17.03.2026, 3705 Zeichen
Saks Global erhält die letzte Rate seines 1,75-Milliarden-Dollar-Rettungspakets. Das Unternehmen hatte im Januar Insolvenz nach Chapter 11 beantragt. Die Freigabe der Mittel folgte auf die Genehmigung eines Fünfjahresplans durch die Hauptgläubiger.
Das frische Kapital soll den laufenden Betrieb des Luxuskonzerns stabilisieren und seine Transformation vorantreiben. CEO Geoffroy van Raemdonck sieht darin die Basis für eine Rückkehr in die Gewinnzone. Das Ziel ist eine zweistellige bereinigte EBITDA-Marge.
Ein zentrales Problem war der Lieferstopp vieler Luxusmarken wegen unbezahlter Rechnungen. Mit der neuen Finanzierung kehrt nun Bewegung in die Ketten zurück: Fast 600 Marken liefern wieder. Dadurch wurden Einzelhandelsbestände im Wert von 1,4 Milliarden Dollar freigegeben.
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Die Geschäftszahlen reagieren bereits positiv. In diesem März stiegen die Wareneingänge um knapp 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für den Luxushandel ist eine kontinuierliche Versorgung mit aktuellen Kollektionen überlebenswichtig.
Um profitabler zu werden, schrumpft Saks Global sein Ladenportfolio drastisch. Seit dem Insolvenzantrag kündigte der Konzern die Schließung von 20 der 33 Saks Fifth Avenue Stores und vier Neiman Marcus Filialen an.
Künftig sollen nur noch 13 Saks- und 32 Neiman Marcus-Standorte sowie der Bergdorf Goodman Flagship-Store betrieben werden. Auch das Outlet-Geschäft wird massiv reduziert: Von rund 60 Saks Off 5th-Stores bleiben nur zwölf übrig.
Die Logistik strafft das Unternehmen auf drei moderne Verteilzentren. Diese umfassenden Maßnahmen kosten mehr als 1.200 Menschen ihren Job.
Die finanzielle Schieflage hat eine klare Ursache: die 2,7 Milliarden Dollar teure Übernahme der Neiman Marcus Group Ende 2024. Die daraus resultierende Schuldenlast von 3,4 Milliarden Dollar erwies sich als untragbar.
Die Insolvenz löste auch Konflikte mit Großinvestoren aus. Der Technologiekonzern Amazon, der 475 Millionen Dollar in die Neiman-Übernahme investiert hatte, versuchte laut Gerichtsdokumenten Teile der neuen Finanzierung zu blockieren – ohne Erfolg. Saks beendete zudem die Verkaufspartnerschaft auf der Amazon-Plattform.
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Die Einigung mit den Gläubigern sendet ein starkes Signal an die Branche. Dass Hunderte Lieferanten wieder Ware schicken, werten Experten als Vertrauensbeweis für den Sanierungskurs. Doch der Druck auf stationäre Luxuskaufhäuser bleibt hoch.
Immer mehr Modemarken setzen auf eigenen E-Commerce. Traditionelle Einzelhändler müssen sich als unverzichtbare Erlebniswelten neu erfinden. Die Strategie von Saks Global, sich auf profitable Kernmärkte zu konzentrieren, folgt diesem Branchentrend.
In den kommenden Wochen muss das Unternehmen den formellen Reorganisationsplan beim Insolvenzgericht in Texas einreichen. Ob Saks Global als agilerer und fokussierterer Player aus der Krise hervorgeht, entscheidet sich an der Kasse der verbliebenen Premium-Standorte.
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