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Buddy-Blog: Commerzbank und Solarworld im Depot (Max Otte)

Magazine aktuell


#gabb aktuell



27.08.2012, 2598 Zeichen

(Autor: Max Otte) Wenn Sie wüssten, wie es im PI Global aussieht…

Sehr geehrte Privatanleger,

wenn Sie wüssten, wie es im PI Global Value Fonds (WKN: A0NE9G) aussieht, würde es Ihnen bei einigen Positionen vielleicht mulmig werden. Wir haben dort auch etliche Aktien von „durchschnittlichen“ Unternehmen und sogar „Wetten“ – einfach, weil diese Investments so billig sind und das Chance-Risiko-Verhältnis ausgezeichnet ist. So ist die Commerzbank (WKN: 803200) mit 0,5 Prozent gewichtet. Solarworld (WKN: 510840) haben wir ebenfalls mit 0,5 Prozent im Fonds.

Sie erinnern sich vielleicht, dass ich 2005 bis 2009, als die Solarwelle auf ihrem Höhepunkt war, immer vor diesen Titeln abgeraten hatte, weil die Branche noch nicht konsolidiert war und die Unternehmen von staatlichen Subventionen abhängen. Jetzt habe ich eine kleine Position Solarworld in der berechtigten Hoffnung, dass Deutschland seine Solarindustrie nicht ganz sterben lässt. Commerzbank wiederum ist eine Wette darauf, dass diese Bank zu den systemrelevanten Banken der Welt gehört. Eine Pleite ist dennoch nicht ganz auszuschließen, aber unwahrscheinlich. Wenn sich die Finanzmärkte beruhigen, kann der Kurs in die Höhe schießen.

Unsere Vermögensberater tun sich schwer, Titel wie die Commerzbank oder Solarworld Privatanlegern zu empfehlen. Denn bei Aktien mit einem oder mehreren Fragezeichen muss man sich seiner Sache schon sehr sicher sein. Das ist Sache der Profis. Für Privatanleger ist es besser, in Top-Aktien investiert zu sein. Diese sind zwar fair bewertet, aber auch bei jetzigen Kursen winken noch langfristige Renditen von sieben bis zehn Prozent. Und wenn Nestlé (WKN: A0Q4DC), Coca-Cola (WKN: 850663) oder Novartis (WKN: 904278) irgendwann wirklich zu teuer sind, können Sie immer noch in Liquidität oder Gold tauschen.

Wenn Sie hingegen Aktien mit einem oder zwei Fragezeichen im Depot haben, und diese Positionen deutlich ins Minus rutschen, werden Sie irgendwann nervös. Und nach einer bestimmten Zeit sind sie so nervös, dass Sie verkaufen. Und dann dreht meistens der entsprechende Titel und schießt in die Höhe. Und man ärgert sich. Das ist mir selbst schon oft genug passiert.

Es ist emotional wahnsinnig schwierig, in zyklische Unternehmen und Turnarounds zu investieren. Dazu gehören auch die südeuropäischen Länder, in denen der Fonds engagiert ist. Lieber sind uns auch die Dauerläufer und Top-Unternehmen. Aber in dieser Situation suchen wir auch Deep Value – ich würde das mit „großen Wert“ übersetzen – dort, wo wir ihn finden können.

Auf gute Investments,

Ihr

Prof. Dr. Max Otte

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