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18.03.2013, 2745 Zeichen

Bankeinlagen sind sicher? Nicht in Zypern, dort soll nun eine Zwangsabgabe für alle Guthaben erhoben werden. Und das schockt nicht nur die Zyprer sondern auch die Anleger. Der Dax geht erst einmal in die Knie. Zu Recht. Denn die Maßnahme ist gefährlich.
Ein Tabu ist in der Eurorettung schon lange kein Tabu mehr. Ein Staat darf nicht pleite gehen? Geschenkt: Die Umschuldung 2012 ging nur über eine Kurzzeitpleite. Die Geldpolitik darf keine Staaten finanzieren? Aber genau das macht die EZB derzeit. Und nun sollen erstmals auch die Bankkunden zur Kasse gebeten werden.

Systematisch ist das richtig. Alle Beteiligten sollten in der Krise mitzahlen. Die Steuerzahler, die Europäischen Partner die Anteileigner und alle Gläubiger - nicht nur die Inhaber von Schuldverschreibungen, sondern auch die mit Bankeinlagen. Doch die Maßnahme ist ein Spiel mit dem Feuer.

Denn erstens wird es Zypern auf Jahre belasten. Das Geschäftsmodell dort hieß Tourismus und Bankdienstleistung. Der Finanzsektor war nicht gerade seriös aufgestellt, weil es im Geist einer Steueroase mit wenig Regulierungen und niedrigen Steuern auf Schwarzgeld aus war. Dass nun russische Oligarchen zu Kasse gebeten werden, dürfte daher kaum jemanden bedauern. Mitleid gibt es dagegen mit den Kleinsparer für die nun vermutlich doch eine gnädigere Lösung gesucht wird.

Gewichtiger sind die volkswirtschaftlichen Folgen in Zypern und ganz Europa. Denn die Geschäfte der angeschlagenen zyprischen Banken dürften nun absehbar erst einmal sehr schlecht laufen. Das hilft weder dabei, dass sie sich aus eigener Kraft retten können. Noch hilft es dem Land, seine Probleme in den Griff zu bekommen.

Damit das klar ist: Ich bin ein entschiedener Gegner aller Steueroasen und Schattenfinanzsysteme. Sie sollten ausgetrocknet werden. Doch diese hier wird gesprengt und das wird die komplette Volkswirtschaft in Mitleidenschaft ziehen.

Und auch in anderen angeschlagenen Ländern wird der Schritt Folgen haben: Oder würden Sie als griechischer Kleinsparer ihr Geld nun zuversichtlich auf Ihrem Konto liegen lassen? Die Börsen zeigen es: Das Vertrauen ist wieder geschwunden, die Eurokrise wieder in voller Wucht präsent.

Für mich stellt sich die Frage, ob das wirklich notwendig war. Vermutlich sind die Folgen beherrschbar, mit der Zeit werden sich die Märkte, Anleger und Sparer wieder beruhigen. Doch die Summe, um die es geht ist überschaubar. Der bessere Weg wäre es meiner Meinung nach gewesen, Hilfe zu leisten und dafür mehr Seriosität im Finanzsektor einzufordern - mit einer Quellensteuer auf Erträge, mehr Aufsicht und Kontrolle. Doch Europa und Zypern haben sich anders entschieden -  für ein gefährliches Manöver.



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    Zyperns Bankkontenabgabe ist ein gefährliches Manöver (Gisela Baur)


    18.03.2013, 2745 Zeichen

    Bankeinlagen sind sicher? Nicht in Zypern, dort soll nun eine Zwangsabgabe für alle Guthaben erhoben werden. Und das schockt nicht nur die Zyprer sondern auch die Anleger. Der Dax geht erst einmal in die Knie. Zu Recht. Denn die Maßnahme ist gefährlich.
    Ein Tabu ist in der Eurorettung schon lange kein Tabu mehr. Ein Staat darf nicht pleite gehen? Geschenkt: Die Umschuldung 2012 ging nur über eine Kurzzeitpleite. Die Geldpolitik darf keine Staaten finanzieren? Aber genau das macht die EZB derzeit. Und nun sollen erstmals auch die Bankkunden zur Kasse gebeten werden.

    Systematisch ist das richtig. Alle Beteiligten sollten in der Krise mitzahlen. Die Steuerzahler, die Europäischen Partner die Anteileigner und alle Gläubiger - nicht nur die Inhaber von Schuldverschreibungen, sondern auch die mit Bankeinlagen. Doch die Maßnahme ist ein Spiel mit dem Feuer.

    Denn erstens wird es Zypern auf Jahre belasten. Das Geschäftsmodell dort hieß Tourismus und Bankdienstleistung. Der Finanzsektor war nicht gerade seriös aufgestellt, weil es im Geist einer Steueroase mit wenig Regulierungen und niedrigen Steuern auf Schwarzgeld aus war. Dass nun russische Oligarchen zu Kasse gebeten werden, dürfte daher kaum jemanden bedauern. Mitleid gibt es dagegen mit den Kleinsparer für die nun vermutlich doch eine gnädigere Lösung gesucht wird.

    Gewichtiger sind die volkswirtschaftlichen Folgen in Zypern und ganz Europa. Denn die Geschäfte der angeschlagenen zyprischen Banken dürften nun absehbar erst einmal sehr schlecht laufen. Das hilft weder dabei, dass sie sich aus eigener Kraft retten können. Noch hilft es dem Land, seine Probleme in den Griff zu bekommen.

    Damit das klar ist: Ich bin ein entschiedener Gegner aller Steueroasen und Schattenfinanzsysteme. Sie sollten ausgetrocknet werden. Doch diese hier wird gesprengt und das wird die komplette Volkswirtschaft in Mitleidenschaft ziehen.

    Und auch in anderen angeschlagenen Ländern wird der Schritt Folgen haben: Oder würden Sie als griechischer Kleinsparer ihr Geld nun zuversichtlich auf Ihrem Konto liegen lassen? Die Börsen zeigen es: Das Vertrauen ist wieder geschwunden, die Eurokrise wieder in voller Wucht präsent.

    Für mich stellt sich die Frage, ob das wirklich notwendig war. Vermutlich sind die Folgen beherrschbar, mit der Zeit werden sich die Märkte, Anleger und Sparer wieder beruhigen. Doch die Summe, um die es geht ist überschaubar. Der bessere Weg wäre es meiner Meinung nach gewesen, Hilfe zu leisten und dafür mehr Seriosität im Finanzsektor einzufordern - mit einer Quellensteuer auf Erträge, mehr Aufsicht und Kontrolle. Doch Europa und Zypern haben sich anders entschieden -  für ein gefährliches Manöver.



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