15.04.2026, 4524 Zeichen
Der Live Streaming Markt ist schon längst kein Nischenthema mehr, sondern eine milliardenschwere Industrie. Da macht es natürlich einen großen Unterschied, für welche Plattform man sich entscheidet. Die großen Player YouTube und Twitch buhlen seit Jahren um die Gunst der Creator und natürlich des Publikums. Und im Moment sieht es so aus, als ob der Großvater des modernen Streamings ein bisschen die Nase vorn hätte.
Das Angebot im Internet ist vielfältig. Man findet dort Filme, Videospiele und auch manche Wettplattform online. Streaming ist aber für viele das wichtigste Medium und im letzten Jahr sah es noch so aus, dass Twitch den Markt fest in der Hand hatte. Da ging es in erster Linie um Streamer von Videospielen, aber auch eine ganze Menge von anderen Genres, wie IRL Streamer oder Podcasts. YouTube hatte für lange Zeit das Nachsehen und es sah ein bisschen so aus, als wäre die erste große Videoplattform etwas aus der Relevanz gefallen. Denn der Markt für Shorts gehört ganz klar zu TikTok, während das Streaming bei Twitch zu Hause war.
In diesem Jahr hat sich da allerdings eine ganze Menge verändert. YouTube hat im Bereich Streaming ein Wachstum hingelegt, von dem viele CEOs nur träumen können. Denn was das Streamen von Videospielen angeht, hat der Videoriese ganze 25 % zugelegt. Damit beherrscht YouTube inzwischen also mehr als nur einen Achtungserfolg. In der Realität bedeutet das quasi, dass etwa 24 % des gesamten Marktes für Streaming von Videospielen inzwischen auf YouTube stattfindet. Das ist ein gewaltiger Fortschritt für den Riesen. Twitch auf der anderen Seite musste einen kleinen aber empfindlichen Verlust von 4,6 % hinnehmen. Auf den ersten Blick ist das nicht viel. Das Risiko für Twitch ist aber, dass diese Entwicklung einen Trend einleitet.
Diese Entwicklung ist schon ein bisschen überraschend, denn schließlich war es bis vor kurzem eigentlich klar, dass Streamer sich fast automatisch für Twitch entscheiden würden. Doch das anhaltende Bemühen von YouTube trägt inzwischen Frucht und der Marktanteil wächst stetig. Dabei ist es aber nicht alleine die Werbung, die hier den Ausschlag gibt. Denn die Plattform YouTube hat auch ein paar inhärente Vorteile, die die Wettbewerbssituation deutlich verbessern und sich besonders langfristig bemerkbar machen.
Der Hauptvorteil, den YouTube Twitch gegenüber hat, ist eine Bedienung von allen Formaten. Bei YouTube gibt es Shorts, VODs, langformatige Videos und Live Streams. Das bedeutet eine Ansprache, die sich an ein großflächiges Publikum mit unterschiedlichen Geschmäckern richtet. Diese Vielfalt gibt es bei Twitch schlicht und ergreifend nicht. Für den Creator bedeutet das natürlich eine höhere Flexibilität. Außerdem genießt der Creator bei YouTube vom ersten Tag an einen finanziellen Vorteil. Denn der Split der Einnahmen ist von vornherein 70/30. Bei Twitch auf der anderen Seite muss man sich zunächst mit 50/50 zufriedengeben, bis man dann ein entsprechendes Publikum hat. Dann gibt es die Möglichkeit, einen direkten Vertrag zu verhandeln.
Ein ganz essenzieller Vorteil von YouTube ist natürlich außerdem die Infrastruktur, die einen mobilen Zugang ermöglicht. Denn die meisten Zuschauer nutzen Streaming dann eben doch über ein mobiles Endgerät. Da YouTube über eine eigene App verfügt, geht das besonders einfach und ist nicht von der Kompatibilität des Browsers abhängig. Außerdem kann YouTube die App besser warten, und so eventuellen Störungen oder anderen Unwägbarkeiten vorbeugen. Für den Creator bedeutet das natürlich eine höhere Stabilität und eine bessere Planbarkeit. Wo Twitch der junge Wilde ist, da ist YouTube ganz einfach die "Corporate" Lösung, die zwar weniger Freiheit bei der Themenauswahl bietet, dafür aber mehr Sicherheit und Verlässlichkeit. Gerade für die Creator mit einem großen Publikum ist das natürlich ein schlagendes Argument.
Mit dem Wachstum in diesem Jahr hat YouTube eine entscheidende Schlacht in der anhaltenden Auseinandersetzung um den Streaming-Markt gewonnen. Für Twitch ist noch nicht alles verloren. Wichtig ist nun aber, dass die Plattform eine großflächige Migration verhindert. Kern dieser Strategie ist es, die Creator mit dem größten Publikum auf der Plattform zu halten. Denn wenn sich die Großen verabschieden, dann werden die kleinen sicherlich auch nicht bleiben. Dazu müssen dann möglicherweise auch einmal etwas lukrativere Verträge her.
Kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Erwin Hof (Wiener Börse) lässt Buy & Hold gegen Sell in May antreten, hier am Beispiel ATX TR
1.
YouTube - https://pixabay.com/illustrations/youtube-logo-youtube-logo-5702765/
Aktien auf dem Radar:Telekom Austria, AT&S, Flughafen Wien, Amag, CPI Europe AG, voestalpine, Oberbank AG Stamm, Verbund, OMV, CA Immo, Zumtobel, Polytec Group, Rosenbauer, Semperit, BKS Bank Stamm, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Allianz, Rheinmetall, Continental, Porsche Automobil Holding, Fresenius Medical Care, Fresenius, Zalando, Deutsche Boerse, Brenntag, adidas, Commerzbank, Infineon, MTU Aero Engines, SAP.
Agrana
Die Agrana Beteiligungs-AG ist ein Nahrungsmittel-Konzern mit Sitz in Wien. Agrana erzeugt Zucker, Stärke, sogenannte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate sowie Bioethanol. Das Unternehmen veredelt landwirtschaftliche Rohstoffe zu vielseitigen industriellen Produkten und beliefert sowohl lokale Produzenten als auch internationale Konzerne, speziell die Nahrungsmittelindustrie.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner