26.03.2026, 4739 Zeichen
Die Bundesregierung erwägt eine Erhöhung des regulären Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 21 Prozent. Ziel ist es, Spielraum für Entlastungen bei der Einkommensteuer zu schaffen und ein riesiges Haushaltsloch zu stopfen. Die Pläne spalten jedoch die Koalition und treffen auf massive Kritik von Sozialverbänden.
Anzeige
Angesichts drohender Steuererhöhungen und komplexer Regelungen ist es für Unternehmer und Selbstständige entscheidend, keine unnötigen Abgaben zu leisten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Umsatzsteuer-Pflichten rechtssicher erfüllen und dabei steuerliche Optimierungspotenziale voll ausschöpfen. Kostenloses E-Book zur Umsatzsteuer jetzt herunterladen
Finanzministerium rechnet mit Milliarden-Plus
Hinter den Kulissen laufen intensive Berechnungen. Laut Medienberichten vom 25. März prüft das Bundesfinanzministerium unter SPD-Chef Lars Klingbeil eine Anhebung um zwei Prozentpunkte. Jeder Punkt würde dem Staat über 15 Milliarden Euro zusätzlich bescheren, zwei Punkte rund 31 Milliarden Euro. Diese Summen werden dringend benötigt, um ein erwartetes Haushaltsdefizit von über 130 Milliarden Euro in den Jahren 2027 bis 2029 zu schließen.
Die Idee: Mit den Mehreinnahmen aus der Konsumsteuer sollen Senkungen der Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen gegenfinanzierbar werden. Ein klassischer Steuer-Tausch also. Doch ist das politisch durchsetzbar?
Koalition zerstritten über den richtigen Weg
Innerhalb der schwarz-roten Regierung herrscht keineswegs Einigkeit. Während die SPD die Erhöhung als eine Option sieht, senden andere Signale der Ablehnung. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) lehnt Steuererhöhungen der SPD grundsätzlich ab. Er brachte stattdessen eine andere Idee ins Spiel: eine deutliche Senkung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Lebensmittel, um einkommensschwache Haushalte zu entlasten.
Berichten zufolge wird das Finanzministerium in den aktuellen Reformgesprächen sogar keine Mehrwertsteuererhöhung vorschlagen. Vielmehr sei die Debatte bisher vor allem von der Unionsseite angestoßen worden. Ein Hinweis auf das politische Ping-Pong um ein heikles Thema.
Ökonomen gespalten, Familienverband warnt
Auch Wirtschaftsexperten sind uneins. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, hält den Schritt für vernünftig. Er könnte Anreize für Arbeit erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr argumentiert ähnlich: Es kann sinnvoll sein, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, um schädlichere Steuern oder Abgaben zu senken.
Kritisch sieht es dagegen Marcel Fratzscher, Präsident des DIW. Er befürchtet eine Umverteilung von oben und unten in die Mitte – und dass Geringverdiener am Ende schlechter dastehen. Dennoch rechnet auch er mit einer Erhöhung auf 21 Prozent. Der Grund? Die Koalition werde den politisch bequemsten Weg wählen, um das Haushaltsloch zu stopfen.
Anzeige
Ob Mehrwertsteuer-Anpassungen oder neue Grenzwerte – das Wachstumschancengesetz bringt 2024 zahlreiche Neuerungen für die Wirtschaft mit sich. Erfahren Sie in diesem Spezial-Report, welche 17 versteckten Vorteile Sie für Ihren Betrieb nutzen können und wie Sie die neuen Anforderungen rechtzeitig umsetzen. Gratis-Report zum Wachstumschancengesetz sichern
Der Deutsche Familienverband warnte am 25. März eindringlich vor den sozialen Folgen für Familien. Eine Steuererhöhung müsse unter sozialpolitischen Gesichtspunkten bewertet werden, so der Verband, der stattdessen Entlastungen bei Steuern und Abgaben fordert.
