29.03.2026, 2613 Zeichen
Das Management des Zahlungsdienstleisters Klarna sendet deutliche Vertrauenssignale an den Markt. Aufsichtsratschef Michael Moritz und weitere Führungskräfte investierten kürzlich Millionen in das eigene Unternehmen. Anleger ignorieren diese positiven Impulse derzeit jedoch beharrlich, da ein technischer Faktor die Papiere massiv belastet.
Verantwortlich für die anhaltende Schwäche ist das Ende der sogenannten Lock-up-Frist. Seit dem 9. März sind rund 335 Millionen Aktien aus der Zeit vor dem Börsengang frei handelbar. Dieses plötzliche Überangebot an Papieren drückt die Notierung spürbar nach unten. Am Freitag rutschte der Titel auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 10,70 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein Minus von über 56 Prozent. Da halfen auch die Stützungskäufe von Moritz im Wert von fast 50 Millionen US-Dollar bisher wenig.
Extreme Bewertungsunterschiede
Abseits der technischen Verkaufsorders zeigt sich an der Wall Street ein tief gespaltenes Bild zur fairen Bewertung. Während Analysten im Schnitt ein Kursziel von knapp 40 US-Dollar ausgeben und zum Kauf raten, fallen fundamentale Bewertungsmodelle deutlich pessimistischer aus. Basierend auf abgezinsten Zahlungsströmen (DCF) sehen einige Experten den fairen Wert bei lediglich gut 7 US-Dollar.
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Operativ liefert das Fintech derweil Argumente für die Optimisten. Eine neue Partnerschaft mit dem Ferienparkbetreiber EuroParcs soll das stark wachsende Freizeitsegment weiter ankurbeln. Dieser Bereich verzeichnete zuletzt ein jährliches Wachstum von 91 Prozent. Gleichzeitig greifen interne Effizienzmaßnahmen. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sanken die operativen Ausgaben um elf Prozent, während der Umsatz im selben Zeitraum um ein Viertel zulegte.
Mit über 55 Millionen täglich aktiven Nutzern und steigenden Erlösen nähert sich das Unternehmen der Gewinnschwelle. Analysten rechnen damit, dass dieser Meilenstein bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres erreicht wird. Bis der Markt diesen operativen Fortschritt in der Bewertung berücksichtigt, muss zunächst der Verkaufsdruck aus der abgelaufenen Haltefrist vollständig abgebaut werden.
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Börsepeople im Podcast S24/21: Hugo Brock
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