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26.09.2012, 3119 Zeichen

(Von: Wolfgang Matejka)

Das nächste globale Thema wird … Öl ?

Der Erdölpreis hat eine zunehmend unsichere Zukunft vor sich. Die Anstiege im Energierohstoff Nummer 1 sind außer Tritt und kraftlos geworden. Das hat seine Gründe.

Die Euro Krise, Chinas kurzfristiges Stolpern auf dem Wachstumspfad und auch die Arbeitsmarktsituation in USA machen ein gravierendes Wirtschaftswachstum unglaubwürdig. Der Energieverbrauch sinkt. Ebenso verhallen die politischen Drohungen gegen den Iran zunehmend wirkungslos. Die Krisenreserven werden weniger dringlich. Die Effizienz der Energienutzung steigt konstant, daher sinkt auch die Nachfrage relativ. Und mit Shale Gas in USA tritt ein ernsthafter Konkurrent zum nach wie vor dominierenden Energierohstoff Öl auf den Platz. Das könnte der Auslöser sein.

Oberflächlich dominieren aber noch die Nachteile: Erdgas ist schwer über längere Strecken zu transportieren, insbesondere übers Meer. Um hier den gleichen Handelsanteil wie Rohöl zu erreichen sind massive Investitionen in neue Tankerschiffe notwendig und die will bzw. kann sich derzeit niemand leisten. Also bleibt der Preiseinfluss von Erdgas auf andere Energierohstoffe zumeist lokal begrenzt. Und in den USA herrscht gerade ein Shale Gas Boom …

Die Auswirkungen dieser Gas-Schwemme sind inzwischen mehr und mehr sichtbar. Einerseits ist das Preisniveau für Erdgas in Relation zu den historischen Verhältnissen enorm tief gesunken, andererseits verändert dies auch das Investitionsverhalten der energieverarbeitenden Industrie. Es wird vermutet, dass nahezu 60% der US-amerikanischen industriellen Energiekonsumenten auf Gas umstellen werden oder bereits tun.  Eine solch gravierende Veränderung im Investitionsverhalten färbt naturgemäß auf herkömmliche Energieträger ab. Und hier ist es vorerst nicht Erdöl, sondern Kohle die im Preisgefüge nachgibt. Die Preise für US-amerikanische Kohle fallen. Und Kohle wird sehr wohl in Massen verschifft. Der Kursverfall des Baltic Dry erklärt sich zum Teil aus dieser Ableitung.

Europas Preise scheinen hingegen noch ein Hort der Sicherheit und Isolation zu sein, doch auch hier wackeln bereits die Dominosteine im Hintergrund. Russisches Erdgas, das ja nach wie vor eng an den Ölpreis gekoppelt ist, wird diese Preisbindung aufbrechen. Die Nabucco On-Off Thematik beleuchtet diesen Tatbestand taghell. Europas Energiekäufe werden dadurch billiger werden (müssen). Und selbst wenn Polen zuletzt seine Shale Gas Bohrungen auf die lange Bank geschoben hat und auch die OMV das Gas noch unterm Weinviertel ruhen lässt drehen sich in der Ukraine mit den akzeptiert höchsten Shale Gasreserven Europas nach wie vor munter die Bohrer.

Da überrascht die Meldung, dass die US-Öllagerbestände inzwischen auf einem Mehrmonatshoch angelangt sind gar nicht mehr, denn sie zeigt, wie rückläufig der Verbrauch und wie eng es daher um den Ölpreis bestellt ist. Inflation, als einziges etabliertes und akzeptiertes Instrument zur Schuldenreduktion unserer Staatshaushalte, verbleibt als Argumentativ gegen schwächere Energiepreise. Tanken als staatstragende Sozialinvestition, wer hätte das gedacht.



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    Tanken als staatstragende Sozialinvestition (Wolfgang Matejka)


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    Oberflächlich dominieren aber noch die Nachteile: Erdgas ist schwer über längere Strecken zu transportieren, insbesondere übers Meer. Um hier den gleichen Handelsanteil wie Rohöl zu erreichen sind massive Investitionen in neue Tankerschiffe notwendig und die will bzw. kann sich derzeit niemand leisten. Also bleibt der Preiseinfluss von Erdgas auf andere Energierohstoffe zumeist lokal begrenzt. Und in den USA herrscht gerade ein Shale Gas Boom …

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