Reform-Paradox: Entlastungen und Belastungen zugleich
Die Bdbeatte findet in einem widersprüchlichen Kontext statt. Einerseits treten 2026 bereits beschlossene Entlastungen in Kraft: ein höherer Grundfreibetrag, eine steigende Pendlerpauschale und höhere Minijob-Grenzen. Auch die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie auf sieben Prozent startet zum Jahresbeginn.
Andererseits steht nun diese massive potenzielle Belastung durch eine höhere allgemeine Mehrwertsteuer im Raum. Die politische Gratwanderung ist enorm: Wie schließt man ein Milliardenloch, ohne Bürger und Wirtschaft zu überlasten?
Entscheidung bis zum Sommer?
Die Regierung arbeitet unter Hochdruck an einer „Zukunftsagenda“. Bis Pfingsten soll ein Maßnahmenpaket vorliegen, bis zum Sommer sind Gesetzentwürfe geplant. Die Frage der Mehrwertsteuer wird dabei eine zentrale Rolle spielen.
Die Entscheidung wird weitreichende Folgen haben – für die Kaufkraft jedes Einzelnen, für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und für die Stabilität des deutschen Haushalts. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die Koalition auf einen steuerpolitischen Großtausch einigen kann oder ob der bequemste Weg tatsächlich derjenige ist, der direkt an der Kasse zu spüren ist.
Zertifikate Party Österreich: ZFA-Kommunikator und Filmstar Bernhard Grabmayr (noch 11 Tage bis zum 20. Zertifikate Award 2026)
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:Austriacard Holdings AG, Mayr-Melnhof, Bajaj Mobility AG, Zumtobel, Amag, Agrana, Porr, Semperit, Polytec Group, Kapsch TrafficCom, Verbund, DO&CO, FACC, Frauenthal, Frequentis, Reploid Group AG, CPI Europe AG, Linz Textil Holding, RBI, Uniqa, VIG, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Telekom Austria, Zalando, Microsoft, IBM, salesforce.com, Fresenius Medical Care, Merck KGaA, Airbus Group.
Random Partner
Österreichische Post
Die Österreichische Post ist der landesweit führende Logistik- und Postdienstleister. Zu den Hauptgeschäftsbereichen zählen die Beförderung von Briefen, Werbesendungen, Printmedien und Paketen. Das Unternehmen hat Tochtergesellschaften in zwölf europäischen Ländern.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Bernhard Grabmayr: Der Mann hinter 20 Jahren Zertifikate-Kommunikation i...
» LinkedIn-NL: Monthly Main Event #2 und 10x ZFA-Countdown
» Vom Punk-Rock zum Fondsmanagement: Bernhard Haas und die Kunst des öster...
» Börsepeople im Podcast S25/06: Bernhard Haas
» AT&S: Wie Glass Core und KI-Substrate den österreichischen Technologiefü...
» 20 Jahre Zertifikate-Forum Austria: Wie Vontobel den österreichischen Ma...
» Österreich-Depots: Beide auf Rekord (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 29.5.: CPI Europe, VIG (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)
» Nachlese: Marianne Kögel Raiffeisen Zertifikate, Jason Turner, Alex Schü...
» PIR-News: Zahlen von Uniqa, CPI Europe, News zu Strabag, BKS, Research z...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Bernhard Grabmayr: Der Mann hinter 20 Jahren Zert...
- LinkedIn-NL: Monthly Main Event #2 und 10x ZFA-Co...
- 21st Austria weekly - Uniqa, CPI (29/05/2026)
- 21st Austria weekly - Andritz, Vienna Insurance G...
- 21st Austria weekly - Porr (27/05/2026)
- 21st Austria weekly - Andritz (26/05/2026)
Featured Partner Video
Kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Ich muss jetzt eine Fairness-Klausel bei den Börsepeople-Podcasts einführen, wird eh nicht funktionieren ...
kapitalmarkt-stimme.at daily voice auf audio-cd.at: Die Börsepeople-Podcasts (ca. 560 Folgen live unter http://www.audio-cd.at/people ) s...
Books josefchladek.com
Bertien van Manen
Let's Sit Down Before We Go
2011
MACK
Stephen Shore
Uncommon Places
1982
Aperture
Anton Bruehl
Mexico
1933
Delphic Studios
