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Alpine, der letzte, der Prospekt und das Bummerl (Wilhelm Rasinger)

Magazine aktuell


#gabb aktuell



15.11.2012, 2431 Zeichen

„Gut gemeint“ ist oft das Gegenteil von „ gut“. Um den Forderungen nach Transparenz und Anlegerschutz zu entsprechen, wurde internationalen Vorgaben folgend, für Kapitalmarktemissionen die Verpflichtung zur Vorlage eines „Prospektes“ eingeführt. Zwischen der Absicht und den Auswirkungen in der Praxis gibt es beachtliche Spannungen. Dieses Instrument hat in dieser Form seinen Zweck weitgehend verfehlt und degeneriert zu honorarträchtigem Betätigungsfeld von Juristen für Juristen. Im Vordergrund stehen die Zahlenwerke und Entwicklungen der Vergangenheit sowie formale Aspekte. Die Risikohinweise sind als Informationsquelle unbrauchbar weil und nur eine Ansammlung von möglichen Risken, deren Eintrittswahrscheinlichkeit nicht näher beschrieben wird.

In der Öffentlichkeit wird in bunten, marktschreierischen Inseraten für Aktien- oder Anleiheemissionen - kaum leserlich im Minidruck wird auf den Prospekt hingewiesen; somit erzeugt die Werbebotschaften erst recht wieder ein einseitig attraktives Bild des Emittenten. Es wird zwar gerne von einer Prospekthaftpflicht gesprochen, aber erfolgreiche Klagen wegen irreführenden oder falschen Darstellungen sind in Österreich wie Deutschland eine Rarität. Es sind mir auch kaum Investoren bekannt, die dieses Konvolut, das oft mehr als 100 Seiten umfasst, vor dem Kauf eines Wertpapiers tatsächlich studieren und verstehen. Brisante Informationen werden oft elegant versteckt. Seit den Enttäuschungen mit Meinl und Meinl European Land hat sich nicht viel geändert.

Die Prüfung durch die Finanzmarktaufsicht erzeugt bei den unerfahrenen Anlegern den Eindruck, dass die Inhalte materiell geprüft wurden. Tatsächlich erfolgt nur eine Prüfung auf Vollständigkeit, d.h. dass keine Überschriften samt kurzem Text ausgelassen werden. Weil diese Prüfung in Österreich eher lang dauert und kostenintensiv ist, nützen immer mehr Emittenten die Möglichkeit, sich dem mittels englischer Sprache und zu geringeren Kosten zu entziehen.
Die verunsicherten „Alpine“-Anleihebesitzer kommen jetzt darauf, dass sie in ihrer Naivität und Gutgläubigkeit 2012 von der Alpine und den Banken schamlos ausgenutzt wurden. Nachdem alle - Alpine, Berater, Rechtsanwälte, Banken - profitiert haben, zahlt wieder einmal der Letzte und Schwächste in der Kette, eben der Privatanleger, die Rechnung. Oder wie es dazu in einem Wienerlied so treffend heisst: „Der letzte hat immer das Bummerl!“

(Wilhelm Rasinger, IVA)



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    15.11.2012, 2431 Zeichen

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