25.03.2026, 3504 Zeichen
Amazon rüstet sich für die nächste technologische Ära und erweitert sein Portfolio gezielt durch strategische Zukäufe. Neben dem massiven Ausbau der KI-Infrastruktur rückt nun überraschend die Hardware-Sparte in den Fokus der Investoren. Mit der Übernahme zweier spezialisierter Robotik-Startups und Plänen für ein völlig neuartiges Smartphone signalisiert der Konzern klare Ambitionen jenseits des reinen Online-Handels.
Um die eigene Automatisierung voranzutreiben, hat der Tech-Gigant gleich doppelt zugeschlagen. In New York sicherte sich Amazon Fauna Robotics, die Entwickler des humanoiden Roboters "Sprout". Dieser ist primär für Forschungszwecke und soziale Räume konzipiert. Das Team um Fauna-CEO Rob Cochran wird künftig in die New Yorker Niederlassung von Amazon integriert, um die Softwareplattform des Roboters an bestehende Systeme anzubinden.
Parallel dazu wurde das Zürcher Startup Rivr übernommen. Das Spin-off der ETH Zürich, das zuvor mit rund 110 Millionen US-Dollar bewertet wurde, ist auf autonome Lieferroboter spezialisiert. Ziel dieser Akquisition ist es, die Navigation und Effizienz bei der Zustellung in komplexen städtischen Umgebungen deutlich zu verbessern.
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Abseits der Robotik sorgt ein weiteres Hardware-Projekt für Aufsehen. Berichten zufolge arbeitet Amazon unter dem Codenamen "Transformer" an einem neuen Smartphone. Im Gegensatz zu herkömmlichen Geräten soll dieses Modell vollständig auf den KI-Assistenten Alexa+ ausgerichtet sein und sprachgesteuerte Aufgaben priorisieren. Analysten vermuten, dass das Gerät als minimalistisches Zweithandy positioniert wird. Damit wagt der Konzern nach über einem Jahrzehnt die Rückkehr in den Mobilfunkmarkt und nutzt seine massiven Investitionen in generative Künstliche Intelligenz zur Differenzierung.
Diese strategischen Vorstöße fallen in eine Phase gewaltiger Kapitalausgaben. Die Wall Street diskutiert derzeit intensiv über das geplante Investitionsbudget von 200 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2026 – ein Anstieg um 70 Milliarden gegenüber 2025. Das Geld fließt primär in den Ausbau von Rechenzentren.
Trotz kurzfristiger Sorgen um den freien Cashflow zeigt sich die Investmentbank Jefferies optimistisch und belässt das Kursziel bei 300 US-Dollar. Zur Begründung verweisen die Experten auf das starke Wachstum der Cloud-Sparte AWS, die zuletzt ein Umsatzplus von 24 Prozent verzeichnete und 12,5 Milliarden US-Dollar zum operativen Gewinn beisteuerte. An der Börse stützten diese Nachrichten den Kurs: Die Papiere erholten sich von ihrer jüngsten Schwächephase und schlossen am Dienstag bei 179,98 Euro.
Weitere Details zur strategischen Ausrichtung dürften zeitnah folgen. Am 23. April wird das Management die Zahlen für das erste Quartal 2026 präsentieren. Investoren erwarten sich von diesem Termin konkrete Aussagen zum Tempo der KI-Ausgaben sowie einen klaren Fahrplan für die Integration der neu erworbenen Robotik-Einheiten.
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