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19.01.2013, 2740 Zeichen

(Von: Tim Schaefer, Bilder von Tim Schäfer unter http://www.finanzmarktfoto.at/search/schäfer)

Grundsätzlich ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) eine gutes Instrument, um die Bewertung einer Aktie einzuschätzen. Es wäre aber freilich ein Fehler, nur auf das KGV zu schauen. Natürlich sollten Sie weitere Kennziffern unter die Lupe nehmen. Schauen Sie in die Bilanz, achten Sie auf die Historie der Gewinne, Dividenden, Cashflows und Aktienrückkäufe.

Das KGV kann bei exzellenten Firmen viel zu niedrig sein.

Finanzautor Morgan Housel vom Börsenportal Fool.com hat eine spannende Liste erstellt. Er hat geschaut, wie teuer Aktien im Jahr 1995 waren (KGV) und was die Aktien fairerweise hätten kosten können, wenn sie acht Prozent Rendite seither für die Anteilseigner produziert hätten.

Nehmen Sie Chevron. 1995 wies der Öl-Titan ein KGV von 31,1 auf. Sie mögen im ersten Moment denken: "Mensch, wie teuer. Ich muss 31 Jahre warten, bis sich das Investment amortisiert hat." Diese Rationalität war falsch. Denn das KGV von Chevron war mit 31 viel zu günstig. Statt dessen wäre ein KGV von 77,7 fair gewesen, sprich mehr als das Doppelte.

Ähnlich hat der Markt Wal-Mart, Microsoft, HomeDepot und Cisco unterschätzt. Überschätzt hat die Wall Street Alcoa, Bank of America und Hewlett-Packard.

Was lernen wir daraus? Die Wall Street macht verdammt viele Fehler. Ein sehr teures KGV kann im Endeffekt supergünstig sein. Das KGV ist nur eine Momentbetrachtung. Die Kunst besteht darin, Trends ablesen zu können. Wie sieht die Perspektive der Gesellschaft aus? Für Buy-and-Hold-Anleger ist diese Frage extrem wichtig. Die Zukunft muss blendend sein, sonst lohnt sich ein Investment nicht. Das Management muss seriös sein, sonst kann es ein Fiasko werden.

Gewiss, wer hätte gedacht, dass wir eine Finanzkrise bekommen, die unsere Bankaktien in den Abgrund riß? Kaum jemand. Wir können nicht alle Trends, Krisen, Blasen erkennen. Daher ist das Streuen wichtig. Technologie-Aktien sind mit großer Vorsicht zu geniessen, denn die Trends ändern sich schnell.

Einfach zu beziehende Informationgrundlagen wie das KGV werden von der Masse (Herde) gerne als Entscheidungsgrundlage genutzt, weil es sich um ein schnell erhältliches Werkzeug handelt. Zu viele Anleger nutzen es, ohne hinter die Kulissen zu schauen. Schwierig zu deutende Informationen werden hierbei unterschätzt wie Historie, Cashflows, Marktmacht, Margen, Image, Zukunft. Schauen Sie also vor allem auf diese Aspekte.

Achten Sie auf die Psychologie der Masse. Was die Masse liebt, ist sehr wahrscheinlich teuer, was sie haßt, kann günstig sein.

Fazit: Ein KGV von drei bedeutet nicht automatisch, es handelt sich nicht um eine wunderbare Chance. Ein KGV von 30 kann phantastisch günstig sein.



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    19.01.2013, 2740 Zeichen

    (Von: Tim Schaefer, Bilder von Tim Schäfer unter http://www.finanzmarktfoto.at/search/schäfer)

    Grundsätzlich ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) eine gutes Instrument, um die Bewertung einer Aktie einzuschätzen. Es wäre aber freilich ein Fehler, nur auf das KGV zu schauen. Natürlich sollten Sie weitere Kennziffern unter die Lupe nehmen. Schauen Sie in die Bilanz, achten Sie auf die Historie der Gewinne, Dividenden, Cashflows und Aktienrückkäufe.

    Das KGV kann bei exzellenten Firmen viel zu niedrig sein.

    Finanzautor Morgan Housel vom Börsenportal Fool.com hat eine spannende Liste erstellt. Er hat geschaut, wie teuer Aktien im Jahr 1995 waren (KGV) und was die Aktien fairerweise hätten kosten können, wenn sie acht Prozent Rendite seither für die Anteilseigner produziert hätten.

    Nehmen Sie Chevron. 1995 wies der Öl-Titan ein KGV von 31,1 auf. Sie mögen im ersten Moment denken: "Mensch, wie teuer. Ich muss 31 Jahre warten, bis sich das Investment amortisiert hat." Diese Rationalität war falsch. Denn das KGV von Chevron war mit 31 viel zu günstig. Statt dessen wäre ein KGV von 77,7 fair gewesen, sprich mehr als das Doppelte.

    Ähnlich hat der Markt Wal-Mart, Microsoft, HomeDepot und Cisco unterschätzt. Überschätzt hat die Wall Street Alcoa, Bank of America und Hewlett-Packard.

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    Achten Sie auf die Psychologie der Masse. Was die Masse liebt, ist sehr wahrscheinlich teuer, was sie haßt, kann günstig sein.

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