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10.11.2012, 4296 Zeichen

Diese Woche war ich auf einem überaus interessanten Vortrag zum Thema Hochfrequenzhandel. Ein viel kritisiertes Thema. Auch ich bin kein Befürworter des schnellen computergesteuerten Handels, doch ihn generell zu verteufeln oder zu verbieten hat auch Schattenseiten.
Zunächst ein Blick darauf, was Hochfrequenzhandel, kurz HFT genannt, eigentlich ist: "Eine allgemein akzeptierte Definition existiert noch nicht", erklärt Miroslav Budimir, Leiter des Bereichs Business Development der Deutschen Börse AG.  "Hochfrequenzhandel ist eine Technologie, keine Strategie", stellt der Experte klar. De facto ist HFT eine Variante des Algorithmischem Handels. Mit Hilfe von Algorithmen schicken Hochfrequenzhändler Aufträge in den Markt, die innerhalb von Sekundenbruchteilen im Orderbuch an der Börse landen.

Ziel ist es, Kursunterschiede auszunutzen, das heißt, es wird an einem Handelsplatz gekauft, am anderen verkauft. Entscheidend ist dabei die Geschwindigkeit, wie der Name High Frequency Trading schon andeutet. Je schneller die Computer und je besser die technische Anbindung, desto schneller können Aufträge in den Markt geleitet werden.

HFTs setzen Rechner mit Spitzenleistungen ein und haben eine schnelle Anbindung an die Börsensysteme. Dabei gilt: Je geringer die Distanz zwischen den Servern der Börse und dem HFT, desto schneller können Aufträge in die Systeme eingespeist werden und sind schneller im Orderbuch. Die sogenannte "Co-Location" ist für die Börse ein Ertragsquelle. Im Klartext: Hochfrequenz- und Algotrader bezahlen Geld dafür, um ihre Rechner möglichst nahe an den Systemen der Börse platzieren zu können. Denn je schneller eine Order im System ist, desto größer der Wettbewerbsvorteil des Marktteilnehmers gegenüber seinen Konkurrenten.

Dass hier Geld fließt, ist Teil der kapitalistischen Marktordnung. Wer sich am Flughafen einen Parkplatz nahe am Abfluggate nimmt, muss auch mehr bezahlen, als Reisende, die ihr Auto auf dem abseits gelegenen Urlauberparkplatz abstellen. So geht es auch den Anlegern. Wer sein Konto beim Onlinebroker oder der Hausbank hat, muss in der Regel den längeren Leitungsweg in Kauf nehmen. Denn für die Onlinebroker lohnen die schnellen Anschlüsse in der Regel nicht, weshalb die Order eines Hochfrequenzhändlers immer schneller als die eines Privatanlegers an der Börse landet.

Ist das fair? Jain. Unweigerlich drängt sich das Bild der Vordränglers auf, der Sportwagen-Fahrer, der einfach immer schneller am Flughafen ankommt. Solange er aber vorschriftsgemäß auf der linken Spur überholt, ist das alles in Ordnung. Illegal wäre es, wenn er im Stau rechts vorbeizieht. Auf die Börse  übertragen: Wenn zum Beispiel Informationen über die Oderbuchlage schneller an einzelne Marktteilnehmer geleitet werden als an andere. Denn im Orderbuch müssen alle gleichberechtigt sein. Dagegen hatte die New York Stock Exchange verstossen und musste vor kurzem satte fünf Millionen US-Dollar Strafe bezahlen.

Die große Kritik am Hochfrequenzhandel: Die massenhaften Orders belasten die Börsensysteme und durch den Programmhandel kann es schnell zu extremen Ausschlägen kommen, wie beispielsweise den 1000-Punkte-Absturz des Dow Jones Index am 6. Mai 2010. Das hält beispielsweise Deutsche-Börse-Experte Budimir in Deutschland für keine Gefahr, weil hierzulande im Xetra-System der Handel unterbrochen werde, wenn es zu größeren Ausschlägen kommt. Das ist zwar in der Tat der Fall, doch auch in Deutschland gerieten die Kurse aufgrund des 1000-Punkte-Absturzes unter Druck und absolute Sicherheit gibt es nie.

Dem Hochfrequenzhandel muss man zugute halten, dass er für Liquidität an den Märkten sorgt und die Spannen zwischen An- und Verkaufskurs tendenziell sinken. Das kommt auch den Privatanlegern zugute. Der Anteil der Hochfrequenzhändler am Orderbuchumsatz beträgt heute rund 40 Prozent. Das ist beachtlich. Doch die computergesteuerten Trades bergen eben auch enorme Risiken. Daher muss der Gesetzgeber einschreiten und mindestens dafür sorgen, dass die Hochfrequenzhändler ihre Aufträge nicht beständig in die Orderbücher schnell einstellen und wieder zurückziehen, sondern dort mindestens eine halbe bis eine Sekunde bleiben. Das erscheint kurz, doch für Hochfrequenzhändler ist das eine Ewigkeit.
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