22.03.2026, 2892 Zeichen
Nach dem geplatzten Deal mit Warner Bros. Discovery muss Netflix nun aus eigener Kraft wachsen. Dafür nimmt der Streaming-Gigant in diesem Jahr die Rekordsumme von 20 Milliarden US-Dollar für neue Inhalte in die Hand. Während Blockbuster und Live-Events die Abonnenten bei Laune halten sollen, blicken Investoren zunehmend kritisch auf die steigenden Kosten.
Fokus auf eigene Inhalte
Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, baut das Unternehmen sein Angebot aktuell massiv aus. Erst am 20. März feierte der Film „Peaky Blinders: The Immortal Man“ Premiere, zeitgleich mit einem großen Live-Konzert der koreanischen Band BTS. Auch die zweite Staffel der Erfolgsserie „One Piece“ startete Anfang des Monats.
Allerdings blieben die Aufrufzahlen von „One Piece“ in der ersten Woche leicht unter denen der Debütstaffel. Dies deutet darauf hin, dass vor allem die bestehende Fangemeinde einschaltete, während ein breiteres Zuschauerwachstum bei diesem Format ausblieb.
Das 20-Milliarden-Dollar-Preisschild
Dieser stetige Nachschub an Inhalten hat seinen Preis. Das Budget für Produktionen und Lizenzen steigt 2026 um zehn Prozent auf 20 Milliarden US-Dollar. Ein erheblicher Teil dieser Summe fließt in teure Live-Sportrechte wie die amerikanische Football-Liga NFL und WWE Raw.
Das Management verspricht sich davon eine langfristige Bindung der mittlerweile über 300 Millionen Abonnenten. Kurzfristig drückt diese Strategie jedoch auf die Profitabilität. Die anvisierte operative Marge von 31,5 Prozent für das laufende Jahr liegt unter den Erwartungen der Analysten.
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Organisches Wachstum als Pflichtprogramm
Da externe Übernahmen vorerst vom Tisch sind, muss das Kerngeschäft die aktuelle Marktbewertung rechtfertigen. Ein zentraler Treiber soll dabei das Werbegeschäft werden, das seinen Anteil am Gesamtumsatz auf knapp sechs Prozent ausbauen soll. Für das Gesamtjahr 2026 plant das Management mit folgenden Eckdaten:
- Umsatz: 50,7 bis 51,7 Milliarden US-Dollar
- Werbeeinnahmen: 3 Milliarden US-Dollar
- Freier Cashflow: Etwa 11 Milliarden US-Dollar
Am 16. April wird Netflix die Zahlen für das erste Quartal 2026 vorlegen. Ohne die Ablenkung durch Fusionsfantasien rückt die operative Umsetzung des teuren Content-Plans in den Mittelpunkt. Jeder Fehltritt bei der Rendite dieser Investitionen, dem Abonnentenwachstum oder der Akzeptanz des werbefinanzierten Modells dürfte zu einer unmittelbaren Neubewertung der Aktie führen.
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