierten Settlementwerten kommen. Hierzu zieht man aber nicht die Werte der Schlussauktion heran, sondern macht zu Mittag einfach eine untertägige Auktion. Diese dauert von 12.00 bis 12.05 Uhr, dann ist der Zauber vorbei und die Wiener Börse verteilt die finalen Abrechnungskurse für die Optionen - an Quartalsverfallen zusätzlich auch für Futures - auf den ATX, IATX sowie ATX-Five (und weitere) an Medien und Investoren. Da der eine oder andere Marktteilnehmer ausschliesslich über Futures in Wien investiert ist, beziehungsweise sich über Futures hedgt (absichert), hat dieser Settlementpreis hohe Relevanz. Für neue Positionen braucht man neue Futures.
Während die Abrechnungspreise für Optionen und Futures auf die wichtigsten Indizes der Wiener Börse schon heute zu Mittag feststehen werden - und man am Nachmittag auch keine April-, sondern nur noch spätere Laufzeiten handeln kann -, bleibt es bei einzelnen Aktien bis zu Marktschluss spannend. Bei den Aktienoptionen geht es auch nicht um automatische Settlementkurse wie bei Indizes („Cash Settlement“, Gewinn/Verlust wird dem Konto gutgeschrieben), sondern vielmehr um eigene Aktivität.
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