20.03.2026, 2185 Zeichen
ProCredit drückt bei der Digitalisierung aufs Tempo, zahlt dafür aber einen hohen Preis. Während das Kreditgeschäft zweistellig wächst, schrumpfen die Gewinne und die Renditeerwartungen für das laufende Jahr. Anleger reagieren heute mit deutlichen Verkäufen auf die vorgelegten Zahlen und den verhaltenen Ausblick.
Der Jahresüberschuss für 2025 sank spürbar auf 83,45 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch über 104 Millionen Euro in den Büchern standen. Das schlägt sich auch im Ergebnis je Aktie nieder, das von 1,77 Euro auf 1,42 Euro zurückging. Trotz dieses Gewinnrückgangs zeigt das operative Geschäft Dynamik: Sowohl die Kreditausleihungen als auch die Kundeneinlagen legten währungsbereinigt um jeweils 13,1 Prozent zu.
Digitalisierung drückt auf die Marge
Die Skepsis am Markt rührt vor allem von der Prognose für 2026 her. Das Management erwartet lediglich ein Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres. Die geplante Eigenkapitalrendite soll sogar von 7,8 Prozent auf etwa 7 Prozent sinken. Grund für diese gebremste Profitabilität sind hohe Investitionen in die digitale Transformation, insbesondere der Rollout einer neuen Mobile-Banking-App.
Die Börse quittiert die Nachricht heute mit einem Kursminus von über 8 Prozent auf 7,42 Euro. Damit rückt die Aktie wieder näher an ihr 52-Wochen-Tief von 6,98 Euro heran. Offenbar wiegen die kurzfristigen Kosten der Digitalstrategie für viele Investoren schwerer als das mittelfristige Ziel einer Eigenkapitalrendite von 13 bis 14 Prozent.
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D&D Research Rendezvous #22: Gunter Deuber mit Blick auf den ATX, besonderen Blick auf AT&S, dazu Notenbanken, Standort, KI und Treasury
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