08.03.2026, 5451 Zeichen
Die Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus will den Einbau neuer Gas- und Ölheizungen in landeseigenen Wohnungen sofort stoppen. Mit einem entsprechenden Antrag reagiert die Oppositionspartei direkt auf die jüngsten Pläne der Bundesregierung, fossile Heizsysteme wieder flächendeckend zuzulassen. Ihr Ziel: Mieter vor explodierenden Nebenkosten schützen.
Appell an den Senat: „Zeitbombe“ entschärfen
Im Kern des Vorstoßes steht eine klare Forderung an den Berliner Senat. Als alleiniger Gesellschafter der großen städtischen Wohnungsbaugesellschaften soll er diese anweisen, bei Neubauten und Heizungserneuerungen nur noch nachhaltige Systeme zu verbauen. Fossile Anlagen wären in öffentlichen Mietwohnungen damit tabu.
Anzeige
Da Heizkosten und CO2-Abgaben die Nebenkostenabrechnung immer komplexer machen, ist für Vermieter eine rechtssichere Kalkulation wichtiger denn je. Dieser Gratis-Report bietet klare Umlageregeln für Heizung, Grundsteuer und Reinigung, damit Sie Ihre Abrechnung in wenigen Minuten fehlerfrei erstellen. Betriebskostenabrechnung in 5 Minuten rechtssicher erledigt
„Neue Gasheizungen sind eine tickende Zeitbombe für die Nebenkosten“, sagte Grünen-Fraktionschef Werner Graf. Er appellierte an den Senat, dem „verfehlten Kurs“ der Bundesregierung auf lokaler Ebene gegenzusteuern. Wer weiter auf Öl und Gas setze, treibe Mieterhaushalte sehenden Auges in eine massive Preisexplosion.
Direkte Antwort auf Bundes-Kehrtwende
Der Vorstoß ist eine direkte Reaktion auf Berlin. Erst vor wenigen Tagen einigte sich die schwarz-rote Koalition im Bund darauf, die strengen Vorgaben des Heizungsgesetzes faktisch aufzuheben. Das geplante neue Gebäudemodernisierungsgesetz soll den Einbau von Gas- und Ölheizungen wieder ohne Pflicht zu erneuerbaren Energien ermöglichen.
Die Grünen kritisieren diese Kehrtwende scharf. Sie warnen vor einer Kostenfalle: Die CO2-Bepreisung steigt in den näch Jahren stufenweise an, gleichzeitig dürften die Netzentgelte im Gasnetz teurer werden. In vermieteten Immobilien würden diese Mehrkosten komplett auf die Mieter abgewälzt. Genau diesem Szenario will die Berliner Fraktion einen Riegel vorschieben.
Berliner Sonderrolle mit großer Marktmacht
Der Berliner Immobilienmarkt spielt eine Sonderrolle. Von rund zwei Millionen Wohnungen ist der Anteil an Mietwohnungen extrem hoch. Die landeseigenen Gesellschaften verwalten einen signifikanten Teil dieses Bestands. Eine gegenwärtige Vorgabe für sie hätte daher enorme Strahlkraft für die gesamte regionale Bauwirtschaft.
Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen in der Hauptstadt ist immens: 61 Prozent der Haushalte heizen direkt mit Gas. Bezieht man gasbasierte Fernwärme mit ein, sind sogar rund 80 Prozent vom Erdgas abhängig. Der angekündigte Stopp für landeseigene Wohnungen ist ein erster konkreter Schritt der Grünen, der auf eine vollständige Stilllegung des Berliner Gasnetzes abzielt.
Handwerk warnt vor Planungsunsicherheit
Die ständigen politischen Kurswechsel sorgen in der Branche für Frust. Hersteller und Installationsbetriebe hatten sich bereits intensiv auf die ursprünglichen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes eingestellt. Die Wärmepumpe war 2025 das meistverkaufte Heizsystem.
Wenn nun große institutionelle Bestandshalter wie die Berliner Landesunternehmen eigene, strengere Wege gehen, entsteht ein zersplitterter Markt. Bauherren und Entwickler müssen dann genau zwischen gelockerten Bundesvorgaben für private Eigentumswohnungen und potenziell strengeren kommunalen Auflagen für öffentliche Mietwohnungen unterscheiden.
Mieter-Schutz versus Eigentümer-Freiheit
Die Debatte offenbart einen grundlegenden Konflikt. Die Bundesregierung argumentiert mit mehr Freiheit für Eigentümer bei der Heizungswahl. Die Berliner Grünen rücken die sozialen Langzeitfolgen in den Fokus. Experten weisen darauf hin, dass die Anschaffungskosten nur einen Bruchteil der gesamten Lebenszykluskosten ausmachen. Die Betriebskosten werden durch den Emissionshandel und die CO2-Steuer unweigerlich steigen.
