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IVA-Rasinger fordert Kapitalmarktimpulse von der Politik ein

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23.05.2012, 2825 Zeichen

"Impulse für die Wiener Börse

Die Zeiten waren schon besser für den Börsevorstand: das Interesse für Aktien hat im Inland merklich nachgelassen und für die ausländischen institutionellen Investoren, die marktbeherrschend sind, ist die CEE-Euphorie verflogen. Es gibt zwar viel anlagesuchenedes Geld, aber die Verunsicherung ist sehr groß: die Preise für Gold und Immobilien haben stark angezogen.

Leider wurden in Österreich Anleger, die in gute Unternehmen investierten generell als „gierige“ Spekulanten verunglimpft. Und nicht wenig Politiker erklärten stolz, gar keine Aktien zu besitzen sondern ihr Geld nur in heimischen Staatsanleihen und auf Sparkonten zu veranlagen.  Das Projekt „Steuerbegünstigte Zukunftsvorsorge“ mit hohem heimischen Aktienanteil hat zwar dem Staat viel gekostet, aber die Erwartungen nicht erfüllt. In diesem Umfeld hat es die Führung der Börse wahrlich nicht leicht.

Für den Wirtschaftsstandort Wien sind eine funktionierende Börse und ein professioneller Kapitalmarkt jedoch sehr wichtig. In Zeiten des Internets können die dreißig wichtigsten Unternehmen auch in Frankfurt, München oder Stuttgart gehandelt werden. Dies hätte aber zur Folge, dass weniger attraktive Arbeitsplätze für Rechts-, PR- und Wirtschaftsberater, Bankspezialisten und Investor Relations-Manager erforderlich sind.

Ein Börseplatz ist wesentlich davon abhängig, ob die heimischen Investoren diese Institution in Anspruch nehmen und Interesse haben, in heimischen Unternehmen, zu denen sie durch die örtliche Nähe eine Bezug haben, zu investieren. Die Politik, allen voran die Finanzministerin und ihr Staatssekretär, ist gefordert, entsprechende Impulse zu setzen - durch längst fällige Gesetze (zur Erinnerung: „Bilanzpolizei“)  sowie personelle Veränderungen bei ihren Beratern und in der Öffentlichkeitsarbeit. Polen zeigt übrigens vor, wie mit einem starken poltischen Willen viel erreicht werden kann.

Dazu einige Anregungen (entnommen dem Forderungsprogramm des IVA): Reform der Zukunftsvorsorge; Modernisierung der Veröffentlichungsvorschriften (Wiener Zeitung, Website, neutrale Informationsplattform); Einführung eines „Wochen (ev. Monats-)marktes“ statt dem Marktsegment „standard market auction“ und „other securities.at“; mehr Mitarbeiter-Stiftungen à la voestalpine und AMAG; Handelsplattform für lokale Gesellschaften (Liftgesellschaften, Windenergie); Teilprivatisierungen der E-Landesgesellschaften; Effizienzsteigerungen bei FMA (Finanzmarktaufsicht) und Staaatsanwaltschaft zur Hebung des öffentlichen Vertrauens.

Jammern und nichts tun wird uns nicht weiter bringen. Von Heurigen und den Habsburgern kann Österreich auf Dauer nicht (über)leben.

Dr. Wilhelm Rasinger

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    Leider wurden in Österreich Anleger, die in gute Unternehmen investierten generell als „gierige“ Spekulanten verunglimpft. Und nicht wenig Politiker erklärten stolz, gar keine Aktien zu besitzen sondern ihr Geld nur in heimischen Staatsanleihen und auf Sparkonten zu veranlagen.  Das Projekt „Steuerbegünstigte Zukunftsvorsorge“ mit hohem heimischen Aktienanteil hat zwar dem Staat viel gekostet, aber die Erwartungen nicht erfüllt. In diesem Umfeld hat es die Führung der Börse wahrlich nicht leicht.

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    Ein Börseplatz ist wesentlich davon abhängig, ob die heimischen Investoren diese Institution in Anspruch nehmen und Interesse haben, in heimischen Unternehmen, zu denen sie durch die örtliche Nähe eine Bezug haben, zu investieren. Die Politik, allen voran die Finanzministerin und ihr Staatssekretär, ist gefordert, entsprechende Impulse zu setzen - durch längst fällige Gesetze (zur Erinnerung: „Bilanzpolizei“)  sowie personelle Veränderungen bei ihren Beratern und in der Öffentlichkeitsarbeit. Polen zeigt übrigens vor, wie mit einem starken poltischen Willen viel erreicht werden kann.

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