01.03.2026, 4513 Zeichen
Oracle steht gleich von zwei Seiten unter Beobachtung: Ein Analysten-Upgrade gibt der Aktie Rückenwind, gleichzeitig sorgt OpenAIs gigantische Finanzierung für neue Zuversicht rund um die wichtigsten KI-Aufträge. Doch nach dem Strategiewechsel hin zu einem kapitalintensiven Ausbau zählt am Ende nur eins: Kann Oracle die versprochenen Cloud- und KI-Erlöse auch sauber in Cashflow verwandeln?
OpenAI hat neue Mittel in Höhe von 110 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Laut BNP Paribas entschärft das die Sorge, OpenAI könnte seine Rechnungen nicht stemmen – und genau das ist für Oracle zentral. Denn ein Kernpunkt ist ein auf fünf Jahre angelegter Vertrag über rund 300 Milliarden US-Dollar für Servermieten und Rechenzentrumskapazität.
Für Anleger ist diese Nachricht vor allem deshalb wichtig, weil sie ein akutes Risikothema adressiert: Die Finanzierungskraft eines Großkunden, von dem ein erheblicher Teil der künftigen Auftragslage abhängt. BNP-Paribas-Analyst Stefan Slowinski wertet die Runde trotz erwarteter Größenordnung als klar positiv, weil sie die Zahlungsfähigkeit stützt. Gleichzeitig verschiebt sich damit der Fokus: Wenn OpenAI zahlen kann, rückt stärker in den Vordergrund, ob Oracle die Kapazitäten planmäßig liefert und auf die KI-Investitionen attraktive Renditen erzielt.
Bereits am 25. Februar stufte Oppenheimer Oracle auf „Outperform“ hoch (zuvor „Perform“) und setzte ein Kursziel von 185 US-Dollar. Die Analysten geben dabei offen zu: Der Call könnte früh kommen, weil der Strategiewechsel Zeit braucht, bis er sich sichtbar in den Zahlen niederschlägt.
Die Begründung: Das Chance-Risiko-Verhältnis habe sich verbessert, nachdem die Bewertungskennzahlen seit September laut Oppenheimer um mehr als die Hälfte gefallen sind. Zudem erwartet das Haus, dass sich der Gewinn je Aktie bis zum Geschäftsjahr 2030 verdoppeln könnte – selbst in einem Basisszenario, in dem Oppenheimer die Umsatzannahmen des Managements um 25% reduziert. Als weitere Entlastung nennt Oppenheimer, dass Risiken bei Gegenparteien, Finanzierung und Umsetzung nach einer jüngsten Kapitalmaßnahme und der Nennung großer Kunden (u.a. OpenAI und TikTok) tendenziell abnehmen.
Der Hintergrund der Nervosität ist der teure Ausbau: Oracle will in diesem Jahr insgesamt 45 bis 50 Milliarden US-Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufnehmen, um zusätzliche Cloud-Infrastruktur zu bauen. Ein Baustein ist ein Börsenverkaufsprogramm („at-the-market“) von bis zu 20 Milliarden US-Dollar. Auf der Fremdkapitalseite platzierte Oracle am 2. Februar Investment-Grade-Anleihen über 25 Milliarden US-Dollar; die Nachfrage lag laut Bericht bei über 129 Milliarden US-Dollar.
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Zusätzlichen Druck brachte eine Anleihegläubiger-Klage: Investoren, die im September Anleihen im Volumen von 18 Milliarden US-Dollar gekauft hatten, werfen Oracle vor, später überraschend weitere 38 Milliarden US-Dollar an Krediten aufgenommen zu haben, um den Rechenzentrums-Ausbau für den OpenAI-Deal zu finanzieren.
Operativ untermauert Oracle die KI-Story mit einem riesigen Auftragsbestand: Zum Ende des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2026 lagen die „Remaining Performance Obligations“ (RPO) bei 523 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 433% gegenüber dem Vorjahr. Rund 300 Milliarden US-Dollar davon sollen auf OpenAI entfallen – genau deshalb ist die neue OpenAI-Finanzierung so ein zentraler Baustein.
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit weiter im Chart: Der Schlusskurs am Freitag lag bei 123,00 Euro, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 26,35% zu Buche.
Am 9. März legt Oracle die nächsten Quartalszahlen vor. Nach dem starken Q2 (Non-GAAP-EPS 2,26 US-Dollar; Umsatz plus 13% auf 16,1 Milliarden US-Dollar; Cloud-Umsatz plus 33% auf 8 Milliarden US-Dollar) dürfte diesmal besonders zählen, ob sich das hohe Investitionstempo in weiter beschleunigtem Cloud-Wachstum und einer besseren Cashflow-Dynamik niederschlägt.
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