Anzeige
Angesichts steigender Energiepreise und gesetzlicher Änderungen stehen viele Vermieter vor der Frage, welche Kosten sie tatsächlich auf ihre Mieter umlegen dürfen. Erfahren Sie in diesem kompakten Guide die Wahrheit über Streitpunkte wie Gartenpflege oder Schornsteinfeger und vermeiden Sie rechtliche Fallstricke. Kostenlosen PDF-Guide zu Betriebskosten sichern
Für den Berliner Markt bedeutet der Vorstoß eine klare Fokussierung auf den Mieterschutz. Bei Mietwohnungen entscheidet der Vermieter über die Technik, die Energiekosten trägt der Mieter. Indem die Grünen die landeseigenen Unternehmen in die Pflicht nehmen wollen, versuchen sie, dieses Dilemma im öffentlichen Sektor aufzulösen. Es ist ein Versuch, kommunale Marktmacht als Hebel gegen bundespolitische Entscheidungen einzusetzen.
Unruhige Zeiten für die Berliner Immobilienbranche
Wie der schwarz-rote Senat auf den Antrag reagieren wird, ist offen. Da die regierende Koalition auf Landesebene aus denselben Parteien besteht wie die Bundesregierung, gilt eine Zustimmung als unwahrscheinlich. Dennoch zwingt die Initiative den Senat, Farbe zu bekennen.
Für die Berliner Immobilienbranche deuten die Diskussionen auf anhaltend unruhige Zeiten hin. Mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahl im Herbst positionieren sich die Parteien zunehmend über das hochemotionale Thema Wohnen und Energiekosten. Der Druck auf Verwalter und Eigentümer wächst, kostensichere Energiekonzepte zu entwickeln.
Kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Mit 50 abgeschrieben? Dann tu was dagegen! (CD liest Andrea Lehwald)
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:AT&S, UBM, Strabag, Zumtobel, Lenzing, Agrana, Uniqa, Wolford, RBI, OMV, Porr, Palfinger, Fabasoft, Rosgix, Erste Group, Kapsch TrafficCom, Polytec Group, Wiener Privatbank, Warimpex, Frauenthal, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Amag, CA Immo, EuroTeleSites AG, CPI Europe AG, Österreichische Post, Semperit, Telekom Austria, Deutsche Post, Caterpillar.
Random Partner
Do&Co
Als Österreichisches, börsennotiertes Unternehmen mit den drei Geschäftsbereichen Airline Catering, internationales Event Catering und Restaurants, Lounges & Hotel bieten wir Gourmet Entertainment auf der ganzen Welt. Wir betreiben 32 Locations in 12 Ländern auf 3 Kontinenten, um die höchsten Standards im Produkt- sowie Service-Bereich umsetzen zu können.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Börse-Inputs auf Spotify zu Robert Kleedorfer, Rüdiger Landgraf
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Deutsche Telekom, Polytec, Therese Fran...
» Börsepeople im Podcast S24/21: Hugo Brock
» Österreich-Depots: Ultimo April-Bilanz (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 30.4.: MAI, S Immo (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)
» Nachlese: Robert Halver (audio cd.at)
» PIR-News: Zahlen von Polytec und Erste Group, Research zu Post und Asta ...
» ATX zum Ultimo zunächst schwächer– Polytec setzt sich Ziel für die Aktie...
» Wiener Börse Party #1146: ATX zum Ultimo zunächst leichter, Polytec top ...
» Wiener Börse zum Ultimo Mittag etwas leichter: Polytec, Frequentis und A...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- 21st Austria weekly - Warimpex (01/05/2026)
- 21st Austria weekly - Erste Group, Polytec (30/04...
- 21st Austria weekly - Andritz (29/04/2026)
- 21st Austria weekly - Palfinger, Strabag (28/04/2...
- 21st Austria weekly - Reploid, Verbund (27/04/2026)
- 21st Austria weekly - ATX slightly down, again AT...
Featured Partner Video
Private Investor Relations Podcast #31: Der Host holpert zu Andritz, Strabag, Bawag, Marinomed, Telekom Austria, Agrana und Asta Energy
Herzlich willkommen zum Private Investor Relations Podcast. Dieser Kanal auf audio-cd.at ist presented by CIRA, EY und wikifolio mit dem investierbaren Austria 30 Private IR Portfolio. Heute hab ic...
Books josefchladek.com
Joan van der Keuken
Achter Glas
1957
C. de Boer jr.
Olga Ignatovich
In the Shadow of the Big Brother
2025
Arthur Bondar Collection WWII
Daido Moriyama
Japan, A Photo Theater (English Version
2018
Getsuyosha, bookshop M
