20.03.2026, 3270 Zeichen
Micron Technology hat im zweiten Geschäftsquartal 2026 Zahlen vorgelegt, die kaum besser hätten ausfallen können — und trotzdem reagierte der Kurs mit Abgaben. Ein Widerspruch, der sich bei näherer Betrachtung erklärt.
Zahlen, die für sich sprechen
Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 196 Prozent auf 23,86 Milliarden US-Dollar. Alle Segmente trugen zum Wachstum bei: Das Mobilfunk- und Client-Geschäft legte 245 Prozent auf 7,7 Milliarden zu, das Rechenzentrumsgeschäft kletterte 211 Prozent auf 5,7 Milliarden, und das Cloud-Memory-Segment erreichte ebenfalls 7,7 Milliarden — ein Plus von 163 Prozent. Die Bruttomarge verbesserte sich auf 74,4 Prozent, nach 36,8 Prozent im Vorjahreszeitraum. Der operative Cashflow wuchs um 202 Prozent auf 11,9 Milliarden Dollar.
Für das laufende dritte Quartal erwartet das Management einen Umsatz von rund 33,5 Milliarden Dollar — was einem Wachstum von etwa 260 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Die Bruttomarge soll auf rund 81 Prozent steigen, der bereinigte Gewinn je Aktie auf 19,15 Dollar.
KI-Nachfrage treibt Investitionen
Um die wachsende Nachfrage nach KI-Hardware zu bedienen, hebt Micron die Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2026 auf mehr als 25 Milliarden Dollar an — ursprünglich waren 20 Milliarden vorgesehen. Das Geld fließt vor allem in den Ausbau der Fertigungskapazitäten für Hochleistungsspeicher. Micron hat zuletzt die Massenproduktion seines HBM4-Speichers aufgenommen, der eine Bandbreite von über 2,8 Terabyte pro Sekunde erreicht und rund 20 Prozent energieeffizienter arbeitet als bisherige Generationen. Das Bauteil ist unter anderem für Nvidias kommende Vera-Rubin-Plattform vorgesehen.
Gestützt auf die hohe Cashgenerierung — das Unternehmen schloss das Quartal mit 16,7 Milliarden Dollar in liquiden Mitteln ab — erhöhte der Vorstand die Quartalsdividende um 30 Prozent auf 0,15 Dollar je Aktie. Auszahlung erfolgt am 15. April 2026 an Aktionäre, die am 30. März im Register stehen.
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Warum der Kurs trotzdem nachgab
Die Aktie hatte vor dem Quartalsbericht bereits mehr als 330 Prozent in zwölf Monaten zugelegt. Marktbeobachter werteten die anschließenden Abgaben als Gewinnmitnahmen, kombiniert mit Bedenken über den deutlich gestiegenen Investitionsbedarf. Zusätzlichen Druck erzeugte das Analysehaus Summit Insights, das die Aktie von „Buy" auf „Hold" zurückgestuft hat — mit der Begründung, die bisherige Outperformance werde sich verlangsamen. Makroökonomische Belastungen im Halbleitersektor verstärkten den Verkaufsdruck.
Gemessen an den Kursdaten der vergangenen zwölf Monate — ein Plus von fast 289 Prozent — bleibt Micron einer der stärksten Performer im Technologiesektor. Die Frage ist nun, ob die für das dritte Quartal angekündigten Zahlen die hohen Erwartungen tatsächlich einlösen.
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