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Buddy-Blog: Wolfgang Matejka ... über emotionelle und strukturelle Verkaufsorders

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11.01.2012, 2721 Zeichen

(Autor: Wolfgang Matejka) Wir schlittern schon wieder über dünnes Eis. Die Doom-Propheten auf der einen und die Konjunktur-Optimisten auf der anderen Seite. Dazwischen … Trading. Kennen wir schon.

Der schmerzhafte Blick in die Kapitalmärkte wird dabei aber immer mehr von hoffnungsvollen Bewertungsanalysen begleitet. Wir haben ein Bewertungsniveau erreicht, das so ziemlich alles Schlechte einpreisen sollte. Der Grund dafür liegt paradoxerweise nicht einmal in der analytischen Beurteilung des ökonomischen „Worst Case-Szenarios“, sondern viel mehr in der emotionellen und strukturellen Verkaufsorder begraben. Wie schon mehrmals beschrieben, dürfen etliche Investoren keine Aktien mehr haben und haben, gehorsam wie immer, ihre Bestände eben verkauft. Preis egal. Bewertung Nebensache. Hauptsache weg.

Na ja. Jetzt sind wir die wenigen die noch übrig sind und sitzen inmitten der „Zuckerln“ und fragen uns, ob wir je von diesen süßen Dingern überhaupt naschen dürfen. Sprich, ob das Thema „Bewertung“ überhaupt noch zählt.

Die Frage ist berechtigt. Deutschland emittiert seine Bonds im Wochentakt im negativen Renditebereich. Quasi, zahlen, damit man etwas bekommt was weniger wert ist als man bezahlt. Realrendite schon längst zur Lachnummer verkommen. Inflation, who cares? Hauptsache sicher, Hauptsache investiert, Hauptsache keiner fragt nach.

Dagegen werden Aktien als Sachwerte, die sie ja nun einmal sind, komplett ignoriert. Deren volkswirtschaftlicher Wert konstant geleugnet. Dabei liegt es völlig auf der Hand, dass wir in 2001 gar keine Krise hatten! In der Realwirtschaft verzeichneten wir Rekordumsätze und Rekordgewinne. Einzig den Banken geht es schlecht. Und die drohen halt seit Jahren, ihre Schwäche an die Wirtschaft abzugeben (dies sei nur zum x-ten Male wiederholt, falls dies ja doch ein paar politische Entscheidungsträger lesen und dabei vielleicht die positive Rolle von Kapitalmärkten erkennen).

Später, in Zukunft, werden die Verantwortung für obige Investitionsmuster wohl wieder die institutionellen Vermögensverwalter intern tragen dürfen, in Wirklichkeit ist sie aber den Regulatoren und der Politik geschuldet. Deren Aktivitäten, bzw. Nichtaktivitäten, und deren sinnfremde Regularien vernichten gerade Werte die die Notenbanken gar nicht nachkommen frisch zu drucken.

Anyhow. Der langfristige und wissende Investor wird mit ein wenig Geduld und Disziplin in der Faktenkontrolle historisch günstige Investments machen, deren Wertzuwächse die kommenden Wirtschaftsbücher füllen werden. Das Eis, auf dem wir fahren, ist daher nur scheinbar dünn, denn das Wasser aus dem es besteht ist inzwischen glasklar und wir sehen bis auf den Grund. Wer das weiß, erlebt beim Eislaufen das pure Vergnügen.


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    (Autor: Wolfgang Matejka) Wir schlittern schon wieder über dünnes Eis. Die Doom-Propheten auf der einen und die Konjunktur-Optimisten auf der anderen Seite. Dazwischen … Trading. Kennen wir schon.

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